Dahme-Spreewald,
16
September
2024
|
21:53
Europe/Amsterdam

Bundesgesundheitsminister hautnah

Beeindruckende Einblicke in den Krankenhausalltag im Klinikum Dahme-Spreewald

Zusammenfassung

• Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach und Brandenburgs Gesundheitsministerin Dr. Ursula Nonnemacher besuchen Klinikum Dahme-Spreewald

• Minister beeindruckt von Teamleistung im Klinikum Dahme-Spreewald

• Notfallversorgung als wichtiges Zukunftsthema für Achenbach Krankenhaus

Praxischeck im Klinikum Dahme-Spreewald: Wie ein Krankenhaus im ländlichen Raum die großen Herausforderungen der bevorstehenden Krankenhausreform meistern will, haben Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach und die brandenburgische Gesundheitsministerin Dr. Ursula Nonnemacher am Montag hautnah erfahren.

Die Krankenhausreform ist in aller Munde. Unterfinanzierung des Gesundheitssystems, steigender Fachkräftemangel im ärztlichen und pflegerischen Personal, steigende Anforderungen an die Versorgungsqualität durch die Patientinnen und Patienten, bürokratische Abläufe und Prozesse und ein hoher Investitionsrückstau aus den vergangenen Jahren – das ist die Realität in deutschen Krankenhäusern. Das Klinikum Dahme-Spreewald ist eines von ihnen. Und dennoch beispielgebend in Brandenburg. Das bestätigt auch Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach am Montag während seines Besuches. „Für unsere Krankenhaustour haben wir das Achenbach-Krankenhaus bewusst ausgewählt, weil Sie hier ein beispielgebendes System in der sektorenübergreifenden Versorgung zwischen ambulanter Patientenbetreuung innerhalb des Medizinischem Versorgungszentrums und der stationären Betreuung im Krankenhaus leben“, so der Bundesminister während seines Besuches. 

Lauterbach im Klinikum Dahme Spreewald

 

Im Gespräch mit Kinderärztin Dr. Anne Mösch informiert sich Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach über den Praxisalltag. Sie nutzt die Gelegenheit, um auf die fehlende Anzahl an ambulanten Kinderärzten hinzuweisen. Download und Copyright

Praktiker berichten aus dem Alltag

Während des Alltagschecks und dem Schulterblick treffen die Minister unter anderem Kinderarzt Dr. Oliver Polley. Er fasst die aktuelle Situation im Achenbach Krankenhaus in kurzen knappen Sätzen zusammen: „Ohne unser Krankenhaus wäre die Versorgung von kranken Kindern im gesamten Landkreis gefährdet. In 25 Betten betreuen wir Kinder aus Berlin und Brandenburg, die so krank sind, dass sie stationär aufgenommen werden müssen. Dazu kommen jährlich mehr als 5.000 Kindernotfälle, die in der Rettungsstelle vorgestellt werden. Teilweise fahren Eltern aus Berlin bis zu uns nach Königs Wusterhausen, um einen Kinderarzt zu konsultieren, wenn es den Jüngsten nicht gut geht“, berichtet er aus dem Alltag. Diesen Eindruck bestätigt auch Kinderärztin Dr. Anne Mösch, die seit Januar dieses Jahres als Kinderärztin im angeschlossenen Medizinischen Versorgungszentrum arbeitet. Innerhalb nur eines Quartals haben mehr als 1.400 junge Patienten die Fürsorge und medizinische Betreuung der Kinderarztpraxis in Anspruch genommen. Tendenz weiter steigend. „Schlichtweg gibt es zu wenig Kinderärzte. Wir müssen in Zukunft mehr Kinderärzte ausbilden und es ist unser großer Wunsch, dass dafür Anreize durch die Politik geschaffen werden“, erklärt Sie dem Bundesgesundheitsminister. 

Weiterbildung hat besondere Bedeutung für Klinikum

Die Weiterbildung von jungen Ärzten in die richtigen Bahnen zu bringen, ist eine der Hauptaufgaben von Beatrice Hertel. Sie ist Koordinatorin des Weiterbildungsnetzwerks Dahme-Spreewald, das es sich zur Hauptaufgabe gemacht hat, Ärzte in die Region Dahme-Spreewald zu holen. Ihre Arbeit als Netzwerkkoordinatorin konnte sie im Rahmen des Besuches präsentieren. Diese Anstrengung lobte auch Lauterbach. „Ganz klar: Die Wege, die dieses Krankenhaus auch in der Ausbildung geht, sind sehr gut. Die Weiterbildung werden wir auch in Zukunft unterstützen“, so der Bundesgesundheitsminister. Es müsse zum Selbstverständnis für Krankenhäuser und ambulante Einrichtungen gehören, junge Ärzte auszubilden. Nur so könne einer chronischen Unterversorgung der Menschen in einem Landkreis begegnet werden. Die Finanzierung der Weiterbildung müsse mit der Krankenhausreform anders gestaltet werden, erklärte der Minister. „Es kann nicht sein, dass Krankenhäuser, die nicht an der Weiterbildung teilneh­men gleich bezahlt werden, wie Krankenhäuser, die das tun."

Wichtig sei, die Weiterbildung nicht in Förderprojekten zu finanzieren, sondern dies routinemäßig zu tun. Weiterbildung müsse sich für die Krankenhäuser lohnen. Innovative Konzepte müssten in den geplanten Vorhaltepauschalen berücksichtigt werden. Die Finanzierung werde man im Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) regeln.

Lauterbach im Klinikum Dahme Spreewald

 

Treffpunkt Schockraum: Dieser besondere Ort in der Notaufnahme hat für das Team des Klinikum Dahme-Spreewald eine große Bedeutung. Mehr als 40.000 Menschen suchen die Hilfe des erfahrenen Teams Jahr für Jahr. Der Minister sieht die Notfallversorgung als wichtiges Zukunftsthema für das Achenbach-Krankenhaus. Download und Copyright

Notfallversorgung als Lebensader für Klinikum

Mehr als 40.000 Menschen suchen Jahr für Jahr die Rettungsstelle des Achenbach Krankenhauses auf. Das Krankenhaus ist erste Anlaufstelle für Rettungsdienst und Rettungshubschrauber im Berliner Speckgürtel. „Als Partner für den Rettungsdienst besetzen wir schon heute die Notarzt-Dienste, stellen den Leitenden Notarzt für den Berliner Flughafen BER und überzeugen mit einer sehr guten und qualitativ hochwertigen Versorgung“, berichtet Dr. Benno Bretag auf dem Rundgang. Einziges Manko: Viele Behandlungen auf sehr engem Raum. Doch das soll sich ändern. Bereits im vergangenen Jahr haben die Planungen für einen Umbau und eine Erweiterung der Notaufnahme am Standort begonnen, denn die Bedeutung des Krankenhauses in der Notfallversorgung wird weiter wachsen. „Das Klinikum Dahme Spreewald ist mit beiden Standorten Garant für eine gute Notfallversorgung in der Region. Mit einem überzeugenden Weiterbildungskonzept schafft es der Verbund, Ärztinnen und Ärzte ans Haus, an die Region und teilweise auch für die ambulante Versorgung zu gewinnen“, zeigt sich Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach beeindruckt.  

Offenes Arbeitsgespräch über die Druckpunkte der Reform

Das eine Reform des Gesundheitssystems angesichts der großen Herausforderungen kommen muss, darüber herrschte im anschließenden Arbeitsgespräch Einigkeit. Über die Frage nach dem „wie“ jedoch nicht. Zu den Krankenhausexperten, die Tag für Tag mit den kleinen und großen Herausforderungen des Klinikalltages konfrontiert sind, zählen neben Pflegedirektor Norman Knödel und Dr. Benno Bretag als Ärztlicher Direktor auch Klinikgeschäftsführer André Jasper und Sana Clustergeschäftsführer Marc Bernstädt, die die Chance genutzt hatten, ihre konkreten Fragen für das Klinikum Dahme-Spreewald und die gesamte Versorgungsregion Südbrandenburg zu stellen.  „In seiner jetzigen Ausgestaltung wirft die Krankenhausreform mehr Fragen auf, als das sie antworten liefert. Wir warten dringend darauf, dass Bund und Länder sich einig werden und es einen klaren Plan für die Zukunft des Systems gibt. Ganze Mitarbeiterstäbe in Krankenhäusern bereiten sich auf die Auswirkungen der Reform vor und sind schon jetzt Stunden um Stunden, Wochen um Wochen damit beschäftigt, Daten in Systeme zu liefern, Auswirkungsabschätzungen vorzunehmen und Qualitätsdaten neu aufzuarbeiten, die bereits vorhanden sind. Davon ist aber in der Rettungsstelle noch nicht ein einziger Patient behandelt. Wir müssen endlich Antworten finden“, forderte Sana-Clustergeschäftsführer Marc Bernstädt in der anschließenden Pressekonferenz. 

 

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Über das Klinikum Dahme-Spreewald 

Unter dem Dach des Klinikums Dahme-Spreewald vereinen sich die beiden Standorte Spreewaldklinik Lübben und das Achenbach-Krankenhaus Königs Wusterhausen. Die beiden Krankenhäuser versorgen jährlich mehr als 25.000 stationäre und mehr als 50.000 ambulante Patientinnen und Patienten. Dafür stehen in den beiden Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung insgesamt 448 Betten in neun Fachbereichen zur Verfügung. Die jährlich steigende Zahl an versorgten Patienten belegt die Bedeutung und die Akzeptanz einer kompetenten und qualitativ hochwertigen Versorgung in der Region. Besondere Expertise beweist das Klinikum Dahme-Spreewald in der Weichenstellung von zukünftig wichtigen Bereichen. So gehören Palliativmedizin und Spezielle Schmerztherapie schon heute zum fest etablierten Behandlungsspektrum. In der Gesundheitsakademie Heinz-Sielmann, die ebenfalls unter der Trägerschaft des Klinikum Dahme-Spreewald steht werden mehr als 130 Schülerinnen und Schüler auf den Berufsalltag in der Pflege vorbereitet. Die Gesundheitsakademie zählt zu den größten Einrichtungen dieser Art im Land Brandenburg. Ergänzend bestehen seit 2019 ambulante Versordnungsmöglichkeiten. Zunächst durch das Medizinische Versorgungszentrum Dahme-Spreewald in Königs Wusterhausen in den Bereichen Allgemeinmedizin/Innere Medizin, Chirurgie und Kinder- und Jugendmedizin sowie seit 2022 im MVZ Poliklinik Lübben in den Bereichen Allgemeinmedizin, Gynäkologie und Chirurgie.

Über die Sana Kliniken AG

Die Sana Kliniken AG ist ein führender integrierter Gesundheitsdienstleister im deutschsprachigen Raum. Die ganzheitliche Gesundheitsversorgung für jährlich drei Millionen Patientinnen und Patienten erstreckt sich von Präventionsangeboten über die ambulante und stationäre Versorgung bis hin zu Nachsorge, Rehabilitation und Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln. Diese Leistungen werden bundesweit in 43 Krankenhäusern, 51 MVZ-Gesellschaften mit knapp 600 Arztsitzen sowie zusammen rund 60 Sanitätshäusern und Präventionspraxen erbracht. Darüber hinaus bietet Sana als B2B-Services auch Dienstleistungen und Beratung für externe Kliniken unter anderem in den Bereichen Einkauf, Logistik, Medizintechnik sowie Managementverträge an. 2023 erwirtschafteten die rund 38.600 Beschäftigten (Stand Dezember 2023) einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. Eigentümer der 1976 gegründeten Sana Kliniken AG sind 24 Private Krankenversicherungen.