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Weihnachten in Zeiten von CoronaTipps zum Umgang mit der Pandemie während der Weihnachtszeit

Weihnachten ist das Fest der Liebe mit viel Nähe zu Familie und Freunden. In diesem Jahr ist alles etwas anders: Weihnachtsfeiern in Kitas und Schulen sowie Weihnachtsmärkte fallen weg und auch die Feiertage sind nicht so wie immer. Wie können Familien mit Kindern damit umgehen und wie ist ein besinnliches Fest trotz der Einschränkungen möglich? Katy Burdack, Psychologin an den Sana Kliniken Leipziger Land, gibt Tipps zum Umgang mit der Pandemie während der Weihnachtszeit.

Sorgen ernst nehmen und darüber sprechen

Wichtig ist, dass Eltern den Frust und die Sorgen der Kinder ernst nehmen, darüber sprechen und in Ruhe erklären, warum es welche Maßnahmen gibt und wie wichtig es ist, sich daran zu halten. Zum Beispiel auf Umarmungen zu verzichten, um andere zu schützen. Eltern sollten zudem so natürlich wie möglich mit der Situation umgehen und keine Ängste schüren oder überdramatisieren. „Auch, wenn es schwerfällt und man traurig ist, dass nicht alles ist wie immer. Hilfreich ist, wenn man weiß, dass man nicht alleine ist“, erklärt Katy Burdack.

Positiv bleiben und Alternativen aufzeigen

Eltern sind auch im Umgang mit dem Coronavirus ein Vorbild für ihre Kinder: „Wenn sie nur über die Maßnahmen meckern und frustriert sind, fällt es selbstverständlich auch Kindern schwerer, die Situation anzunehmen“, weiß die Psychologin. Besser ist, schöne Alternativen aufzuzeigen und den Kindern zum Beispiel online den Kontakt zu Familienmitgliedern oder Freunden zu ermöglichen. „Sich gemeinsam darauf zu besinnen, was Weihnachten eigentlich ist, nämlich das Fest der Nächstenliebe, der Besinnlichkeit und der Hoffnung, hilft den Kindern außerdem mehr als frustrierte Eltern.“ Aber auch für Erwachsene kann die Situation natürlich belastend sein. So sollten auch sie sich auf das Positive konzentrieren: „Stress und Hektik entfallen, Zeit wird gewonnen. Denn wenn nicht so viele Gäste über die Weihnachtsfeiertage zu Besuch sind, stehen Eltern nicht so unter Druck, dass alles perfekt sein muss. Sie haben mehr Zeit für die Familie und den Genuss der Weihnachtszeit.“

Zusätzliche Rituale einführen

„Da dieses Jahr sicherlich viele Traditionen über die Weihnachtsfeiertage wegfallen, können Familien gemeinsam überlegen, welche neuen Rituale man dieses Jahr zusätzlich einführen kann. Dabei sollten auch die Kinder einbezogen werden“, schlägt Katy Burdack vor.

Mögliche neue Rituale könnten sein:

  • Gemeinsam ein Krippenspiel zu Hause aufführen. Die Großeltern sind, wenn technisch möglich, online als Zuschauer dabei.
  • Plätzchen backen und per Post an Familie und Freunde verschicken.
  • Das Lieblingsessen vom Weihnachtsmarkt in der Vorweihnachtszeit gemeinsam zu Hause nachkochen und gemütlich zuhause genießen: Gebrannte Mandeln, Bratwurst oder der Kinderpunsch schmecken auch daheim gut. Noch mehr in Weihnachtsstimmung kommt man mit den passenden Weihnachtsliedern.
  • Wenn der Weihnachtsmann nicht kommen kann, dann bringt in diesem Jahr eben das Christkind die Geschenke. Dazu legt es einen Brief, indem zu jedem Familienmitglied etwas steht. Das Christkind könnte sich zum Beispiel wünschen, dass jeder einen kleinen Beitrag zum Besten gibt, ein Gedicht oder Lied, ehe die Geschenke ausgepackt werden.

„Wichtig ist vor allem aber auch, dass den Kindern vermittelt wird: Nicht alles ist dieses Jahr anders! Viele gelebte Familienrituale können und sollten weiterhin beibehalten werden: Den Adventskalender auspacken, Märchen anschauen, die Wohnung festlich schmücken, Plätzchen backen, Weihnachtslieder singen, den Baum schmücken, spazieren gehen und so weiter. Und für den Weihnachtsgottesdienst kann man sich in diesem Jahr auch passende Online-Angebote heraussuchen.“

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Katy Burdack

Katy Burdack

Psychologin, Sana Kliniken Leipziger Land

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