Anästhesie und IntensivmedizinFort- und Weiterbildung

Weiterbildungsermächtigungen

  • Arzt für Anästhesiologie für 5 Jahre
  • Spezielle anästhesiologische Intensivmedizin für 2 Jahre
  • Zusatzbezeichnung Notfallmedizin

Das Gebiet Anästhesiologie umfasst die Allgemein-, Regional- und Lokalanästhesie einschließlich deren Vor- und Nachbehandlung, die Aufrechterhaltung der vitalen Funktionen während operativer und diagnostischer Eingriffe sowie intensivmedizinische, notfallmedizinische und schmerztherapeutische Maßnahmen.

Weiterbildungsziel

Ziel der Weiterbildung ist die Erlangung der Facharztkompetenz nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.

Ärztliche Weiterbildung in der Anästhesie

Die Weiterbildung in Hameln orientiert sich an der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Niedersachsen vom 27.11.2004 (zuletzt geändert zum 01.02.2009). Entsprechend den allgemeinen Empfehlungen der DGAI werden allgemeine und spezielle Inhalte der Weiterbildung thematisiert.

Die Weiterbildung orientiert sich flexibel am Ausbildungsstand des Mitarbeiters. Dieses ist bedeutsam, weil es z.B. bei Berufsanfängern wesentlich mehr Informationsbedürfnisse gibt als bei Kollegen, die in der Weiterbildung bereits fortgeschritten sind.

Zeitlicher Ablauf der strukturierten Weiterbildung

Der neue Mitarbeiter lernt zunächst alle Routinearbeitsbereiche und Kollegen kennen.

In den Einarbeitungs- und Entscheidungsprozess sind die Fach-/Oberärzte einbezogen, die auch später im Rahmen des Bereitschaftsdienstes als Ansprechpartner (Rufdienst) zur Verfügung stehen.

(Weiterbildungsinhalte siehe Anhang) 

Weiterbildungsinhalte gemäß WBO

(zuletzt geändert am 01.02.2009)

Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

  • den Anästhesieverfahren
  • der Beurteilung perioperativer Risiken
  • Maßnahmen der perioperativen Intensivmedizin
  • der Behandlung akuter Störungen der Vitalfunktionen einschließlich Beatmungsverfahren und notfallmäßiger Schrittmacheranwendung
  • notfallmedizinischen Maßnahmen
  • der Hirntoddiagnostik einschließlich der Organisation der Organspende
  • der Betreuung palliativmedizinisch zu versorgenden Patienten
  • der Infusions- und Hämotherapie einschließlich parenteraler Ernährung
  • der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie einschließlich der perioperativen Medikation
  • psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen und psychosozialen Zusammenhängen
  • der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laboruntersuchungen und Einordnung der Ergebnisse in das Krankheitsbild
    Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren
  • Maßnahmen zur Behandlung akut gestörter Vitalfunktionen
  • Beatmungstechniken einschließlich der Beatmungsentwöhnung
  • Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich Legen von Drainagen und zentralvenösen Zugängen sowie Gewinnung von Untersuchungsmaterial
  • Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung
  • Elektrokardiogramme
  • selbständig durchgeführte Anästhesieverfahren, davon
    • im Gebiet Chirurgie
    • im Gebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe
    • bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum vollendeten 5. Lebensjahr
    • in wenigstens zwei weiteren operativen Fachgebieten
    • bei Eingriffen im Kopf-Hals-Bereich
    • rückenmarksnahe Regionalanästhesien
    • periphere Regionalanästhesien und Nervenblockaden
  • Mitwirkung bei Anästhesien höherer Schwierigkeitsgrade, davon
    • bei intrathorakalen Eingriffen
    • bei intrakraniellen Eingriffen

1. und 2. Weiterbildungsjahr

Eine Ärztin bzw. ein Arzt am Anfang der Weiterbildung wird zunächst als zweiter Anästhesist in der Unfallchirurgie und Allgemeinchirurgie eingeteilt, um unter Anleitung die Grundzüge der Allgemein- bzw. Regionalanästhesie zu erlernen. Daran schließt sich eine mehrmonatige Rotation in die Bereiche Frauenklinik, Plastische Chirurgie und Urologie an. Nach ein bis eineinhalb Jahren nimmt der Arzt in Weiterbildung am Bereitschaftsdienst teil.

3. Weiterbildungsjahr

Im dritten Weiterbildungsjahr erfolgt der Einsatz als Stationsarzt auf der operativen Intensivstation. Auf der Intensivstation werden u. a. Hochrisikopatienten sowie schwerkranke Patienten mit Polytrauma, im septischen Schock oder speziellen Problemen behandelt. Auf dieser Station kommen sämtliche Beatmungstechniken sowie modernste cardiovasculäre Überwachungsverfahren zur Anwendung. Die Dokumentation erfolgt über ein modernes Patientendatenmanagementsystem.

4. und 5. Weiterbildungsjahr

Am Ende der Weiterbildung erwirbt der Mitarbeiter Erfahrungen und Fertigkeiten in der Anästhesie für Gefäßchirurgie, der HNO- und Zahn-Mund-Kiefer-Chirurgie sowie der Anästhesie für nichtoperative Maßnahmen. Zusätzlich erhält der Mitarbeiter Gelegenheit zu Hospitationen in Fachkliniken für Cardio- resp. Thoraxchirurgie sowie Neurochirurgie.

Während der gesamten Weiterbildung sammelt der Arzt in Weiterbildung Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in der Schmerztherapie und Bild gebenden Diagnostik, der Transfusionsmedizin, sowie der Notfall- und Rettungsmedizin. Nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit (24 Monate) sowie des Weiterbildungskurses und der geforderten Notarzt-Einsätze ist der Mitarbeiter berechtigt die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin bei der zuständigen Ärztekammer zu beantragen.

Angebote für Bewerber (Weiterbildung sowie interessierte Fachärzte)

  • Hilfe bei der Wohnraumsuche
  • Bewerber für die anästhesiologische Weiterbildung sowie interessierte Fachärzte können nach Anmeldung unverbindlich in den verschiedenen Bereichen der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin hospitieren, um Arbeitsstätte und Kollegen kennen zu lernen.
  • Der Chefarzt und die Oberärzte stehen für Anfragen jederzeit zur Verfügung.

Fort- und Weiterbildung

Es werden regelmäßig interne Fortbildungen durch Assistenzärzte, Oberärzte, Chefärzte und externe Referenten mit weiterbildungsrelevanten Inhalten durchgeführt.

Die Ärzte werden von der Geschäftsführung auf Antrag für den Besuch von notwendigen weiterbildungsspezifischen Seminaren und Workshops freigestellt und die Kosten für die Veranstaltungen übernommen.