Dahme-Spreewald,
23
Juli
2026
|
14:56
Europe/Amsterdam

Zwei Babys. Zwei Wege. Ein Ziel: sicher ins Leben

Besonderer Tag zeigt, warum Erfahrung, sorgfältige Abwägung und individuelle Entscheidungen moderne Geburtshilfe auszeichnen

Zusammenfassung
  • Zwei Schwangere mit Beckenendlage werden im Kreißsaal nahezu zeitgleich auf unterschiedlichen Geburtswegen begleitet.
  • Eine Beckenendlage bedeutet nicht automatisch einen Kaiserschnitt: Entscheidend sind die medizinischen Voraussetzungen, eine umfassende Beratung und der Wunsch der werdenden Mutter.
  • Das Klinikum Dahme-Spreewald bietet das geburtshilfliche Spektrum, um für jede Frau und jedes Kind den individuell verantwortbaren Weg zu ermöglichen.

Babyglück im Achenbach-Krankenhaus in dieser Woche – und für das Team der Geburtshilfe alle Hände voll zu tun. Im Klinikum Dahme-Spreewald sind in dieser Woche zwei Schwangere mit einer Beckenendlage zeitgleich betreut worden – ein Kind kommt auf natürlichem Weg zur Welt, das andere per Kaiserschnitt. Der besondere Tag im Kreißsaal zeigt, warum moderne Geburtshilfe nicht nach einem festen Schema funktioniert, sondern Erfahrung, sorgfältige Abwägung und echte individuelle Entscheidungen braucht.

Mittwoch morgen in Königs Wusterhausen: Im Kreißsaal des Klinikums Dahme-Spreewald laufen an diesem Tag zwei besondere Situationen parallel. Zwei Schwangere werden nahezu zeitgleich betreut. Bei beiden liegt das Baby nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Becken voran im Bauch der Mutter. Die medizinische Ausgangslage ist damit auf den ersten Blick ähnlich. Die Geburtswege sind dennoch unterschiedlich. Ein Kind kommt auf natürlichem Weg zur Welt, das andere per Kaiserschnitt. Für das Team sind das zwei Geburten. Zwei Entscheidungen. Und ein gemeinsames Ziel: Mutter und Kind sicher durch die Geburt zu begleiten.

„Geburtshilfe ist dann gut, wenn sie nicht vorschnell einen bestimmten Weg vorgibt, sondern die Situation von Mutter und Kind sorgfältig beurteilt“, sagt Dr. med. (RO) Vlad Vacaru, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Dahme-Spreewald. Seit Mai ist er der neue Chefarzt der Abteilung und bringt viel Erfahrung und vor allem eine ausgesprochene Patientennähe mit in das Haus. „Unser Anspruch ist es, die werdende Mutter umfassend zu beraten und gemeinsam mit ihr die medizinisch verantwortbare und für ihre individuelle Situation passende Entscheidung zu treffen.“

Geburt Beckenendlage

 

Die ersten gemeinsamen Momente: Baby Maelle mit ihren Eltern nach ihrer Geburt auf natürlichem Weg aus Beckenendlage. Download und Copyright

Eine seltene Lage – aber nicht automatisch ein Kaiserschnitt

Bei einer sogenannten Beckenendlage liegt das Baby mit dem Gesäß oder den Füßen nach unten in der Gebärmutter. Zum errechneten Geburtszeitraum betrifft das etwa drei bis fünf von 100 Kindern. Viele werdende Eltern verbinden diese Lage unmittelbar mit einem Kaiserschnitt. Doch eine Beckenendlage bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine selbstbestimmte Geburt auf natürlichem Wege ausgeschlossen ist. Ob sie infrage kommt, hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind unter anderem die genaue Form der Beckenendlage, die Schwangerschaftswoche, die Lage und geschätzte Größe des Kindes, die körperlichen Voraussetzungen der Mutter, der bisherige Schwangerschaftsverlauf und mögliche weitere Risiken.

Ebenso wichtig sind für das Team der Geburtshilfe im Klinikum Dahme-Spreewald aber auch die Wünsche der Schwangeren sowie eine umfassende und verständliche Aufklärung über beide Geburtswege. „Eine vaginale Geburt aus Beckenendlage ist keine Entscheidung aus dem Bauch heraus“, erklärt Arianda Lazarescu, Leitende Oberärztin der Abteilung. „Wir betrachten die gesamte medizinische Situation sehr genau. Erst wenn die Voraussetzungen stimmen, ein erfahrenes Team zur Verfügung steht und die Frau nach umfassender Beratung diesen Weg wünscht, kommt eine vaginale Geburt infrage.“

Kein Wettbewerb zwischen zwei Geburtswegen

„Eine vaginale Geburt und ein Kaiserschnitt sind keine konkurrierenden Verfahren, bei denen ein Weg grundsätzlich besser wäre als der andere. Beide haben medizinische Voraussetzungen, Möglichkeiten und Risiken“, erklärt Adriana Lazarescu. Ein Kaiserschnitt kann von Beginn an geplant sein oder im Verlauf einer Geburt notwendig werden, wenn sich die Situation von Mutter oder Kind verändert. Umgekehrt kann eine vaginale Geburt aus Beckenendlage eine medizinisch vertretbare Option sein, wenn die Bedingungen dafür günstig sind. Entscheidend ist deshalb nicht allein, auf welchem Weg ein Kind geboren wird. Entscheidend sind die sorgfältige Indikationsstellung, die Einbeziehung der werdenden Mutter und die Fähigkeit des Teams, jederzeit angemessen auf Veränderungen zu reagieren.

„Eine gute Entscheidung kann in zwei scheinbar gleichen Situationen unterschiedlich ausfallen“, betont Dr. Vlad Vacaru. „Der besondere Tag in unserem Kreißsaal zeigt nicht, dass ein Geburtsweg dem anderen überlegen ist. Er zeigt, wie wichtig es ist, das medizinisch begründete Spektrum zur Verfügung zu haben und jede Frau individuell zu begleiten.“

Oberärztin Anne Faßl und Chefarzt Vlad Vacaru


Sorgfältig entscheiden, achtsam abwägen, den individuellen Weg für jede Familie finden - Oberärztin Anne Faßl und Chefarzt Dr. Vlad Vacaru begleiten gemeinsam mit dem Geburtshilfeteam schwangere Patientinnen und werdende Familien mit viel Einfühlungsvermögen und Kompetenz.
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Sicherheit entsteht im Team

Gerade die vaginale Geburt aus Beckenendlage erfordert besondere geburtshilfliche Erfahrung und ein Team, das mit den notwendigen Abläufen und Handgriffen vertraut ist. Gleichzeitig muss die Möglichkeit bestehen, die Entscheidung anzupassen und einen Kaiserschnitt durchzuführen, wenn sich die Voraussetzungen verändern. Dass zwei Schwangere mit Beckenendlage zeitgleich betreut werden, verlangt deshalb klare Aufgaben, verlässliche Abläufe und eine enge Abstimmung aller Beteiligten. „Für die Frauen zählt in diesem Moment vor allem, dass sie sich sicher, gesehen und gut begleitet fühlen“, sagt Oberärztin Anne Faßl. „Das gelingt, wenn Hebammen, ärztliches Team, Anästhesie und OP-Bereitschaft verlässlich ineinandergreifen – auch dann, wenn zwei besondere Geburten gleichzeitig unsere volle Aufmerksamkeit brauchen.“

Wohnortnah erreichbar, medizinisch profiliert

Der besondere Mittwoch im Königs Wusterhausener Kreißsaal macht sichtbar, wofür das Klinikum Dahme-Spreewald als Gesundheitsversorger zwischen ländlichem Raum, Spreewald und wachsender BER-Region steht: wohnortnahe Versorgung, persönliche Begleitung und medizinische Kompetenz, die auch bei besonderen Ausgangslagen unterschiedliche Behandlungswege ermöglicht.

„Diese Verbindung aus Nähe und medizinischem Profil wollen wir in der Frauenmedizin und Geburtshilfe weiter stärken“, sagt Chefarzt Dr. Vlad Vacaru. „Werdende Eltern sollen darauf vertrauen können, dass wir ihre Fragen ernst nehmen, medizinische Möglichkeiten verständlich erklären und gemeinsam mit ihnen den Weg entwickeln, der zu ihrer individuellen Situation passt.“ Schwangere, deren Kind gegen Ende der Schwangerschaft weiterhin in Beckenendlage liegt, sollten sich frühzeitig gemeinsam mit ihrer behandelnden Frauenärztin oder ihrem behandelnden Frauenarzt an eine erfahrene Geburtsklinik wenden. In einem persönlichen Gespräch lassen sich die Ausgangslage, die möglichen Geburtswege und die Wünsche der werdenden Mutter in Ruhe besprechen.

Über das Klinikum Dahme-Spreewald

Unter dem Dach des Klinikums Dahme-Spreewald vereinen sich die beiden Standorte Spreewaldklinik Lübben und das Achenbach-Krankenhaus Königs Wusterhausen. Die beiden Krankenhäuser versorgen jährlich mehr als 25.000 stationäre und mehr als 50.000 ambulante Patientinnen und Patienten. Dafür stehen in den beiden Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung insgesamt 448 Betten in neun Fachbereichen zur Verfügung. Die jährlich steigende Zahl an versorgten Patienten belegt die Bedeutung und die Akzeptanz einer kompetenten und qualitativ hochwertigen Versorgung in der Region. Besondere Expertise beweist das Klinikum Dahme-Spreewald in der Weichenstellung von zukünftig wichtigen Bereichen. So gehören Palliativmedizin und Spezielle Schmerztherapie schon heute zum fest etablierten Behandlungsspektrum. In der Gesundheitsakademie Heinz-Sielmann, die ebenfalls unter der Trägerschaft des Klinikum Dahme-Spreewald steht werden mehr als 130 Schülerinnen und Schüler auf den Berufsalltag in der Pflege vorbereitet. Die Gesundheitsakademie zählt zu den größten Einrichtungen dieser Art im Land Brandenburg. Ergänzend bestehen seit 2019 ambulante Versorgungsmöglichkeiten. Zunächst durch das Medizinische Versorgungszentrum Dahme-Spreewald in Königs Wusterhausen in den Bereichen Allgemeinmedizin/Innere Medizin, Chirurgie und Kinder- und Jugendmedizin sowie seit 2022 im MVZ Poliklinik Lübben in den Bereichen Allgemeinmedizin, Gynäkologie und Chirurgie.

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