ANOA-Präsident: „Mehr Kliniken, stärkerer Auftritt"
10. Jahresversammlung der ANOA zieht Bilanz und blickt auf die Herausforderungen der Krankenhausreform – Rekordhoch von 37 Mitgliedskliniken erreicht.
- Jahresversammlung und Krankenhausreform: Die 10. Jahresversammlung der ANOA fand in Berlin statt, wobei die Krankenhausreform ein zentrales Thema war. Die ANOA betonte die Notwendigkeit, ihre multimodalen Konzepte in den neuen Leistungsgruppen zu berücksichtigen, um die Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen zu sichern.
- Teilstationäre Versorgung und Qualitätssicherung: Die ANOA hat die Teilstationäre Versorgung in ihre Satzung aufgenommen und plant, das Qualitätssiegel ANOA-Cert entsprechend zu erweitern. Eine eigene Abrechnungsprozedur soll entwickelt werden, um die tagesklinische Behandlung weiter zu verbessern.
- Rekordhoch und Zusammenarbeit: Die ANOA verzeichnete 2024 ein Rekordhoch von 37 Mitgliedskliniken und arbeitet eng mit verschiedenen Fachgesellschaften zusammen. Die Vereinigung war auf zahlreichen Kongressen vertreten und plant, ihre Präsenz im kommenden Jahr weiter auszubauen.
In einer bewegten Zeit für die deutsche Kliniklandschaft fand am 21. und 22. November das zehnte Jahrestreffen der Arbeitsgemeinschaft nicht operativer orthopädischer manualmedizinischer Akutkliniken (ANOA) im Berliner Sana Klinikum Lichtenberg statt. Über siebzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Bereichen Medizin, Pflege, Psychologie, Funktionelle Therapie sowie aus der Verwaltung, deren 37 Kliniken dem ANOA-Verbund angehören, nahmen teil. Auch die Ehrenmitglieder Dr. Matthias Psczolla und Dr. Wolfram Seidel waren anwesend.
Ein zentrales Thema der Mitgliederversammlung und der Strategietagung war die Krankenhausreform. Seit 2023 hat das Präsidium durch gezielte Lobbyarbeit den Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages und weitere politische Entscheidungsträger darauf hingewiesen, dass die erfolgreichen, evidenzbasierten multimodalen Konzepte der ANOA in den geplanten Leistungsgruppen nicht berücksichtigt werden. Dies könnte die Unter- und Fehlversorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen des Bewegungssystems weiter verschärfen. Im Oktober 2024 warnten führende schmerzmedizinische Verbände zusammen mit der ANOA vor den Auswirkungen der geplanten Reform.
Während der Versammlung wurde bekannt, dass der Bundesrat die umstrittene Krankenhausreform gebilligt hatte. Dr. Jan Emmerich, ANOA-Beiratsmitglied, informierte die Mitgliedskliniken: „Wir müssen nun abwarten, wie es für die schmerzmedizinischen Konzepte weitergeht. Sobald der Grouper veröffentlicht ist und klar ist, welchen Handlungsspielraum die Länder haben, können wir die nächsten Schritte planen.“ Der Grouper, der alle stationären Fälle in 65 Leistungsgruppen einteilt, wird voraussichtlich im Januar zertifiziert vorliegen.
ANOA-Präsident Dr. Jan Holger Holtschmit betonte: „Wir sind gut vorbereitet und werden in enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern, den schmerzmedizinischen Verbänden, die nächsten Schritte festlegen.“
Ein weiteres zentrales Thema war die Weiterentwicklung des ANOA-Konzeptes für die tagesklinische Behandlung. Die AG Teilstationäre Versorgung des ANOA-Verbundes hat in den letzten Monaten relevante Qualitätskriterien erarbeitet. Die Mitgliederversammlung gab grünes Licht für die Teilstationäre Versorgung, die nun auch in die Satzung der ANOA aufgenommen wurde. Im Jahr 2025 soll das Qualitätssiegel ANOA-Cert um die Teilstationäre Versorgung ergänzt und eine eigene Abrechnungsprozedur entwickelt werden.
Die ANOA arbeitet eng mit mehreren Fachgesellschaften zusammen, darunter die AGR - Aktion Gesunder Rücken e. V., die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), die Interdisziplinäre Gesellschaft für orthopädische / unfallchirurgische und allgemeine Schmerztherapie (IGOST), die Deutsche Gesellschaft für Manuelle Medizin (DGMM), die Deutsche Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh) und die Deutsche Schmerzgesellschaft.
Im Jahr 2024 war die ANOA auf zahlreichen Kongressen vertreten, darunter der Deutsche Schmerz- und Palliativtag, die Osteologie 2024, die VSOU-Jahrestagung, der Deutsche Schmerzkongress und der Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. Für 2025 ist eine noch stärkere Kongressteilnahme geplant, einschließlich der Mitveranstaltung des Europäischen Kongresses Manuelle Medizin in Leipzig.
Die ANOA verzeichnete 2024 ein Rekordhoch von 37 Mitgliedskliniken. Dr. Jan Holger Holtschmit erklärte: „Diese großartige Entwicklung zeigt, dass die Kliniken die Vorteile der ANOA erkennen und schätzen. Je mehr Kliniken in der ANOA vereint sind, desto stärker ist unser Auftritt gegenüber Krankenkassen, dem Medizinischen Dienst und der Politik – zum Wohle der Patientinnen und Patienten.



Über ANOA
Seit 2002 hat sich die medizinische Versorgung in Deutschland durch das ANOA-Konzept stark verändert. Viele Kliniken arbeiten erfolgreich damit, und 37 Kliniken tragen das ANOACert-Siegel. Trotz Fortschritten bleibt Aufklärungsarbeit wichtig, da viele Patienten noch in anderen Abteilungen behandelt werden. Seit 2005 sind ANOA-Leistungen im DRG-System integriert, und das Konzept wird kontinuierlich aktualisiert. Eine ambulante Komplettversorgung nach ANOA-Kriterien wird angestrebt. Komplexe Erkrankungen des Bewegungssystems erfordern eine interdisziplinäre Diagnostik und multimodale Behandlung.
Über das Sana Klinikum Lichtenberg
Das Sana Klinikum Lichtenberg in der Trägerschaft der Sana Kliniken Berlin-Brandenburg GmbH ist ein akademisches Lehrkrankenhaus der Charité-Universitätsmedizin Berlin und ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung mit aktuell 661 Betten. Es verfügt über eine Notaufnahme, die Fachabteilungen Innere Medizin (Gastroenterologie, Kardiologie und Geriatrie), Allgemein- und Viszeralchirurgie, Orthopädie, Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Brustzentrum, Anästhesiologie und Intensivmedizin, Kinderchirurgie, Kinder- und Jugendheilkunde, Institut für Pathologie sowie Institut für Radiologie.