Schmerztherapie für Erwachsene - Manuelle Medizin

Kopfschmerzzentrum

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen überhaupt. In Deutschland leiden rund 70 % der Menschen zumindest gelegentlich an Kopfschmerzen – viele davon regelmäßig. Während manche Anfälle rasch wieder abklingen, entwickeln sich bei anderen Betroffenen chronische Beschwerden, die den Alltag, die Arbeit und die Lebensqualität stark beeinträchtigen können.

Im Kopfschmerzzentrum am Sana Klinikum Lichtenberg stehen Sie als Patient:in im Mittelpunkt. Wir wissen, dass jeder Schmerz individuell ist – und genau so individuell sollte auch die Behandlung sein. In unserer Klinik vereinen wir neurologische, manualmedizinische und schmerztherapeutische Kompetenz zu einem gemeinsamen Ziel: Ihre Beschwerden verstehen, wirksam lindern und Ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern.

Unser interdisziplinäres Team aus Ärzt:innen, Psychotherapeut:innen, Bewegungstherapeut:innen, Pflegefachkräften und dem Sozialdienst arbeitet eng zusammen. Wir entwickeln für Sie ein persönliches Behandlungskonzept, das die modernsten Erkenntnisse der Schmerzforschung, der Manuellen Medizin und der Verhaltenstherapie miteinander verbindet.

Wir sind auf die vielseitigen Ursachen von Kopfschmerzen spezialisiert und helfen Ihnen gerne weiter. Jetzt unverbindliche Anfrage stellen.

Ursachen von Kopfschmerzen

Kopfschmerzen sind keine eigenständige Erkrankung, sondern zunächst ein Symptom – sie können viele Ursachen haben. Grundsätzlich unterscheidet man primäre Kopfschmerzen, die ohne erkennbare andere Grunderkrankung entstehen, und sekundäre Kopfschmerzen, bei denen eine konkrete Ursache wie eine Entzündung, Verletzung, Fehlhaltung oder Gefäßerkrankung zugrunde liegt.

Bei vielen Patient:innen wirken mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen. Häufig bestehen muskuläre Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich, Fehlhaltungen, Stress, hormonelle Schwankungen oder Reizüberflutung. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente, Schlafmangel oder eine Fehlfunktion des Kiefergelenks (CMD) können Kopfschmerzen verstärken.

Im Kopfschmerzzentrum führen wir eine umfassende schmerzdiagnostische Untersuchung durch, um die individuellen Ursachen zu identifizieren und eine passende Therapie einzuleiten.

Arten von Kopfschmerz

Spannungskopfschmerz

Der Spannungskopfschmerz ist die häufigste Kopfschmerzform. Betroffene beschreiben einen dumpf-drückenden Schmerz, der meist beidseitig auftritt und sich wie ein „Band um den Kopf“ anfühlt. Häufig sind muskuläre Verspannungen im Nacken und Schultergürtel beteiligt.
Ursächlich wirken körperliche und seelische Faktoren zusammen – Stress, Angst, Überforderung, aber auch eine Fehlhaltung am Arbeitsplatz oder eine unzureichende Bewegung des Schulter-Nacken-Bereichs.

Behandlung:
Im Kopfschmerzzentrum werden Spannungskopfschmerzen multimodal behandelt. Dazu gehören Entspannungstechniken, manuelle und physiotherapeutische Verfahren, Wärmeanwendungen, Ausgleichsübungen sowie psychologische Strategien zur Stressbewältigung. Medikamente können kurzfristig eingesetzt werden, stehen aber nicht im Mittelpunkt der Therapie.

Migräne

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch anfallsweise auftretende, meist einseitige Kopfschmerzen äußert, begleitet von Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit. Manche Betroffene erleben vorher eine sogenannte Aura mit Sehstörungen oder Kribbelgefühlen.
Neben genetischer Veranlagung spielen Triggerfaktoren eine wichtige Rolle – etwa hormonelle Schwankungen, Stress, Schlafrhythmusänderungen, Wetterumschwung oder Nahrungsmittel.

Behandlung:
In der Akuttherapie kommen spezifische Migränemedikamente (z. B. Triptane) zum Einsatz. Für die Prophylaxe stehen moderne Arzneimittel (z. B. CGRP-Antikörper), aber auch nichtmedikamentöse Maßnahmen zur Verfügung. Besonders wichtig ist die Kombination aus medikamentöser und aktiver Therapie: Bewegung, Ausdauertraining, Entspannungsverfahren, Schlafhygiene und eine angepasste Tagesstruktur.
Viele Migränepatient:innen profitieren zudem von manualmedizinischen Techniken im Nackenbereich, wenn dort Funktionsstörungen als Trigger wirken

Zervikogener Kopfschmerz

Bei zervikogenen Kopfschmerzen liegt die Ursache nicht im Kopf selbst, sondern in der Halswirbelsäule. Eine Fehlfunktion von Muskeln, Gelenken oder Nerven im Nacken kann Schmerzsignale auslösen, die als Kopfschmerz wahrgenommen werden. Häufig gehen sie mit Bewegungseinschränkungen, Schwindel oder einem „druckenden Nackenziehen“ einher.

Wie Nackenverspannung und Kopfschmerz zusammenhängen:
Die Nerven der oberen Halswirbelsäule stehen über Verschaltungen im Rückenmark in enger Verbindung mit dem Trigeminusnerv, der große Teile des Kopfes sensibel versorgt. Eine Störung im Nacken kann daher Kopf- und Gesichtsschmerz auslösen – ein klassisches Beispiel für übertragene Schmerzen.

Behandlung:
Manuelle Medizin, Physiotherapie, gezielte Bewegungsübungen und Wärmebehandlungen bilden den Schwerpunkt. In manchen Fällen kommen auch lokale Injektionen oder Elektrotherapie zum Einsatz.

Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen

Clusterkopfschmerzen zählen zu den seltenen, aber extrem heftigen Kopfschmerzen. Sie treten einseitig auf, meist hinter dem Auge, mit Begleitsymptomen wie tränendem Auge, Naselaufen und innerer Unruhe. Die Attacken kommen in „Clustern“ – also gehäuft über Wochen – und klingen dann wieder ab.

Behandlung:
Die Therapie besteht aus akuten Sauerstoffinhalationen, Medikamenten zur Attackenunterbrechung und vorbeugenden Maßnahmen. Die psychologische Begleitung ist ebenfalls bedeutsam, da die Attacken stark belastend sind.

Clusterkopfschmerzen können in unserem Therapiesetting leider nicht behandelt werden.

Trigeminusneuralgie

Diese Form des Gesichtsschmerzes entsteht durch eine Reizung oder Schädigung des fünften Hirnnerven (N. trigeminus). Typisch sind blitzartig einschießende, sekundenkurze Schmerzen im Gesicht, ausgelöst durch Berührung, Kälte oder Bewegung.
Neben medikamentösen Verfahren (z. B. Antikonvulsiva) kommen auch gezielte Injektionen und manuelle Entlastungstechniken im Kiefer- und Nackenbereich in Betracht.

Chronische Kopfschmerzen

Wenn Kopfschmerzen an mehr als 15 Tagen pro Monat über mindestens drei Monate auftreten, spricht man von chronischen Kopfschmerzen. Häufig besteht eine Kombination verschiedener Kopfschmerzarten – etwa Migräne und Spannungskopfschmerz gleichzeitig.

Chronische Kopfschmerzen entstehen durch eine Veränderung der Schmerzverarbeitung im Nervensystem („Schmerzgedächtnis“). Hier greift die multimodale Schmerztherapie, bei der körperliche, seelische und soziale Faktoren gemeinsam behandelt werden.

Medikamente bei Kopfschmerzen

Akute Schmerzmittel können helfen – aber zu häufige Einnahme kann selbst Kopfschmerzen verursachen.
Ein sogenannter medikamenteninduzierter Kopfschmerz entsteht, wenn Schmerzmittel an mehr als 10–15 Tagen im Monat eingenommen werden. Der Körper reagiert dann paradoxerweise mit verstärkten Beschwerden.

Unsere Ärzt:innen helfen Ihnen, die Medikation zu überprüfen, sicher zu reduzieren und alternative Strategien zu entwickeln.

 

Behandlung im Kopfschmerzzentrum Berlin

Multimodale Schmerztherapie

Im Kopfschmerzzentrum bieten wir ein ganzheitliches, multimodales Konzept an – stationär oder teilstationär in der Tagesklinik. Das bedeutet: Ärztliche, physiotherapeutische, psychologische und physikalische Verfahren wirken gleichzeitig, abgestimmt und zielgerichtet zusammen.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die enge Abstimmung im Team: In regelmäßigen Visiten, interdisziplinären Konferenzen und Patientengesprächen werden Fortschritte dokumentiert, Therapieziele angepasst und Empfehlungen für die Zeit nach dem Aufenthalt erstellt.

Ziele der multimodalen Schmerztherapie sind:

  • Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung
  • Wiedererlangung der Selbstwirksamkeit
  • Reduktion von Angst und Schonverhalten
  • Verbesserung von Schlaf, Stimmung und Lebensqualität
Manuelle Medizin

Ein Schwerpunkt unserer Klinik ist die Manuelle Medizin, die Funktionsstörungen im Bewegungssystem gezielt diagnostiziert und behandelt. Bei Kopfschmerzpatient:innen werden häufig Blockierungen der oberen Halswirbelsäule, Muskelverspannungen oder Fehlbewegungen im Kiefer- und Schultergürtel festgestellt.
Durch spezifische Handgriffe und Mobilisationen können diese Störungen gelöst werden – die Nackenbeweglichkeit verbessert sich, und Kopfschmerzattacken treten seltener auf.

Physiotherapie und Bewegungstherapie

Aktive Bewegung ist ein zentrales Element jeder Schmerztherapie. Unter physiotherapeutischer Anleitung lernen Patient:innen, verspannte Muskulatur zu lösen, den Schulter-Nacken-Bereich zu stabilisieren und Haltungsmuster zu verbessern.

In der Sporttherapie werden Übungen vermittelt, die auch zu Hause weitergeführt werden können – individuell angepasst an Belastbarkeit und Schmerzverlauf. Regelmäßiges Training stärkt die Ausdauer und hilft, Rückfällen vorzubeugen.

Physikalische Therapie

Wärme, Kälte, Strom, Licht oder Unterdruck – physikalische Reize beeinflussen die Schmerzwahrnehmung und Durchblutung. Wärmepackungen oder warme Bäder lösen verspannte Muskulatur, Kälteanwendungen wirken entzündungshemmend.
Auch Elektrotherapie (z. B. TENS) kann die körpereigene Schmerzhemmung aktivieren und die Weiterleitung von Schmerzsignalen reduzieren.

Akupunktur und Naturheilverfahren

Akupunktur hat sich bei chronischen Kopf- und Rückenschmerzen als wirksam erwiesen. Sie kann die Schmerzwahrnehmung verändern und entspannend wirken. Auch Schröpfen, pflanzliche Präparate und Entspannungsbäder gehören zu den ergänzenden Verfahren, die individuell eingesetzt werden.

Psychologische Schmerztherapie

Schmerz betrifft immer Körper und Seele. Im psychologischen Teil der Therapie werden Gedanken, Einstellungen und Verhaltensmuster reflektiert, die Schmerzen verstärken oder aufrechterhalten können. Verhaltenstherapeutische Methoden helfen, Angst und Katastrophisieren zu verringern, Selbstvertrauen und Aktivität zu fördern.
Ziel ist es, den Schmerz besser zu verstehen – und damit besser zu beeinflussen.

Entspannungs- und Achtsamkeitstraining

Viele Patient:innen berichten, dass Kopfschmerzattacken in Stressphasen zunehmen. Techniken wie Progressive Muskelentspannung, Atemübungen, Yoga, Tai-Chi oder Achtsamkeitsmeditation fördern die innere Ruhe und helfen, Anspannung und Schmerz zu regulieren.

Ihr Aufenthalt in der Multimodalen Schmerztherapie

Vor Beginn der Behandlung erfolgt eine ausführliche interdisziplinäre Diagnostik, bestehend aus ärztlichem Einzelgespräch mit Erhebung einer ausführlichen Schmerzanamnese und eingehender Untersuchung mit Beurteilung der orthopädischen, manualmedizinischen und neurologischen Befunde sowie psychotherapeutischer Einschätzung. Gemeinsam mit Ihnen definieren wir individuelle Therapieziele.

Während des Aufenthalts profitieren Sie von einem klar strukturierten Therapieplan mit festen Einheiten aus aktiven Bewegungsinhalten, Entspannung, Schulung und Einzelterminen.
Zum Abschluss erhalten Sie Empfehlungen für die häusliche Weiterführung, ggf. mit ambulanter Physiotherapie, Psychotherapie oder medikamentöser Begleitung sowie einem individuellen Eigenübungsprogramm.

Kontakt

Sie leiden unter wiederkehrenden oder chronischen Kopfschmerzen und möchten eine wirksame, ganzheitliche Behandlung beginnen? Das Team des Multimodalen Schmerztherapie am Sana Klinikum Lichtenberg steht Ihnen zur Seite.
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📞 Telefon: +49 (0)30 5518-4257