Akutgeriatrie und FrührehabilitationTipps zum gesunden Altern

Alter ist keineswegs mit Krankheit gleichzusetzen. Gesundes Altern ist nicht nur abhängig von der Ausbleiben von Krankheiten, sondern auch dem Vermeiden von Risikofaktoren für Krankheiten. Viele Untersuchungen haben belegt, dass gesund Älterwerden und aktiv Bleiben sehr eng mit der Lebensqualität im Alter korreliert – ebenso wie das Gefühl, gebraucht, gefordert zu werden. Es gilt, auch im Alter für eine körperliche, eine geistige und soziale Aktivität zu sorgen. Denn Funktionen, die nicht trainiert und gebraucht werden, verkümmern. Was rastet, das rostet!

Deshalb finden Sie hier eine Reihe von Tipps für das gesunde Altern.

Sturzprophylaxe

Stürze im Alter haben oft dramatische: Frakturen, Behinderung und Verkürzung der Lebenszeit.

Wer ist besonders gefährdet:

  • Stürze in der Vorgeschichte
  • Risikokrankheiten: Morbus Parkinson, Depression, Demenz, Schlaganfall, Osteoporose
  • Hohes Lebensalter
  • Weibliches Geschlecht
  • Sehstörungen
  • Einnahme von Psychopharmaka

Wie kann man Stürze verhindern:

  • Gute Beleuchtung
  • Vermeidung von Stolperschwellen (Teppichbrücken)
  • Anbringung von Handläufen
  • Sinnvolle Gehhilfsmittel
  • Rutschmatten im Badezimmer
  • Alltagsgegenstände in erreichbarer Nähe aufbewahren
  • Feste bequeme Schuhe
  • Korrektur von Sehstörungen (Brille!)
  • Vermeidung riskanter Hilfsmittel (Steigen auf Stuhl, Trittleiter)
  • Kraftaufbau und Gleichgewichtsübungen
  • Prüfung der Medikation durch den Hausarzt besonders mit Blick auf dämpfende oder muskelentspannende Mittel

Leben mit einem neuen Hüftgelenk

Sie haben ein neues Hüftgelenk (TEP). Was ist zu beachten?

  • Lagern Sie das operierte Bein leicht abgespreizt (evtl. Keilkissen).
  • Beim Drehen bitte immer ein Kissen zwischen die Beine legen.
  • Die Mobilisation erfolgt nach der OP durch die Krankengymnastik. Bitte befolgen Sie deren Anweisungen genau.
  • Stehen Sie bitte immer über die operierte Seite auf.
  • Das kranke Bein nicht nach innen oder außen drehen oder mehr als 45 Grad beugen.
  • Das kranke Bein nicht überkreuzen!
  • Den Oberkörper nicht mehr als 45 Grad beugen.
  • Bitte Strümpfe und Schuhe durch Pflege anziehen lassen.
  • Nutzen Sie bei Toilettengängen immer eine Toilettensitzerhöhung.
  • Jederzeit können Sie eine Schmerzmedikation anfordern. Bei plötzlicher Änderung der Schmerzintensität bitte den Arzt informieren

Vorsorgevollmacht

Was wird, wenn ich nicht mehr bestimmen kann?

  • Patientenverfügung,
  • Vorsorgevollmacht,
  • Betreuungsverfügung.

Stets geht es darum, im Vollbesitz der geistigen Kräfte festzulegen, welche Behandlungsmaßnahmen gewollt sind oder wie soziale und rechtliche Belange im Sinne des Patienten zu regeln sind und welche Person diesen Willen im Falle fehlender Selbstbestimmungsmöglichkeit zu vertreten hat.

Die moderne Intensivmedizin kann viel bewirken. Dennoch gibt es in Grenzbereichen immer wieder schwierige Entscheidungen z.B. über künstliche Ernährung, Fortsetzung einer Beatmung, Blutwäsche oder Durchführung anderer Lebensverlängernden Maßnahmen. Nach der neuen Rechtsprechung ist der Arzt verpflichtet, den Willen des Patienten oder seines Betreuers unbedingt zu beachten.

Über die verschiedenen Möglichkeiten der verbindlichen Willensäußerung informieren wir Sie und Ihre Angehörigen gerne. Die Achtung des Patientenwillens ist uns selbstverständlich und Grundlage unserer Arbeit.

Die Mitarbeiterinnen der Pflege- und Sozialberatung können Ihnen zudem Vordrucke und Informationsmaterialien für eine Patientenverfügung anbieten.

 

Umgang mit Demenzpatienten

Das ist beim Umgang mit Demenzpatienten wichtig:

  • Sprechen Sie in einfachen, kurzen Sätzen.
  • Sprechen Sie langsam, aber deutlich und bestimmt.
  • Lassen Sie den Patienten Zeit zu reagieren.
  • Wiederholen Sie wichtige Informationen bei Bedarf.
  • Diskutieren Sie nicht mit den Patienten.
  • Ignorieren Sie Anschuldigungen.
  • Seien Sie geduldig.
  • Sorgen Sie für Beständigkeit und Routine im Tagesablauf.
  • Einfache Regeln und feste Gewohnheiten helfen.
  • Veränderungen so langsam wie möglich.
  • Uhr, Kalender und Orientierungstafeln für Räume helfen.
  • Sorgen Sie für ausreichende Beleuchtung.
  • Loben Sie für jede selbständige Tätigkeit.
  • Vermeiden Sie Überforderungen (Lärm, Gedränge, Unruhe).
  • Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
  • Streben Sie täglich leichte körperliche Aktivität an (Spaziergang/Gymnastik).