Lungenerkrankungen FAQ - Antworten auf die häufigsten Fragen

Was sind Auslöser von Lungenerkrankungen, wie kann ich sie vermeiden?

Auslöser für eine Vielzahl von Krankheiten - nicht nur Lungenerkrankungen - und damit Risikofaktor Nummer Eins ist nach wie vor das Rauchen. Lungenkarzinome sowie die Entwicklung von Lungenemphysem und COPD sind häufig unmittelbar mit dem Rauchen assoziiert. Nichtrauchen ist somit die wirksamste Prävention. Von großer Bedeutung ist daher die Aufklärung bereits im Schulalter, sprich die primäre Prävention, beziehungsweise eine entsprechende Tabakentwöhnung. Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, genügend Schlaf und regelmäßiger Bewegung trägt ferner zur allgemeinen Stärkung des Immunsystems bei.

Soll ich trotz Lungenerkrankung regelmäßig Sport machen?

Häufig leiden Patienten mit Lungenerkrankungen unter Atemnot, was dazu führen kann, dass Sport und körperliche Bewegung eher vermieden werden. Die Folgen sind eine Schwächung von Herz, Kreislauf und Muskulatur und dadurch bedingt eine Abnahme der Lebensqualität. Der Bewegungsradius wird im körperlichen aber auch im sozialen Sinne immer kleiner. Bewegung auf der anderen Seite trägt dazu bei, Krankheiten aktiv vorzubeugen beziehungsweise bereits vorhandene Erkrankungen zu lindern oder ihren Fortgang zu bremsen. Besonders Menschen mit chronischen Lungenkrankheiten wie Asthma oder COPD können durch sportliche Betätigung Atemnot reduzieren, ihr gesundheitliches Befinden verbessern und wieder ein aktiveres Leben führen. Rehamaßnahmen oder auch Lungensportgruppen leisten hier unter anderem einen sehr wichtigen Beitrag.

Welche Therapieoptionen habe ich bei weit fortgeschrittenen Lungenerkrankungen?

Patienten mit fortgeschrittenen Lungenerkrankungen leiden oftmals unter Atemnot, Husten und Auswurf. Häufig ist dann die Versorgung mit einer Heimsauerstofftherapie notwendig; bei bestimmten Krankheitsbildern gegebenenfalls auch die Einleitung einer Heimbeatmung. Für Patienten mit fortgeschrittenem Emphysem beziehungsweise COPD gibt es ferner sowohl operative als auch endoskopische Methoden zur Lungenvolumenreduktion. In einigen Fällen ist auch eine Lungentransplantation zu erwägen.

Wie kann ich Allergien behandeln?

Bei manchen Allergien ist es möglich, den Kontakt mit den auslösenden Allergenen zu meiden oder die Exposition deutlich zu reduzieren. Beispielweise ist bei einer Hausstaubmilbenallergie das Anwenden von milbendichten Bettüberzügen, sogenannte Encasings, essentiell. Andere Optionen sind Medikamente, wie beispielsweise Antihistaminika oder lokal angewandte Kortisonpräparate, zur symptomatischen Therapie. Ferner stehen zur langfristen Behandlung der Allergieursache eine Vielzahl von Schemata zur spezifischen Immuntherapie, sei es als Spritze oder sublingual, zur Verfügung.

Wie funktioniert eine Hyposensibilisierung?

Bei einer Hyposensibilisierung wird ein Allergen oder eine Allergenmischung, deren ursächlicher Bezug zu den Beschwerden eindeutig belegt ist, regelmäßig und über einen längeren Zeitraum in aufsteigender Dosierung appliziert. Das Immunsystem wird so an das Allergen „gewöhnt“. Dies erfolgt in Deutschland meist als subkutane Therapie, das heißt in Form einer Spitze, und in der Regel im vierwöchentlichen Abstand. Darüber hinaus gibt es auch Schemata zur sublingualen Therapie; hier wird das Allergen täglich als Tropfenlösung unter der Zunge appliziert. All diese Schemata sollten nur unter Aufsicht von allergologisch erfahrenen Ärzten angewandt werden.

Kann aus einer Allergie eine chronische Atemwegserkrankung wie Asthma entstehen?

Allergien führen nicht selten zu akuten Atemproblemen beispielsweise in Form von einer behinderten Nasenatmung oder reizenden Hustenattacken. Wenn sich diese allergischen Symptome in tiefere Bereiche der Atemwege verlagern und eine chronische Ausprägung annehmen, spricht man von einem sogenannten Etagenwechsel. Bei Patienten mit Heuschnupfen befinden sich die Allergene beispielsweise im Bereich der oberen Atemwege. Wird die Allergie in diesem Stadium nicht behandelt, verlagern sich die Allergene auf die inneren Atemorgane. Nach Angaben der WHO gehört Heuschnupfen damit zu einem der größten Risikofaktoren für die Entwicklung von Asthma bronchiale. Wir empfehlen daher jedem Allergiker, sich frühzeitig adäquat behandeln zu lassen.

Wie behandelt man Asthma? Was mache ich bei einem Asthmaanfall?

Standardtherapie ist die inhalative Therapie mit Sprays, Pulvern etc. In bestimmten Fällen schweren Asthmas ist außerdem die Therapie mit Biologicals sinnvoll. Das sind Antikörper, die direkt in die Entzündungskaskade eingreifen. Beim akuten Asthmaanfall gibt es zusätzlich Bedarfs- oder Notfallsprays, die jeder Asthmatiker zuhause haben sollte. Werden die Beschwerden nicht besser, ist natürlich der rasche Weg in die Klinik beziehungsweise eine notärztliche Versorgung notwendig.

Sind Schnarchen und Atempausen gefährlich? Gibt es einen Zusammenhang mit anderen Erkrankungen, wie beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Schnarchen ist eine Volkskrankheit, ab dem 65. Lebensjahr sind 40 bis 50% der Menschen betroffen. Das so genannte primäre Schnarchen ist durch laute Atemgeräusche, die im Schlaf in den oberen Atemwegen entstehen, gekennzeichnet. Es stellt an sich keine Gefahr für die Gesundheit dar und muss deswegen in den meisten Fällen nicht behandelt werden. Unregelmäßiges, lautes Schnarchen kann jedoch auf eine ernstzunehmende Atmungsstörung bis hin zum Schlafapnoe-Syndrom hinweisen. Bei diesem sind die Atemwege so verengt, dass die Atmung nicht nur deutlich erschwert ist, sondern sogar vollständig aussetzt. Die Folge sind konsekutive Weckreaktionen, die die Atemaussetzer zwar beenden, aber den Schlaf nachhaltig stören. Der Patient empfindet den Schlaf als unruhig und nicht erholsam. Tagesmüdigkeit bis hin zum Sekundenschlaf sind die Folge - die Unfallhäufigkeit steigt damit auf das Siebenfache. Im Rahmen der Weckreaktionen werden außerdem Stresshormone ausgeschüttet; damit verbunden ist ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Hypertonie und koronarer Herzkrankheit. Bei Verdacht auf eine Schlafapnoe sollte daher unbedingt eine weiterführende Diagnostik, beispielsweise beim Lungen- oder HNO-Arzt, erfolgen.

Wie wird ein Schlafapnoe-Syndrom behandelt?

Um Atemstillstände zu minimieren, wird bei einer mittleren oder schweren Schlafapnoe klassischerweise eine CPAP-Therapie eingesetzt. Das heißt, die Patienten schlafen mit einer Atemmaske, die für einen Überdruck auf die Atemwege sorgt und dadurch die Verengung der Atemwege und folglich die Atemaussetzer verhindert. In Einzelfällen stehen auch operative Optionen zur Verfügung. Allgemeine schlafhygienische Maßnahmen wie der Verzicht auf Alkohol und Nikotin, das Einhalten des Normalgewichts und das Meiden der Rückenlage als Schlafposition wirken sich darüber hinaus günstig aus.

Was ist eine Bronchoskopie? Wozu dient sie?

Eine Bronchoskopie ist eine Spiegelung der Atemwege, die ambulant oder stationäre mit örtlicher Betäubung oder einer Kurznarkose durchgeführt wird. Sie kann sowohl zur Behandlung als auch zur Diagnosefindung nötig sein. Der Handlungsspielraum reicht dabei vom Absaugen von Bronchialsekreten bei chronischen Infekten bis zur Entnahme von Gewebeproben zur Diagnose von Lungenerkrankungen. Mit speziellen Verfahren können auch Tumoren aus dem Bronchialsystem abgetragen werden.

Was ist ein EBUS?

Hierunter versteht man einen sogenannten endobronchialen Ultraschall, ein besonders schonendes bildgebendes Verfahren. Mit einem speziellen Bronchoskop, an dem eine dünne Ultraschallsonde sitzt, kann durch die Bronchialwände quasi durchgesehen werden. So sieht man auch Veränderungen, die nicht direkt im Bronchialsystem liegen.