Senftenberg,
29
Oktober
2026
|
08:54
Europe/Amsterdam

Wenn das Herz ins Stolpern kommt

Herzwochen 2026: Sana-Herzexperten in Südbrandenburg erklären, wie Vorhofflimmern erkannt und behandelt wird – und laden zum Gespräch ein.

Zusammenfassung
  • Vorhofflimmern im Fokus: bundesweite Herzwochen vom 1. bis 30. November machen auf die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung aufmerksam
  • Präzise Diagnostik, gute Behandlungschancen: So helfen Experten in Südbrandenburg, wenn das Herz aus dem Takt gerät
  • Gut informiert: „Herzmedizin kompakt“ im Sana-Herzzentrum Cottbus, „SKN-Herztag“ im Krankenhaus Senftenberg und Info-Abend im Achenbach-Krankenhaus mit Experten-Vorträgen und Fragerunden

Bis zu 100.000-mal schlägt das Herz an einem einzigen Tag. Doch manchmal kommt es aus dem Takt – nicht immer ein Grund zur Besorgnis. Doch wenn das Herz plötzlich rast, oder sich der Puls unregelmäßig anfühlt – wenn beim Treppensteigen die Luft schneller fehlt als sonst, sollten Lausitzer achtsam werden. Hinter solchen Beschwerden kann Vorhofflimmern stecken. Manchmal bleibt die Herzrhythmusstörung aber auch völlig unbemerkt. Genau das macht sie tückisch: Selbst ohne spürbare Beschwerden kann sie das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen. Die Sana Kliniken in Südbrandenburg nehmen die bundesweiten Herzwochen im November zum Anlass, über Warnzeichen und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.

Rund 1,5 bis 2 Millionen Menschen in Deutschland leiden nach Angaben der Deutschen Herzstiftung unter Vorhofflimmern. Das Risiko steigt mit zunehmendem Lebensalter: Unter den über 70-Jährigen ist etwa jeder Zehnte betroffen. Bluthochdruck, Diabetes, starkes Übergewicht, nächtliche Atemaussetzer, eine Schilddrüsenüberfunktion und bestehende Herzerkrankungen können Vorhofflimmern begünstigen. Auch übermäßiger Alkoholkonsum erhöht das Risiko.

Hohes Risiko für Schlaganfälle und Herzschwäche

Beim Vorhofflimmern gerät die elektrische Steuerung der Herzvorhöfe durcheinander. Sie ziehen sich nicht mehr geordnet zusammen. Dadurch kann sich der Blutfluss verlangsamen. Gleichzeitig begünstigt der unregelmäßige Herzschlag die Bildung von Gerinnseln. Gelangt ein solches Gerinnsel ins Gehirn und verschließt dort ein Gefäß, entsteht ein Schlaganfall. Nach Angaben der Deutschen Herzstiftung gehen etwa 20 bis 30 Prozent der durch einen Gefäßverschluss verursachten Schlaganfälle auf Vorhofflimmern zurück.

Wer Herzrasen, einen unregelmäßigen Puls, Luftnot oder eine ungewohnt geringe Belastbarkeit bemerkt, sollte die Ursache ärztlich abklären lassen. Solche Veränderungen einfach dem Alter oder dem Stress zuzuschreiben, kann dazu führen, dass eine behandelbare Erkrankung lange unentdeckt bleibt und schwere Folgen, wie eine ausgeprägte Herzschwäche, häufige Krankenhausaufenthalte oder vorzeitige Demenz, nach sich zieht.

Kardiologie


Das Herz im Fokus: Eine frühzeitige Diagnostik auch ohne offensichtliche Symptome ist der erste Schritt, um Auffälligkeiten am Herzen zu entdecken.
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Auch ohne Beschwerden kann das Herz Hilfe brauchen

Viele Patienten, die an Vorhofflimmern leiden, verspüren keine ausgeprägten Symptome. Die gute Nachricht: Vorhofflimmern ist heute gut diagnostizier- und behandelbar. Der erste Weg führt meist direkt zum Hausarzt, wo in zunächst ein Elektrokardiogramm (EKG) erstellt wird. Zeigen sich dabei Auffälligkeiten oder tritt die Rhythmusstörung nur zeitweise auf, kann dafür eine längere Aufzeichnung notwendig sein. Dann erfolgt eine weiterführende Diagnostik unter anderem mit Ruhe- und Langzeit-EKG sowie speziellem Herzultraschall (Echokardiographie) in kardiologischen Kliniken. Denn, ob eine Herzrhythmusstörung harmlos oder gefährlich ist, können nur Kardiologen präzise abklären.

Kardiologisches Netzwerk sichert Versorgung im Süden Brandenburgs

Die Sana Kliniken in Südbrandenburg bieten Patienten dafür ein engmaschiges kardiologisches Netzwerk. In Südbrandenburg verbindet Sana ambulante Kardiologie mit stationärer Versorgung und spezialisierter Herzmedizin. Die ambulante Versorgung erfolgt in drei kardiologischen Praxen in Vetschau, Guben und Schwarzheide, die sich in Trägerschaft der Sana befinden. Stationär werden Patienten kardiologisch im Klinikum Dahme-Spreewald, in den Sana Kliniken Niederlausitz und im Sana-Herzzentrum Cottbus behandelt. In der Spreewaldklinik Lüb­ben und im Achenbach-Kran­kenhaus Königs Wusterhau­sen arbeiten Notfallmedizin und Kardiologie eng zusam­men, damit Diagnostik und Behandlung im Notfall an den klinischen Zustand ange­passt und ohne unnötige Ver­zögerung eingeleitet werden können. In den Sana Kliniken Niederlausitz finden Men­schen mit akuten Brust­schmerzen im Krankenhaus Senftenberg Hilfe in der zerti­fizierten Chest Pain Unit. Be­steht der Verdacht auf einen akuten Gefäßverschluss, kann das rund um die Uhr verfügbare Herzkatheter­team aktiviert werden. Auf der interdisziplinären Inten­sivstation in Senftenberg ste­hen 14 Behandlungsplätze zur Verfügung. Wenn eine besonders spezi­alisierte interventionelle oder operative Behandlung notwendig wird, ergänzt das Sana-Herzzentrum Cottbus die regionale Versorgungskette.

In den Praxen werden Beschwerden abgeklärt, chronische Herzerkrankungen behandelt und Patienten langfristig begleitet. Ist eine weiterführende Untersuchung oder ein Eingriff notwendig, stehen die kardiologischen Abteilungen und spezialisierten Teams der Kliniken zur Verfügung. Für Patienten zählt dabei vor allem, dass die Behandlungsschritte aufeinander abgestimmt sind und die Nachsorge mitgedacht wird.

EPU Prof. Matschuck


Den Herzrhythmus im Blick: Bei einer elektrophysiologischen Untersuchung (EPU) spüren Spezialisten mittels elektrischer Impulse über einen dünnen Katheter die Ursachen von Herzrhythmusstörungen auf – eine wichtige Grundlage für die gezielte Behandlung.
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Mit Hightech gegen Vorhofflimmern

Für die Behandlung von Vorhofflimmern stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Medikamente können einen zu schnellen Herzschlag bremsen oder den normalen Rhythmus stabilisieren. Mit einer sogenannten elektrischen Kardioversion lässt sich das Herz durch einen gezielten Stromimpuls unter kurzer Narkose wieder in seinen normalen Takt bringen. Eine weitere Methode, um Herzrhythmusstörungen nicht nur sicher zu diagnostizieren, sondern auch gleich gezielt zu behandeln, bietet die elektrophysiologische Untersuchung (EPU) in Verbindung mit einer Katheterablation. Dabei werden die elektrischen Impulse mittels dünner Katheter die bis zum Herzen vorgeschoben werden, sichtbar gemacht. Dieses sogenannte Mapping liefert den Experten eine klare Kartierung des Reizleitungssystems und deckt den Ort auf, an dem die Rhythmusstörung entsteht. Sind die fehlerhaften Impulse lokalisiert, kann eine Katheterablation erfolgen. Dabei wird Herzmuskelgewebe gezielt mit thermischer Energie (Hochfrequenzstrom) oder extremer Kälte (Kryoablation) verödet, um so die gestörte Reizleitung zu unterbrechen. Im Sana-Herzzentrum Cottbus werden jedes Jahr mehr als 500 Patienten mit dieser Methode behandelt. Auch in der Klinik für Kardiologie und Rhythmologie der Sana Kliniken Niederlausitz in Senftenberg kommt die Katheterablation zum Einsatz. Hier wurde 2025 zusätzlich mit der Pulsed Field Ablation eine weitere interventionelle Methode etabliert, die nicht mit thermischer Energie, sondern mit starken elektrischen Impulsen arbeitet. Ergänzend kommen bei der Behandlung von Vorhofflimmern medikamentöse Therapien zum Einsatz, um den Herzrhythmus zu kontrollieren und das Schlaganfallrisiko zu senken.

Welche Behandlung sinnvoll ist, entscheiden die Ärzte gemeinsam mit den Patienten. Dabei geht es um Beschwerden, Begleiterkrankungen, die Dauer des Vorhofflimmerns und die persönlichen Bedürfnisse. Ebenso wichtig ist die Frage, ob gerinnungshemmende Medikamente notwendig sind, um das Schlaganfallrisiko zu senken. Diese Entscheidung richtet sich nach dem individuellen Risiko – auch dann, wenn das Herz nach einer Behandlung wieder regelmäßig schlägt.

Andreas Terne


Herzrhythmusstörungen auf der Spur: Im Elektrophysiologie-Labor können mit Hilfe von Wärmeenergie und Kälte Vorhofflimmern und andere Rhythmusstörungen behandelt werden.
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Experten-Vorträge und Fragerunden bei Herzwochen in der Region

Die Sana Kliniken in Südbrandenburg bieten im Rahmen der Herzwochen kostenfreie Veranstaltungen mit Herz-Experten, bei denen Betroffene, Angehörige und Interessierte sich umfassend informieren können.

Der Herztag der Sana Kliniken Niederlausitz am 18. November (14 bis 17 Uhr) im Krankenhaus Senftenberg greift das Motto der bundesweiten Herzwochen auf. Unter dem Titel „Herz aus dem Takt - Vorhofflimmern erkennen und behandeln“ informiert Prof. Dr. Guido Matschuck, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Rhythmologie, über diese Herzrhythmusstörung sowie Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten. Daneben gibt es bei Führungen durch das Herzkatheterlabor, den Hybrid-OP und die Funktionsdiagnostik Einblicke in die SKN-Herzmedizin. Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Voranmeldung möglich.

Was passiert, wenn eine Herzklappe nicht mehr richtig schließt? Warum geht uns plötzlich die Puste aus? Und wie entscheiden Herzspezialisten, ob eine Operation oder eine Behandlung per Katheter der beste Weg ist? Am 12. November 2026 ab 17 Uhr öffnet das Sana-Herzzentrum Cottbus wieder seine Türen für „Herzmedizin kompakt“. Diesmal dreht sich alles um zwei Herzklappen, die im Alltag kaum jemand kennt - die für die Leistungsfähigkeit unseres Herzens aber eine entscheidende Rolle spielen: die Mitral- und Trikuspidalklappe. Kostenfreie Tickets für Präsenzveranstaltung oder den Livestream sind direkt über die Website sana.de/cottbus buchbar.

Im Achenbach-Krankenhaus Königs Wusterhausen stehen Herzrhythmusstörungen im Mittelpunkt der kostenfreien Patientenveranstaltung am 25. November 2026. Unter dem Titel „Herz im Takt?!“ klärt Oberarzt Oliver Steinberg-Draheim von der Abteilung für Kardiologie darüber auf, wie Herzrhythmusstörungen erkannt und behandelt werden können. Im Anschluss an die Vorträge stehen die Experten für eine Fragestunde zur Verfügung. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig. Der Info-Abend beginnt um 17.30 Uhr im Konferenzraum II im Achenbach-Krankenhaus.