Hypothyreose - SchilddrüsenunterfunktionFormen und Häufigkeit

Insgesamt gesehen zählt die Schilddrüsenunterfunktion zu den häufigsten hormonellen Erkrankungen. Von unzureichender Versorgung der Körperzellen mit Schilddrüsenhormonen oder einem Mangel an Schilddrüsenhormonen sind wenigstens ein Prozent der Bevölkerung betroffen, wobei die Häufigkeit mit dem Alter zunimmt.

Die Herstellung und Abgabe von Hormonen aus der gesunden Schilddrüse steht unter der Kontrolle mehrerer Gehirnanteile. Dort werden übergeordnete  Botenstoffe gebildet, die die Produktion und Abgabe von Schilddrüsenhormonen steuern.

Entsprechend der beteiligten Hirnareale werden drei Formen der Hypothyreose unterschieden:
 

Primäre Hypothyreose
Fehlende oder mangelhafte Produktion von Schilddrüsenhormonen bei krankhafter Schilddrüse

Sekundäre Hypothyreose
Fehlende Anregung zur Hormonproduktion bei krankhafter Hirnanhangdrüse

Tertiäre Hypothyreose
Fehlende Anregung zur Hormonproduktion bei krankhaftem Hypothalamus (Gehirnanteil)

 
Ein Defekt in der Funktion der Schilddrüse (primäre Hypothyreose) ist die mit Abstand häufigste Form der Schilddrüsenunterfunktion. Die sekundäre und tertiäre Hypothyreose sind extrem selten.
 

Bei der primären Hypothyreose unterscheidet man zwischen einer angeborenen und einer erworbenen Form.

Statistisch kommt etwa jedes 3000. Neugeborene mit einer angeborenen Hypothyreose zur Welt. Dank eines gesetzlich eingeführten Bluttests für alle Neugeborenen (Neugeborenen-Screening) wird die Schilddrüsenfunktion bereits zwischen dem dritten und fünften Lebenstag anhand einiger Tropfen Blut aus der Ferse untersucht. Denn Menschen mit einer vererbten Schilddrüsenunterfunktion leiden in der Regel ein Leben lang unter diesem Defekt, der sich so gut wie nie zurückbildet.

Die erworbene Hypothyreose ist relativ häufig. Gut ein Prozent der Gesamtbevölkerung bekommt im Laufe des Lebens eine Schilddrüsenunterfunktion. Dabei sind Frauen etwa fünf Mal häufiger betroffen als Männer.