Wenn das Kreuzband immer wieder reißt
Spreewaldklinik Lübben bietet neue Hoffnung fürs Knie
- Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie der Spreewaldklinik etabliert neues OP-Verfahren
- Hilfe für Patienten mit wiederholter Ruptur des vorderen Kreuzbandes
- Kniechirurg Dr. Tural Ahmad: erste Patienten erfolgreich operiert
Wenn das Kreuzband immer wieder reißt, ist das nicht einfach nur Pech. Stattdessen kann die Ursache in der knöchernen Anatomie des Patienten liegen. Dr. Tural Ahmad, Departmentleiter Rekonstruktive Gelenkchirurgie und Sporttraumatologie, hat jetzt mit seinem Team in der Spreewaldklinik Lübben ein neues operatives Verfahren etabliert, um Betroffenen zu helfen.
Schmerzhafte Zwangspause
„Wir sehen häufig Patienten, bei denen das vordere Kreuzband nach einer erfolgreichen Rekonstruktion wieder reißt. Manchmal reichen dafür schon kleine, alltägliche Bewegungen wie das Hinhocken oder Treppensteigen aus“, erklärt Dr. Tural Ahmad, Leitender Oberarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie in der Spreewaldklinik. Betroffen sind oft jüngere, aktive Patienten wie Hobbyfußballer. Wenn das stabilisierende Kreuzband im Kniegelenk reißt, ist das nicht nur schmerzhaft, sondern auch folgenreich: Das Knie ist längere Zeit nicht belastbar und oft instabil. Lange Ausfallzeiten im Job, aber auch Zwangspausen beim Sport sind die Folgen.
Den Ursachen wiederholter Kreuzbandrisse auf der Spur: Dr. Tural Ahmad, Leitender Oberarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie, hat mit seinem Team in der Spreewaldklinik Lübben ein Verfahren zur Korrektur der Knochenneigung am Schienbeinkopf etabliert.
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Neue Hoffnung nach drei Kreuzbandrissen
Jamie Kamenz kennt das nur zu gut. Im Jahr 2024 riss das vordere Kreuzband zum ersten Mal, als der Fußballer für seinen Verein, die Spielvereinigung Raddusch, auf dem Platz stand. Nach der erfolgreichen Rekonstruktion und einer längeren Pause wollte der Vetschauer wieder mit dem Training beginnen und erlitt sofort die zweite Ruptur des Bandes, das normalerweise für Stabilität im Kniegelenk sorgt. „Dann bin ich im Oktober 2025 mit dem Fahrrad gestürzt und habe mir den dritten Kreuzbandriss zugezogen“, berichtet Jamie Kamenz. Die eingeschränkte Belastbarkeit seines Beines führt nicht nur zu unfreiwilligen Trainingspausen beim Fußball, sondern sorgt natürlich auch für lange Ausfälle in seinem Job.
Lange Suche nach der Ursache
„Eine Kreuzbandruptur ist eine typische Sportverletzung, und es wurde lange daran geforscht, warum das Band bei manchen Menschen immer wieder reißt“, berichtet Dr. Tural Ahmad, zertifizierter Kniechirurg der Deutschen Kniegesellschaft (DKG). Die Antwort auf diese Frage hängt eng mit der Lösung des Problems zusammen. „Bei manchen Patienten ist der Schienbeinkopf zu stark geneigt. Normalerweise beträgt der Neigungswinkel zwischen fünf und acht Grad. Bei den Betroffenen sind es jedoch teilweise mehr als zwölf Grad“, beschreibt der Experte für rekonstruktive Gelenkchirurgie das Problem. Diese anatomische Besonderheit – Mediziner sprechen von einem ausgeprägten posterioren tibialen Slope – sorgt dafür, dass das vordere Kreuzband zu stark belastet wird und reißt.
Genau hinsehen, um gezielt zu helfen: Dr. Tural Ahmad untersucht das Knie von Patient Jamie Kamenz. Bei wiederholten Kreuzbandrissen kann eine zu starke Neigung des Schienbeinkopfes die Ursache sein – eine operative Korrektur soll das Kreuzband entlasten und die Voraussetzungen für ein stabiles Knie verbessern.
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Operative Korrektur
Mit seinem Team bietet er in der Spreewaldklinik jetzt eine Lösung. „Vor einem Eingriff vermessen wir das betroffene Bein sehr präzise und analysieren die knöchernen Verhältnisse. Durch eine operative Slope-Korrektur wird dann die knöcherne Geometrie verändert, um die biomechanischen Voraussetzungen für die Stabilität des Knies zu verbessern“, erklärt Dr. Tural Ahmad das Verfahren. Der Orthopäde und Unfallchirurg hat die Methode unter anderem bei Hospitationen im Berliner Sportorthopädicum erlernt und spezielle Weiterbildungen besucht. Bei dem Eingriff wird der Neigungswinkel am Schienbeinkopf korrigiert und eine Platte zur Stabilisierung eingesetzt.
Gut aufgehoben gefühlt
Jamie Kamenz hat den Eingriff Ende August gut überstanden und freut sich, dass die Heilung bisher gut verläuft. Durch die wiederholten Eingriffe kennt er das Team der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie der Spreewaldklinik inzwischen gut: „Ich habe mich bei jeder OP sehr wohl und bei den Pflegekräften auf der Station gut aufgehoben gefühlt. Die Ärzte haben mir alles sehr gut erklärt und sich Zeit für meine Fragen genommen.“ Wenn der Genesungsverlauf es möglich macht, wird in wenigen Wochen die Platte entfernt und erneut das Kreuzband rekonstruiert – und dann, so hofft der Vetschauer, endlich dauerhaft halten.
Zurück in den aktiven Alltag
Inzwischen wurden mehrere Patienten in der Spreewaldklinik erfolgreich nach dem neuen Verfahren operiert. „Bisher gab es keine Komplikationen“, sagt Dr. Tural Ahmad und ist zuversichtlich, dass die Korrektur den gewünschten Erfolg bringt und die Patienten künftig mit einem stabilen und belastbaren Knie wieder aktiv sein können – nicht nur im Job, sondern auch auf dem Fußballfeld oder beim Skifahren.
Über das Klinikum Dahme-Spreewald
Unter dem Dach des Klinikums Dahme-Spreewald vereinen sich die beiden Standorte Spreewaldklinik Lübben und das Achenbach-Krankenhaus Königs Wusterhausen. Die beiden Krankenhäuser versorgen jährlich mehr als 25.000 stationäre und mehr als 50.000 ambulante Patientinnen und Patienten. Dafür stehen in den beiden Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung insgesamt 433 Betten in neun Fachbereichen zur Verfügung. Die jährlich steigende Zahl an versorgten Patienten belegt die Bedeutung und die Akzeptanz einer kompetenten und qualitativ hochwertigen Versorgung in der Region. Besondere Expertise beweist das Klinikum Dahme-Spreewald in der Weichenstellung von zukünftig wichtigen Bereichen. So gehören Palliativmedizin und Spezielle Schmerztherapie schon heute zum fest etablierten Behandlungsspektrum. In der Gesundheitsakademie Heinz-Sielmann, die ebenfalls unter der Trägerschaft des Klinikum Dahme-Spreewald steht werden mehr als 130 Schülerinnen und Schüler auf den Berufsalltag in der Pflege vorbereitet. Die Gesundheitsakademie zählt zu den größten Einrichtungen dieser Art im Land Brandenburg. Ergänzend bestehen seit 2019 ambulante Versorgungsmöglichkeiten. Zunächst durch das Medizinische Versorgungszentrum Dahme-Spreewald in Königs Wusterhausen in den Bereichen Allgemeinmedizin/Innere Medizin, Chirurgie und Kinder- und Jugendmedizin sowie seit 2022 im MVZ Poliklinik Lübben in den Bereichen Allgemeinmedizin, Gynäkologie und Chirurgie.