Bei Gelenkersatz: Mit Hightech und Rapid Recovery schnell zurück ins Leben
Wann ist ein künstliches Gelenk sinnvoll? Wie lässt sich eine Knieprothese möglichst präzise einsetzen? Und wie können Patient:innen nach der Operation schnell wieder mobil werden? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhielten die mehr als 60 Besucher:innen der Patientenakademie „Gelenkersatz – individuell und schonend“ Anfang September im Sana Klinikum Offenbach.
Professor Dr. med. Richard Sellei, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie, und Dr. med. Wolfgang Scior, Sektionsleiter Endoprothetik, gaben Einblicke in moderne Verfahren des Gelenkersatzes.
Arthrose ist die häufigste Ursache für einen Gelenkersatz. Dabei verschleißt der Gelenkknorpel zunehmend, so dass Schmerzen und Bewegungseinschränkungen entstehen können. Professor Sellei betonte in seiner Begrüßung: „Nur wenn alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind und die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen weiter zunehmen, kann ein künstliches Gelenk die richtige Therapie sein. Am Sana Klinikum Offenbach entscheiden wir gemeinsam mit den Patient:innen, ob und wann eine Operation sinnvoll ist.“
Millimetergenau auf das individuelle Gelenk abgestimmt
Dr. Scior zeigte in seinem Vortrag, wie moderne Navigation die Implantation einer Knieprothese unterstützt. Denn jedes Knie ist anders. Deshalb ist es wichtig, die individuelle Anatomie genau zu erfassen und die Prothese entsprechend zu positionieren. „Die computergestützte Navigation vermisst während der Operation wichtige anatomische Strukturen und unterstützt den Operateur dabei, die Knochenschnitte und die Positionierung des Implantats präzise umzusetzen“, erläuterte der Endoprothetik-Spezialist. Auch Beinachse und Bandspannung können dabei berücksichtigt werden.
„Unser Ziel ist es, das künstliche Gelenk möglichst genau und individuell zu positionieren“, so Dr. Scior. Die präzise Planung und Implantation sollen dazu beitragen, die Funktion des künstlichen Gelenks und damit die Lebensqualität der Patient:innen zu verbessern.
Dabei machte Dr. Scior auch deutlich, dass es bei einem erfolgreichen Gelenkersatz nicht nur auf die Operationstechnik ankommt. „Das richtige Implantat für den richtigen Patienten“ sei entscheidend. Neben der individuellen Anatomie spielen unter anderem die Auswahl des Implantats, die Operationstechnik, die Erwartungen der Patient:innen sowie die anschließende Rehabilitation eine wichtige Rolle.
Mit Rapid Recovery schneller mobil
Wie die Zeit nach der Operation gestaltet werden kann, erläuterte Professor Sellei anhand des Rapid-Recovery-Konzepts. Der Grundgedanke: Die schnelle Erholung beginnt nicht erst nach der Operation, sondern bereits bei der Vorbereitung.
Eine umfassende medizinische Vorbereitung und eine ausführliche Aufklärung sollen Patient:innen auf den Eingriff und die Zeit danach vorbereiten. „Eine moderne Schmerztherapie, möglichst schonende Operationsverfahren und eine frühzeitige Mobilisierung sorgen dafür, dass die Patient:innen schnell wieder aktiv werden können“, verdeutlichte Professor Sellei.
Ein wichtiger Bestandteil ist die Schmerztherapie: Zum Einsatz kommen unter anderem lokale Infiltrationsanästhesie und weitere Maßnahmen zur Reduzierung von Schmerzen und Blutverlust. Auch der Verzicht auf Wunddrainagen kann – wenn medizinisch möglich – Vorteile für die frühe Beweglichkeit und Mobilisierung haben. „Je früher ein Patient wieder auf die Beine kommt, desto besser“, sagte der Chefarzt. Deshalb würde man auch möglichst früh mit Physiotherapie starten. Zum Behandlungskonzept gehören unter anderem Gehtraining mit Unterarmgehstützen, Krankengymnastik sowie Wasser- und Gerätetraining.
Im Anschluss an die Vorträge nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit, mit den beiden Experten ins Gespräch zu kommen und persönliche Fragen zu stellen. Damit bot die Patientenakademie nicht nur spannende Einblicke in die Möglichkeiten moderner Gelenkchirurgie, sondern auch konkrete Orientierung für alle, die sich mit dem Thema Gelenkersatz beschäftigen.
Termine für die endoprothetische Sprechstunde können per Telefon oder per E-Mail vereinbart werden:
Tel.: 069 8405-3980
E-Mail: chirurgie2-sof@sana.de
Gaben Einblicke in moderne Verfahren des Gelenkersatzes: Professor Dr. med. Richard Sellei, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie (rechts), und Dr. med. Wolfgang Scior, Sektionsleiter Endoprothetik (links). Download und Copyright
Über das Sana Klinikum Offenbach
Das Sana Klinikum Offenbach ist ein akademisches Lehrkrankenhaus der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt und zählt zu den größten Klinikeinrichtungen der Rhein-Main-Region. Als Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 900 Planbetten verfügt das Klinikum über 27 Fachkliniken, 13 Institute und zertifizierte Fachzentren sowie die größte Notaufnahme Hessens. Etwa 3.000 Beschäftigte sorgen dafür, dass jährlich rund 37.000 stationäre und 90.000 ambulante Patient:innen mit den neuesten medizinischen Diagnose- und Therapiemethoden optimal versorgt werden. Unsere Beschäftigten erbringen ausgezeichnete Spitzenleistungen, arbeiten in effektiven und patientenorientierten Prozessen und mit modernster Medizintechnik. Als einer der größten Gesundheitsdienstleister in Deutschland verfügt Sana über verschiedene Business Units (Gesundheitsversorgung, Krankenhaus-Services und Gesundheit) und versorgt jährlich rund 2,2 Millionen Patient:innen nach höchsten Qualitätsansprüchen. Mehr als 35.500 Mitarbeitende an über 54 Standorten vertrauen bereits auf uns. Sie alle profitieren von einem Arbeitsumfeld mit abwechslungsreichen Herausforderungen und viel Raum für Eigeninitiative. Bei Sana können Sie sowohl eigene Schwerpunkte entwickeln als auch ein interdisziplinäres Netzwerk aufbauen.