Senftenberg,
30
Oktober
2026
|
13:04
Europe/Amsterdam

Zwei kleine Schnitte, ein großer Unterschied: Schonende Hernienchirurgie in Lauchhammer

Chefarzt Dr. Ahmad Oyais setzt in Lauchhammer auf eine besonders schonende Operationsmethode mit nur zwei Zugängen – und hat damit bereits mehr als 900 Patienten behandelt.

Zusammenfassung
  • Bundesweiter Tag der Hernie am 3. November 2026 rückt häufige Erkrankung in den Fokus
  • SKN-Chefchirurg Ahmad Oyais setzt bei Hernienreparatur auf besonders schonendes minimalinvasives Verfahren
  • Dr. Ahmad Oyais: Weniger Risiken und Komplikationen durch nur zwei Schnitte in der Bauchwand

Ob am Nabel, an einer Narbe oder in der Bauchwand: Ein Bruch kann äußerst schmerzhafte Folgen haben und sogar zum Fall für die Notaufnahme werden. Die Operation solcher Hernien gehört zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen in Deutschland. Dr. Ahmad Oayis, Chefchirurg der Sana Kliniken Niederlausitz, setzt dabei seit Jahren statt der üblichen drei bis vier Schnitte auf die minimalinvasive Hernienreparatur mit nur zwei Ports. Für Patienten bringt das gleich mehrere Vorteile.

Einmal zu schwer gehoben oder zu schnell wieder aktiv nach einer OP, chronischer Husten oder Übergewicht: Es gibt viele Ursachen für die Entstehung von Hernien. Allein in Deutschland werden jedes Jahr etwa 350.000 Hernien operativ behandelt. „Obwohl auch schon Kinder Hernien haben können, nimmt das Risiko mit steigendem Alter zu, wenn das Bindegewebe schwächer wird“, erklärt Dr. Ahmad Oyais, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Sana Kliniken Niederlausitz. Die Fachabteilung trägt seit dem Jahr 2024 das Gütesiegel „Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie“ der Deutschen Herniengesellschaft (DHG) und ist auf die Behandlung von Leisten- und (komplexen) Bauchwandhernien, Rezidivhernien sowie Hernien an Narben, Nabel, Schenkel und Zwerchfell spezialisiert.

Doppel-Port-Eingriff Leistenhernien


Präzision und ein eingespieltes Team: Chefarzt Dr. Ahmad Oyais führt mit Andrei Zaharia (li.) die Doppel-Port-Methode als schonendes Verfahren bei einem Leistenbruch durch. 
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Hilfe dank moderner Schlüsselloch-Chirurgie

„Werden Hernien nicht behandelt, kann das gefährlich werden. Denn in der Bruchpforte können andere Organe wie Darmschlingen eingeklemmt und abgeschnürt werden, es kann zu schweren Entzündungen oder Darmverschlüssen kommen. Dann wird ein Bruch in der Bauchwand ganz schnell zum akuten Notfall“, erklärt der versierte Chirurg. Dank der modernen Schlüsselloch-Chirurgie kann bei der Reparatur des gerissenen Gewebes in den meisten Fällen auf große Schnitte am Bauch verzichtet werden.

„Die laparoskopische Versorgung von Leistenhernien ist ein etabliertes minimalinvasives Operationsverfahren. Dabei werden über kleine Schnitte in der Bauchdecke eine Kamera und spezielle Instrumente eingeführt, um den Bruch zu versorgen“, so Dr. Ahmad Oyais. Bei der Versorgung von Leistenhernien haben sich zwei laparoskopische Operationsverfahren etabliert: die TAPP (transabdominelle und die TEP (totale extraperitoneale Plastik). Bei der TAPP erfolgt der Zugang zur Hernie über die Bauchhöhle, während bei der TEP die Operation ohne Eintritt in die Bauchhöhle durchgeführt wird. Bei beiden Verfahren wird ein Netz im präperitonealen Raum platziert, um die Bruchlücke zu verschließen und einem erneuten Auftreten der Hernie vorzubeugen. „In vielen Krankenhäusern wird eines dieser beiden Verfahren als Standardverfahren etabliert. In unserer Klinik in Lauchhammer sind hingegen beide Operationsverfahren etabliert. Daher werden Patienten mit Leistenhernien abhängig von der individuellen klinischen Situation und der ärztlichen Einschätzung sowohl mittels TAPP als auch mittels TEP operiert“, erklärt der Chefarzt.

Erfahrung aus mehr als 900 Doppel-Port-Eingriffen

Nicht nur beim Verschluss von Leistenbrüchen, sondern auch bei den meisten anderen Formen von Hernien setzt der erfahrene Chirurg seit vielen Jahren auf eine besondere Methode: Statt mit sonst üblichen drei oder vier Schnitten operiert der Chefchirurg - wo immer es möglich ist – über nur zwei Zugänge. Mehr als 900 Patienten hat Dr. Ahmad Oyias mit der Doppel-Port-Methode in den vergangenen elf Jahren behandelt. „Die Patienten haben weniger Schmerzen und das Risiko für Komplikationen ist geringer. Außerdem ist das kosmetische Ergebnis besser, weil nur zwei kleine, kaum sichtbare Narben bleiben“, zählt der Chefchirurg die Vorteile auf.

Welches OP-Verfahren zum Einsatz kommt, wird individuell von Patient zu Patient entschieden. „Wichtige Faktoren sind die Lage, Beschaffenheit und das Ausmaß der Hernie. Außerdem schauen wir im Rahmen der Diagnose natürlich auch auf eventuelle Begleiterkrankungen und eventuelle vorherige Operationen“, betont der erfahrene Mediziner. Um all das sorgfältig abzuklären, kommen bei der Diagnostik neben Tastuntersuchungen bei Bedarf auch bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Magnetresonanztomographie und Computertomographie zum Einsatz.

Doppel-Port-Eingriff Leistenhernien


Mit ruhiger Hand und langjähriger Erfahrung: Chefarzt Dr. Ahmad Oyais (re.) und Stationsarzt Andrei Zaharia bei einer minimalinvasiven Hernienoperation.
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Schneller wieder fit und mobil

Die meisten Hernien-Operationen sind heute minimalinvasiv und sogar ambulant möglich. Dadurch können Patienten in der Regel noch am OP-Tag wieder nach Hause gehen. Was Patienten dabei hilft, möglichst rasch nach dem Eingriff wieder fit und mobil zu werden, ist das ERAS-Konzept, das in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie bei allen chirurgischen Eingriffen zum Tragen kommt. Die Abkürzung steht für Enhanced Recovery after Surgery und fördert gezielt die rasche Genesung nach Operationen. Das Team um Dr. Ahmad Oyais setzt dabei auf mehrere Bausteine, die vor, während und nach der OP Anwendung finden. So werden Patienten beispielsweise vor dem Eingriff umfassend aufgeklärt, wie die Prozedur abläuft und was sie im Nachgang die Heilung unterstützen können. Bei den Eingriffen selbst setzt das OP-Team auf besonders gewebeschonende, blutungsarme Verfahren. Und bereits kurz nach der Operation startet die Mobilisierung, damit Patienten so schnell wie möglich wieder in ihren gewohnten Alltag zurückkehren können. „Hernien sind heute sehr gut behandelbar. Wichtig ist, den Eingeweidebruch ärztlich abklären zu lassen, damit die kleine Lücke nicht zu einem großen Notfall wird“, rät der Chefarzt.