Dahme-Spreewald,
05
November
2026
|
08:31
Europe/Amsterdam

Wenn die Schaufensterkrankheit den Alltag ausbremst

So verhelfen KDS-Spezialisten zu neuer Mobilität bei peripheren arteriellen Verschlusserkrankungen

Zusammenfassung
  • Immer mehr Menschen leiden unter peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK)  - Zahl der Betroffenen steigt mit zunehmendem Alter
  • Gefäßchirurgie im Achenbach-Krankenhaus bietet präzise Diagnostik und schonende interventionelle Therapien
  • Experte: So viel kann jeder für seine Gefäßgesundheit tun

Wenn jeder Gang schwierig wird, weil nach wenigen hundert Metern die Waden krampfen, kann die Schaufensterkrankheit die Ursache dafür sein. Mit dem demographischen Wandel steigt auch die Zahl der Betroffenen in Deutschland, denn die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) kommt mit dem Alter. Die Gefäßmedizin im Klinikum Dahme-Spreewald schenkt Patienten mit modernsten interventionellen und operativen Behandlungswegen neue Lebensqualität und Mobilität.

Bis zu zehn Prozent der Menschen in Deutschland haben eine periphere arterielle Verschlusskrankheit – und je höher der Altersdurchschnitt, desto höher ist die Zahl der Betroffenen. „Die meisten Patienten, die sich bei uns in Behandlung begeben, sind zwischen 60 und 80 Jahren, manche sind allerdings auch deutlich jünger “, sagt Robert Junge, Leitender Oberarzt der Gefäßchirurgie im Achenbach-Krankenhaus Königs Wusterhausen. Die Behandlung der sogenannten Schaufensterkrankheit bildet den medizinischen Schwerpunkt der Abteilung. Ihren Namen hat die Erkrankung nicht von ungefähr: Denn Patienten müssen oft mitten im Gehen anhalten und verharren dann einige Zeit in leicht gebeugter Haltung, so als würden sie etwas in einem Schaufenster betrachten. Der Grund für den Zwangsstopp sind allerdings Schmerzen in den Beinen, die so stark sind, dass sie ein Weitergehen verhindern.

Robert Junge


Als Leitender Oberarzt der Gefäßchirurgie im Achenbach-Krankenhaus Königs Wusterhausen setzt sich Robert Junge gemeinsam mit seinem Team für eine moderne und patientengerechte Versorgung von Menschen mit Gefäßerkrankungen ein.
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Schmerz zwingt zur Pause

„Viele Patienten werden aufmerksam, wenn sie plötzlich beim Gehen nach wenigen hundert Metern eine Art Muskelkater in den Beinen spüren und die Waden schmerzen, obwohl sie vielleicht bisher oft und viel spazieren oder wandern waren“, schildert der Gefäßchirurg typische Warnzeichen. Die pAVK kann sowohl Aktive als auch Sportmuffel treffen. Denn Bewegungsmangel ist nur ein Risikofaktor. Mindestens genauso schwer wiegen Rauchen, Übergewicht, zu hohe Cholesterinwerte oder Zuckerwerte sowie ein zu hoher Blutdruck. All diese Faktoren können zu chronischen Durchblutungsstörungen in den Arterien führen – betroffen sind dabei vorrangig die Gefäße in den Beinen und Füßen.

Präziser Bein-Check von innen und außen

Wie schwer die Schäden in den Blutbahnen sind, können die Experten im Achenbach-Krankenhaus schmerzfrei diagnostizieren. „Der Weg in unsere Gefäßchirurgie führt üblicherweise über den Hausarzt und Angiologen. Wir können mit moderner Medizintechnik präzise den Verschlussgrad der Gefäße beziehungsweise den Blutfluss analysieren. Außerdem werden die Beine beispielsweise auf Hautveränderungen oder erste offene Wunden untersucht“, erläutert Robert Junge. Neben Ultraschall kommen dabei je nach Bedarf auch Computertomographie oder Magnetresonanztomographie zum Einsatz.

Gefaesschirurgie


Millimeterarbeit für die Gefäßgesundheit: Im OP setzen die Spezialisten der Gefäßchirurgie auf präzise Verfahren, um Durchblutungsstörungen zu behandeln und die Versorgung der Beine zu verbessern.
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Millimeter-Arbeit für schonende Hilfe

Die genaue Analyse, an welchen Stellen und in welchem Ausmaß die Gefäße in den Beinen betroffen sind, bildet die Basis für den weiteren Therapieweg. „Befindet sich die Erkrankung noch im Anfangsstadium können Medikamente und ein strukturiertes Gehtraining die Beschwerden lindern“, sagt der Experte. Sind erste Gefäßstellen allerdings schon stärker verengt oder gar verschlossen, können interventionelle Verfahren Linderung bringen. Für diese besonders schonenden Verfahren leisten die Spezialisten im Achenbach-Krankenhaus präzise Millimeter-Arbeit. Die Patienten bekommen eine lokale Betäubung an der Leiste. Von dort führen die Mediziner einen dünnen Katheter in das Gefäßsystem ein und schieben diesen unter Röntgensicht bis zur Verengung vor. „Dort können wir dann die verengte Stelle mit einem sehr feinen Ballon weiten. Durch das Aufblasen wird die Kalkablagerung an die Gefäßwand gedrückt und das Blut kann wieder fließen“, erklärt Robert Junge. In manchen Fällen setzen die Gefäßchirurgen zusätzlich einen Stent ein, der die Gefäßwände stützt. Lässt sich das verschlossene Gefäß nicht auf diesem interventionellen Weg reparieren, so bleibt noch der operative Eingriff. Dabei verschaffen sich die Experten von außen behutsam Zugang zur Arterie, öffnen diese und entfernen die Kalkablagerungen. „Alternativ können wir auch mit einem Bypass eine Art Umleitung legen und so den Verschluss überbrücken“, erläutert der Leitende Oberarzt.

Gesunder Lebensstil für gesunde Gefäße

„Die meisten Menschen spüren schon nach wenigen Tagen eine deutliche Verbesserung“, weiß der Gefäßchirurg. Etwa ein bis zwei Tage nach dem Eingriff können die Patienten das Krankenhaus verlassen. Damit sie möglichst lange Zeit von dem Therapieerfolg profitieren, müssen dauerhaft blutverdünnende Medikamente eingenommen werden. „Die Schaufensterkrankheit ist eine chronische Gefäßerkrankung. Manche Patienten sehen wir immer wieder, weil sich neue Verschlüsse an anderen Stellen gebildet haben“, sagt Robert Junge. Die sicherste Vorsorge ist daher ein Lebensstil, der die Gefäße schützt. „Das Wichtigste ist, auf konsequent aufs Rauchen zu verzichten“, betont der Facharzt und rät zudem dazu, die Blutfett- und Zuckerwerte regelmäßig zu kontrollieren und den Blutdruck im Blick zu behalten. Wer sich außerdem zwei- bis dreimal pro Woche moderat bewegt und etwa 30 bis 45 Minuten radelt, läuft oder schwimmt, leistet einen optimalen Beitrag für die Gesundheit seiner Gefäße.

Über das Klinikum Dahme-Spreewald

Unter dem Dach des Klinikums Dahme-Spreewald vereinen sich die beiden Standorte Spreewaldklinik Lübben und das Achenbach-Krankenhaus Königs Wusterhausen. Die beiden Krankenhäuser versorgen jährlich mehr als 25.000 stationäre und mehr als 50.000 ambulante Patientinnen und Patienten. Dafür stehen in den beiden Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung insgesamt 433 Betten in neun Fachbereichen zur Verfügung. Die jährlich steigende Zahl an versorgten Patienten belegt die Bedeutung und die Akzeptanz einer kompetenten und qualitativ hochwertigen Versorgung in der Region. Besondere Expertise beweist das Klinikum Dahme-Spreewald in der Weichenstellung von zukünftig wichtigen Bereichen. So gehören Palliativmedizin und Spezielle Schmerztherapie schon heute zum fest etablierten Behandlungsspektrum. In der Gesundheitsakademie Heinz-Sielmann, die ebenfalls unter der Trägerschaft des Klinikum Dahme-Spreewald steht werden mehr als 130 Schülerinnen und Schüler auf den Berufsalltag in der Pflege vorbereitet. Die Gesundheitsakademie zählt zu den größten Einrichtungen dieser Art im Land Brandenburg. Ergänzend bestehen seit 2019 ambulante Versorgungsmöglichkeiten. Zunächst durch das Medizinische Versorgungszentrum Dahme-Spreewald in Königs Wusterhausen in den Bereichen Allgemeinmedizin/Innere Medizin, Chirurgie und Kinder- und Jugendmedizin sowie seit 2022 im MVZ Poliklinik Lübben in den Bereichen Allgemeinmedizin, Gynäkologie und Chirurgie.

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