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BrustkrebsWas die Diagnose heute bedeutet und wie Patientinnen damit umgehen können

Die Diagnose Brustkrebs ist für Frauen auch heute noch – allein durch den Begriff „Krebs“ – mit vielen Ängsten verbunden. Mittlerweile zeigen die Fortschritte in der Medizin aber gute Perspektiven für einen positiven Verlauf der Therapie, erklärt Dr. Margarita Achnoula, Sektionsleitung Senologie an den Sana Kliniken Duisburg, im Interview.

Was bedeutet heute die Diagnose Brustkrebs?

Brustkrebs, im Fachjargon auch Mammakarzinom genannt, ist mit etwa 30,5 Prozent zwar die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in allen Staaten der industrialisierten Welt, die Zahl der Sterbefälle sinkt jedoch seit einigen Jahren. Und das, obwohl ein Anstieg bei den Neuerkrankungen verzeichnet wird. Das Mammakarzinom ist heute erfolgreicher behandelbar als früher – mit gezielteren und oft weniger belastenden Methoden. Die Heilungsrate ist in den letzten zehn Jahren durch eine verbesserte Früherkennung, neue operative, strahlentherapeutische und medikamentöse Therapiekonzepte und die interdisziplinäre Betreuung in den Brustzentren gestiegen. Immer mehr Frauen, die an Brustkrebs erkranken, sterben also nicht daran. Die Überlebensrate für fünf Jahre nach der Diagnose liegt bei über 81 Prozent der Patientinnen, die Tendenz ist steigend.

Wie können Brustkrebs-Patientinnen mit der Diagnose umgehen?

Jede Frau geht mit der Diagnose Brustkrebs natürlich unterschiedlich um. Aber fast alle kommen irgendwann an den Punkt, sich zu fragen „Warum trifft es gerade mich?“. Aus der Erfahrung wissen wir, dass diese Frage oftmals Schuldgefühle beinhaltet, die Erkrankung durch eigenes Verhalten provoziert zu haben. Dann ist für uns wichtig, die Botschaft zu vermitteln, dass die Patientin keine Schuld trägt. Außerdem betonen wir immer, wie wichtig es ist, dass Betroffene diese „Herausforderung“ annehmen, die unverschuldete Tumorerkrankung zu bekämpfen. Ziel dabei ist es, dass Brustkrebs-Patientinnen die verschiedenen Therapiemöglichkeiten, sogar die Chemotherapie, als „Verbündete“ sehen sollten. Natürlich immer mit der Begleitung und voller Unterstützung des behandelnden Teams.

Welche Möglichkeiten zur Unterstützung gibt es?

In den letzten Jahren konnte ein Netzwerk an Unterstützung für Frauen mit Brustkrebs etabliert werden, das die medizinische Behandlung begleitet und unterstützt. Hier stehen insbesondere die Möglichkeiten der psychoonkologischen Betreuung und der Kontakt zu Selbsthilfegruppen im Mittelpunkt. Ergänzend kommen Angebote wie Kunsttherapie, Kosmetikseminare und unterstützende Hilfen für den Alltag eine große Bedeutung zu. Dazu gehören zum Beispiel die Herzkissen der „Selbsthilfe für Frauen nach Krebs“. Den Brustkrebs-Patientinnen während und nach der Therapiephase ein hohes Maß an Wertschätzung durch diese Begleitung zu geben, ist auch eine Herzensangelegenheit von Dr. Margarita Achnoula und ihrem Team in den Sana Kliniken Duisburg.

Kontakt

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Dr. Margarita Achnoula

Sektionsleitung Senologie, Sana Kliniken Duisburg

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