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Postbariatrische WiederherstellungschirurgieBruststraffung nach Gewichtsverlust

Nach einem massiven Gewichtsverlust, beispielsweise nach einer Ernährungsumstellung oder einer Schlauchmagenoperation im Rahmen einer bariatrischen oder adipositaschirurgischen Operation, verändern sich bestimmte Körperpartien. Betroffene haben im Zuge dessen oftmals mit erschlafften oder sogar überhängenden Hautlappen an Bauch, Oberarme oder -schenkel, aber auch mit Veränderungen der Brust zu kämpfen. In den daraus entstandenen Hautumschlagsfalten ergeben sich häufig Hautreizungen bis hin zu Entzündungen oder Pilzinfektionen, die Betroffene in ihrer Lebensqualität und ihrem Selbstwertgefühl stark einschränken. Dr. Andreas Wolter, Leitender Arzt am Zentrum für Transgenderchirurgie, Postbariatrische Chirurgie und Liposuktion, Sana Kliniken Düsseldorf, Krankenhaus Gerresheim, klärt über die Bruststraffung auf.

Folgen eines Gewichtsverlusts

Neben funktionell beeinträchtigenden Hautüberschüssen an den Oberarmen, Oberschenkeln, am Bauch sowie Schamhügel verändert sich nach einer massiven Gewichtsabnahme auch die Brustform der Frau. Sie wirkt durch die Gewichtsreduktion oft verbreitert, verlängert und zur Seite verschoben. Der Brusthügel hingegen ist in der Projektion stark abgeflacht und erschlafft, die Brustumschlagsfalte erscheint nach unten verlagert. Die Brustwarzen wenden sich nach innen und unten, das Brustdrüsengewebe wird durch Fettgewebe ersetzt. Der Hautmantel zeigt oft Dehnungsstreifen (striae distensae) und die Hautqualität und -elastizität ist stark vermindert. Den Schweregrad dieser Brustdeformität nach einer massiven Gewichtsreduktion stufen Fachexperten zwischen Grad 0 bis 3 ein. Im Rahmen einer bruststraffenden OP nach so einem Gewichtsverlust kann das äußerliche Erscheinungsbild den Wünschen der Patientinnen angepasst werden.

Ziele einer Bruststraffung

  • Wiederherstellung einer jugendlichen Brustform mit Auffüllung des oberen Brustpols durch körpereigenes, ortsständiges Gewebe und Anhebung der Brustwarze
  • Erhalt der Sensibilität der Brustwarzen und -haut, soweit möglich
  • Gegebenenfalls ist eine Kombination mit anderen Straffungsoperationen möglich, zum Beispiel einer Abdominoplastik/ Bauchdeckenstraffung oder einer Oberarmstraffung

Komplikationsarme OP-Methode: Die Autoaugmentation

Bei einer Bruststraffung mit simultaner Silikonprothesenimplantation kann es theoretisch zu verschiedenen Komplikationen kommen. Dazu gehören zum Beispiel eine Kapselfibrose, ein Rippling (eine äußerlich sichtbare Faltenbildung des Implantats), eine Dislokation, also Verschiebung, oder auch eine Fehlposition sowie ein möglicher Prothesenwechsel im Verlauf.

Die Methode der Autoaugmentation ist dabei eine passende bruststraffende OP-Alternative, die – langfristig gesehen – weniger Komplikationen bereithält. Bei dieser Methode wird kein Silikonimplantat genutzt. Der plastische Chirurg strafft die Brust lediglich durch eine Straffung des noch vorhandenen körpereigenen Gewebes. Eine Brustvergrößerung mit ortsständigem, körpereigenem Gewebe kann allerdings nur durchgeführt werden, wenn ausreichend überschüssiges, also sogenanntes residuelles, Brustgewebe nach dem Gewichtsverlust zurückbleibt. Durch diese bruststraffende OP-Methode kann wieder mehr Volumen erreicht werden, was die betroffene Patientin zudem auch wieder jugendlicher erscheinen lässt. Damit macht sich der behandelnde Chirurg, im Gegensatz zu einer klassischen Mammareduktion (Brustverkleinerung), alle noch vorhandenen Brustgewebeanteile wie Drüsengewebe, Fettgewebe oder Dermofettlappen zu Nutze.

Voraussetzungen für eine Bruststraffung

Die wichtigste Voraussetzung für eine bruststraffende Operation beziehungsweise weitere Straffungsoperationen ist die Stabilität des Zielgewichtes im besten Fall mehr als ein Jahr. Der Ziel-BMI sollte im besten Fall unter 33 kg/m2 liegen. Rauchern rät Dr. Wolter zu einer mindestens dreimonatigen Nikotinabstinenz. Eine Ernährungssubstitution mit Zink, Selen, Multivitaminen empfiehlt der Experte ein bis zwei Monate präoperativ. Gegebenenfalls kann die Vorlage eines hautärztlichen Attestes hilfreich sein, um häufige Hautreizungen bzw. -entzündungen oder Pilzinfektionen sowie Juckreiz in den Hautumschlagsfalten nachzuweisen und bei der Behandlung entsprechend zu berücksichtigen.

Dr. med. Andreas Wolter

Dr. Andreas Wolter

Leitender Arzt am Zentrum für Transgenderchirurgie, Postbariatrische Chirurgie und Liposuktion, Sana Kliniken Düsseldorf, Krankenhaus Gerresheim

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