Behandlungsablauf der Thermoablation von Schilddrüsenknoten

Detaillierter Ablauf der Thermoablation für Sie erklärt!

Die Patientin oder der Patient stellt sich zunächst in der Schilddrüsen-Sprechstunde vor. Für eine fachgerechte Beratung benötigen wir:

  • medizinische Befragung des Patienten (Anamnese)
  • klinische ärztliche Untersuchung
  • Bestimmung der Schilddrüsenwerte im Blut
  • Ultraschalluntersuchung des Halses
  • eventuell eine Szintigrafie der Schilddrüse
  • eventuell weitere Untersuchungen (zum Beispiel Punktionsbefund, Tumorszintigrafie etc.)

Die gezielte Befragung und die ärztliche Untersuchung der Patientinnen und Patienten erfolgen in der Schilddrüsen-Sprechstunde. Auch eine Ultraschalluntersuchung und eine Blutabnahme können ohne Vorbereitung durchgeführt werden. Bei anderen benötigten Untersuchungen wie einer Szintigrafie oder einem Punktionsbefund ist das nicht möglich. Daher werden solche Untersuchungen in der Regel schon vorab von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten durchgeführt, sodass sich die Betroffenen schon mit den fertigen Befunden in der Schilddrüsen-Sprechstunde vorstellen.

Entscheiden sich die Patientinnen und Patienten für eine Thermoablation, kann dann auch unmittelbar mit der Planung und Vorbereitung begonnen und ein Therapie-Termin vereinbart werden.
Die Operateure führen eine Thermoablation genauso gewissenhaft durch wie eine Schilddrüsenoperation. Daher erfolgt die Ablation unter stationären Bedingungen im Beisein eines Anästhesie-Teams unter absolut sterilen Bedingungen im Operationssaal.

Vorbereitung und Durchführung der Thermoablation
Die prästationäre Vorbereitung umfasst die OP-Aufklärung durch den Chirurgen, die Anästhesie-Aufklärung und Prämedikation durch Narkoseärzte, die Überprüfung der Stimmbandfunktion durch HNO-Ärzte und die Bestimmung wichtiger Blutwerte.

Die stationäre Aufnahme
Die Patientinnen und Patienten werden in der Regel am Morgen der Therapie in die stationäre Behandlung aufgenommen, bei weiter Anreise oder auf Wunsch ist auch eine Aufnahme am Vorabend möglich. Am Therapietag darf vor dem Eingriff nichts gegessen, getrunken und nicht geraucht werden.

Abläufe rund um die Thermoablation

Unsere Patientinnen und Patienten haben rund um den Eingriff oftmals viele Fragen und Unsicherheiten. Damit der Ablauf der Thermoablation so nachvollziehbar wie möglich ist, haben wir im Folgenden die wichtigsten Fakten zusammengetragen.

Betäubung

Die Thermoablation erfolgt in der Regel in lokaler Betäubung in einem sogenannten Dämmerschlaf durch einen Narkosearzt. Durch den kurzen Dämmerschlaf bekommen Patientinnen und Patienten von der lokalen Betäubung und der Ablation nichts mit, sind aber nach der Ablation sofort wieder fit und ansprechbar.

Durchführung der Radiofrequenzablation

Zum Einführen der Ablationssonde ist eine kleine Punktion von etwa zwei Millimetern Durchmesser erforderlich. Die genaue Position richtet sich nach der Lage des Knotens und wird auch unter kosmetischen Gesichtspunkten festgelegt. Unter Ultraschallkontrolle wird die Therapiesonde zentral in dem Knoten platziert und dort ein gezielter Wechselstrom abgegeben. Die Behandlung selbst dauert in der Regel nur wenige Minuten. Danach wird die Punktionsstelle mit einem kleinen Klammerpflaster verbunden.

Weiterer Verlauf am Therapietag

Unmittelbar nach der Ablation werden die Patientinnen und Patienten in ihrem Bett wieder auf die Station gebracht. Die lokale Betäubung hält noch mehrere Stunden an, sodass zunächst keine Schmerzen zu erwarten sind. Zusätzlich erhalten die Patientinnen und Patienten für die ersten 24 Stunden ein leichtes Schmerzmittel in Tablettenform. Zur Vorbeugung und Linderung von Schwellungen wird der Hals mit einer Eiskrawatte gekühlt. Bei glattem Verlauf kann bereits wenige Stunden nach der Thermoablation wieder getrunken, gegessen und beim ersten Mal noch in Begleitung einer Pflegekraft aufgestanden und die Toilette benutzt werden. Anschließend sind keine speziellen Limitationen erforderlich. Zur Vermeidung von Blutergüssen und Schwellungen sollten sich die Patientinnen und Patienten körperlich noch schonen.

Der Tag nach der Thermoablation

Am nächsten Morgen erfolgt eine ärztliche Visite mit einer Kontrolle des Lokalbefundes und einer Blutuntersuchung.

Die Entlassung

Bei regelrechtem Verlauf können die Patienten danach bereits wieder aus der stationären Behandlung entlassen werden. Sie erhalten dann einen Arztbrief, einen eigenen Schilddrüsenpass und alle eventuell benötigten Rezepte und Bescheinigungen.

Wunde und Verband

Die Patientinnen und Patienten werden mit einem kleinen wasserabsto­ßenden Schutzpflaster entlassen und können mit die­sem kurz duschen. Je nach Bedarf kann das Schutz­pflaster selbst gewechselt werden. Das eigentliche Klammerpflaster wird in der Regel eine Wo­che nach der Operation entfernt. Das kann beim Haus­arzt oder in der Ambulanz erfolgen.

Ambulante Nachbehandlung

Der gewünschte Therapieeffekt, das heißt die Verkleinerung und im Idealfall die komplette Auflösung des Knotens, kann noch einige Wochen bis Monate dauern. Daher sind regelmäßige sonografische Verlaufskontrollen und bei bestimmten Erkrankungen auch Blutuntersu­chungen erforderlich. Diese Kontrollen übernimmt in der Regel der einweisende Nuklearmediziner, Endokri­nologe oder Hausarzt.

Körperliche Belastbarkeit

Bei glattem Verlauf können die Patientinnen und Patienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wieder an den normalen alltäglichen Aktivitäten teilnehmen. Bis zum Abschluss der zweiten Woche wird nach Möglichkeit noch eine körperliche Schonung empfohlen, anschließend sind in der Regel keine weiteren Einschränkungen mehr erforderlich. Dann kann auch wieder sauniert oder Sport getrieben werden.

Arbeitsunfähigkeit

Bei glattem Verlauf hängt die Dauer der Arbeitsunfähigkeit primär vom Befinden und der Berufstätigkeit der einzelnen Patientinnen und Patienten ab. Manche Betroffene wollen und dürfen schon unmittelbar nach der stationären Entlassung wieder arbeiten, andere brauchen etwas länger. Bei regelrechtem Verlauf beträgt die Dauer der Arbeitsunfähigkeit nach einer Thermoablation im Durchschnitt etwa eine Woche, bei speziellen Problemen, Komplikationen oder besonderen beruflichen Belastungen im Einzelfall kann die Dauer länger ausfallen.

Faltblatt zum Behandlungsablauf zum Download