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Durchs Schlüsselloch ans Kreuzband

Wann können orthopädische Eingriffe arthroskopisch erfolgen?

In der Orthopädie beziehungsweise Unfallchirurgie gibt es die Möglichkeit, arthroskopisch zu operieren. Das heißt: nur noch wenige kleine Schnitte zu setzen, statt das ganze Gelenk über einen langen Zeitraum offen zu lassen. Horst Körner, Leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie an den Sana Kliniken Leipziger Land, erläutert die moderne orthopädische Behandlungsmethode und verdeutlicht die Vorteile für den Patienten.

Was ist eine Arthroskopie überhaupt?
Unter Arthroskopie verstehen Mediziner eine moderne Methode, um verletzte und beschädigte Gelenke operativ zu behandeln. Über winzige Hautschnitte werden dabei eine kleine Kamera, das sogenannte Arthroskop, das die Bilder auf einen Monitor am Operationstisch überträgt, sowie Spezialinstrumente in das zu behandelnde Gelenk eingeführt. Je nach Befund erfolgt dann direkt im Anschluss die geeignete Therapie.

Was kann arthroskopisch behandelt werden?
Ursprünglich wurde die Arthroskopie vor allem bei Eingriffen am Knie eingesetzt, wo man sich über drei kleine Schnitte Zugang verschafft, um beispielsweise Eingriffe am Kreuzband oder dem Meniskus durchzuführen. Mittlerweile werden jedoch ähnliche Verfahren auch bei vielen anderen Gelenken (wie etwa Hüfte, Schulter, Ellenbogen) angewendet. Selbst an den sehr kleinen Gelenken im Handwurzelbereich kann mit Hilfe von Miniaturinstrumenten arthroskopisch gearbeitet werden.

Was macht Arthroskopie für Arzt und Patient interessant und welche Vorteile bietet die Methode?
Die Arthroskopie bietet zahlreiche gewichtige Vorteile: Die Schnitte werden deutlich kleiner, dadurch verläuft die Genesung schneller und es kommt zudem seltener zu postoperativen Problemen. Die Patienten haben während und nach dem Eingriff wesentlich weniger Schmerzen und dadurch sinkt natürlich auch der Schmerzmittelbedarf. Außerdem erholen sie sich rascher und können so früher in ihren Beruf und ihr privates Umfeld zurückkehren.

Sind Arthroskopien für alle Patienten geeignet?
Trotz aller unbestreitbaren Vorteile ist es nicht immer möglich und auch nicht immer sinnvoll, eine Operation arthroskopisch durchzuführen. Der im Vergleich zum klassischen Verfahren deutlich kleinere Zugang erschwert die Übersicht und Arbeit des Operateurs. Zudem muss der Patient bestimmte Voraussetzungen mitbringen. Es muss daher immer individuell entschieden werden. Bei ausgedehnten Gelenkbrüchen und dem künstlichen Gelenkersatz stößt die moderne Methode beispielsweise an ihre Grenzen.

Kontakt

Sana Horst Körner

Horst Körner

Leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sana Kliniken Leipziger Land

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