Dahme-Spreewald,
15
Oktober
2026
|
08:43
Europe/Amsterdam

Vier Minuten. Zwei Hände. Und eine Chance.

Klinikum Dahme-Spreewald zeigt, warum Wiederbelebung nicht erst mit dem Rettungsdienst beginnt

Zusammenfassung
  • Am 16. Oktober ist der Internationale Tag der Wiederbelebung: World Restart A Heart-Day
  • Das Klinikum Dahme-Spreewald zeigt die drei wichtigen Schritte im Notfall
  • Ein Herzstillstand kann jeden treffen - jederzeit und überall.

Vier Minuten – kaum länger als ein Lied. In Deutschland erleidet alle vier Minuten ein Mensch außerhalb eines Krankenhauses einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Plötzlich bricht jemand zusammen, reagiert nicht mehr und atmet nicht normal. Die wichtigste Hilfe ist dann häufig noch nicht mit Blaulicht unterwegs. Sie steht direkt daneben: Menschen, die den Notfall erkennen, die 112 wählen und mit der Wiederbelebung beginnen. Zum internationalen Wiederbelebungstag am 16. Oktober erinnert das Klinikum Dahme-Spreewald deshalb an eine lebenswichtige Botschaft: Zwei Hände können im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen.

Ersthelfende entscheidend für Chance zu überleben

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand pumpt das Herz kein Blut mehr durch den Körper. Gehirn und Organe erhalten nicht mehr ausreichend Sauerstoff. Rettungsdienst und Notarzt können jedoch nicht innerhalb weniger Augenblicke überall sein. Die Zeit bis zu ihrem Eintreffen darf keine verlorene Zeit sein.

Eine sofort begonnene Herzdruckmassage hält einen minimalen Blutkreislauf aufrecht und versorgt vor allem das Gehirn weiter mit Sauerstoff. Ersthelfende überbrücken damit die entscheidenden Minuten. Je früher sie handeln, desto besser sind die Voraussetzungen für die weitere medizinische Versorgung.

Mut wichtiger als Perfektion

Viele Menschen zögern aus Angst, etwas falsch zu machen. Doch es braucht weder medizinische Vorkenntnisse noch eine komplizierte Diagnose. Reagiert eine Person nicht und atmet sie nicht normal, gilt: 112 wählen und drücken. Auch eine unregelmäßige, schnappende Atmung ist keine normale Atmung.

Die Leitstelle bleibt am Telefon und führt Schritt für Schritt durch den Notfall. Wer allein ist, schaltet das Mobiltelefon auf Lautsprecher und beginnt mit der Herzdruckmassage. Sind mehrere Menschen vor Ort, übernimmt eine Person den Notruf, während eine andere drückt. Eine dritte kann einen automatisierten externen Defibrillator, kurz AED, holen. Niemand muss perfekte Handgriffe beherrschen. Wer den Brustkorb kräftig und regelmäßig drückt, handelt richtig. Das größte Risiko ist, aus Unsicherheit gar nichts zu tun.

Symbolbild Wiederbelebung trainieren


Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute. Deshalb sollten möglichst viele Menschen die lebensrettenden Handgriffe regelmäßig trainieren.
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Herzmedizin vor Ort

Während Ersthelfende drücken, setzt sich die Rettungskette in Bewegung. Rettungsdienst und Notarzt übernehmen die Reanimation und bringen die betroffene Person in eine geeignete Klinik. In den Zentralen Notaufnahmen der Spreewaldklinik Lübben und des Achenbach-Krankenhauses Königs Wusterhausen übernehmen erfahrene und fachkompetente Pflegkräfte und Ärzte die Patienten strukturiert vom Rettungsdienst. Sie sichern Atmung und Kreislauf, schließen die Überwachung an, schreiben ein EKG, veranlassen Labor- und Bilddiagnostik und entscheiden gemeinsam mit der Kardiologie über die nächsten Schritte auf der Suche nach der Ursache des Herzstillstands. Beide Standorte verfügen über ein Herzkatheterlabor für die wohnortnahe invasive Diagnostik und Behandlung. Diese moderne Medizin baut auf den ersten Minuten vor der Kliniktür auf. Eine früh begonnene Herzdruckmassage schafft die Verbindung zur professionellen Versorgung.

Der Notfall geschieht meist mitten im Alltag

Ein Herz-Kreislauf-Stillstand kann zu Hause, am Arbeitsplatz, beim Sport, im Verein oder auch direkt an der Supermarktkasse geschehen. Ersthelfende retten deshalb häufig keinen Fremden, sondern einen vertrauten Menschen. Umso wichtiger ist es, die entscheidenden Schritte zu kennen. Wiederbelebung beginnt nicht erst mit dem Eintreffen professioneller Helfer. Von jung bis alt gilt deshalb immer: Jeder kann sie erlernen.

So funktioniert die Herzdruckmassage


Schritt 1: Die Person laut ansprechen und vorsichtig an den Schultern berühren. Reagiert sie nicht, die Atmung kontrollieren. Dazu den Kopf leicht überstrecken – atmet sie nicht oder nicht normal, sofort die 112 wählen, das Telefon auf Lautsprecher stellen und den Anweisungen der Leitstelle folgen.

Schritt 2: Die betroffene Person in Rückenlage auf einen festen Untergrund legen. Neben dem Oberkörper knien und den Ballen einer Hand auf die Mitte des Brustkorbs legen. Die zweite Hand darüber, die Finger verschränken und die Arme bewusst gestreckt halten.

Schritt 3: Den Brustkorb fünf bis sechs Zentimeter tief eindrücken – kräftig, gleichmäßig und mit 100 bis 120 Kompressionen pro Minute. Nach jedem Druck vollständig entlasten und Unterbrechungen möglichst vermeiden.

Ist ein Automatisierter-Externer-Defibrillator (AED) in der Nähe verfügbar, kann dieser zu Hilfe geholt und eingeschaltet werden. Das Gerät erklärt jeden Schritt und entscheidet selbstständig, ob ein Stromstoß nötig ist. Weiterdrücken, bis der Rettungsdienst übernimmt oder die Person wieder normal atmet. Der wichtigste Schritt bleibt der erste: Hingehen und anfangen. Denn zwei Hände können ein Leben retten.

Herzstillstand ist keine Frage des Alters

Ein Herzstillstand kann jeden treffen. Jederzeit. Überall. Dann gelten drei einfache Schritte, um Leben zu retten: Prüfen. Rufen. Drücken.

Über das Klinikum Dahme-Spreewald

Unter dem Dach des Klinikums Dahme-Spreewald vereinen sich die beiden Standorte Spreewaldklinik Lübben und das Achenbach-Krankenhaus Königs Wusterhausen. Die beiden Krankenhäuser versorgen jährlich mehr als 25.000 stationäre und mehr als 50.000 ambulante Patientinnen und Patienten. Dafür stehen in den beiden Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung insgesamt 448 Betten in neun Fachbereichen zur Verfügung. Die jährlich steigende Zahl an versorgten Patienten belegt die Bedeutung und die Akzeptanz einer kompetenten und qualitativ hochwertigen Versorgung in der Region. Besondere Expertise beweist das Klinikum Dahme-Spreewald in der Weichenstellung von zukünftig wichtigen Bereichen. So gehören Palliativmedizin und Spezielle Schmerztherapie schon heute zum fest etablierten Behandlungsspektrum. In der Gesundheitsakademie Heinz-Sielmann, die ebenfalls unter der Trägerschaft des Klinikum Dahme-Spreewald steht werden mehr als 130 Schülerinnen und Schüler auf den Berufsalltag in der Pflege vorbereitet. Die Gesundheitsakademie zählt zu den größten Einrichtungen dieser Art im Land Brandenburg. Ergänzend bestehen seit 2019 ambulante Versorgungsmöglichkeiten. Zunächst durch das Medizinische Versorgungszentrum Dahme-Spreewald in Königs Wusterhausen in den Bereichen Allgemeinmedizin/Innere Medizin, Chirurgie und Kinder- und Jugendmedizin sowie seit 2022 im MVZ Poliklinik Lübben in den Bereichen Allgemeinmedizin, Gynäkologie und Chirurgie.

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