Dresden,
09
Juli
2024
|
11:41
Europe/Amsterdam

Cool durch die Sommerhitze

Steigen die Temperaturen über 30 Grad, haben viele Menschen Probleme mit Herz und Kreislauf. Das muss nicht sein, wenn man einige einfache Tipps befolgt.

So schön wie der Sommer ist, für Einige bringen die hohen Temperaturen auch so manchen Nachteil mit sich. Gerade bei Menschen mit Herzproblemen kommt es nicht selten zu vermehrter Müdigkeit, Erschöpfung und Konzentrationsstörungen bis hin zu Muskelkrämpfen oder Herzrhythmusstörungen.

„Auslöser dafür ist unser körpereigenes Kühlsystem“, erklärt Dr. Manja Hubald, Oberärztin der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie am Herzzentrum Dresden Universitätsklinik. „Zur Abkühlung beginnen wir zu Schwitzen. Der Schweiß verdunstet auf unserer Haut und führt so zu einer kontrollierten Absenkung der Körpertemperatur.“ Gleichzeitig weiten sich die Blutgefäße der Haut, was die Wärmeabgabe vom Körperinneren an die Umgebung verstärkt. Für all das muss das Herz verstärkt arbeiten. Bei Gesunden ist dies meist kein Problem, bei Menschen mit Herzproblemen jedoch erfordert dieser Kühlkreislauf eine erhebliche Anstrengung des geschwächten Herzens. Dadurch fühlen sich die Betroffenen schlapp. Gelingt es dem Körper nicht, sich herunterzukühlen, droht gar ein Hitzschlag.

Doch es muss nicht so weit kommen, wie Dr. Manja Hubald sagt: „Wer einige Tipps befolgt, der kommt gut durch den Sommer, auch bei großer Hitze.“ Oberstes Gebot ist es, mehr zu trinken als sonst. Etwa zwei Liter am Tag sollten es bei gesunden Menschen normalerweise sein. Bei Hitze oder körperlicher Belastung dürfen es deutlich mehr sein, da wir durch das Schwitzen schnell mehrere Liter Flüssigkeit verlieren. Dies gilt auch ganz besonders für Kinder. Eltern müssen darauf achten, dass die Kleinen regelmäßig trinken.

Vorsicht bei Herzzschwäche

Aufpassen müssen allerdings Menschen mit einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Sie dürfen eigentlich nicht so viel trinken, doch auch sie sollten ihre Trinkmenge bei großer Wärme leicht steigern. „Hier ist es hilfreich, sich täglich zu wiegen. Bleibt das Gewicht konstant, stimmt die Trinkmenge in der Regel. Möglicherweise kann es ratsam sein, bestimmte harntreibende Medikamente in Hitzeperioden zu reduzieren. Dies sollte aber immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden“, erklärt die Kardiologin.

Wichtig ist die Wahl der Getränke. Beim Schwitzen verliert der Körper neben Flüssigkeit (was den Blutdruck sinken lässt) viele wichtige Salze, Magnesium und andere Elektrolyte. Diese können am besten durch Wasser oder Saftschorlen ausgeglichen werden, Elektrolyte beispielsweise auch durch Gemüsebrühe oder isotonische Getränke. „Alkoholische oder stark gezuckerte Getränke sind als Durstlöscher hingegen ebenso zu meiden wie zu viel Kaffee oder schwarzen Tee. Die löschen zwar kurzzeitig den Durst, entziehen aber dem Körperkreislauf letztlich Wasser, was wiederum eine Belastung darstellt“, sagt Dr. Manja Hubald.

Bei hohen Temperaturen hilft es auch, sein Essverhalten zu ändern. Bei großer Hitze ist es besser, mehrere kleine Mahlzeiten statt der üblichen drei großen zu sich zu nehmen. Das belastet den Körper weniger. Besonders gut verträglich ist leichte Kost mit viel frischen Obst und Gemüse. Gerade die Küche aus dem Mittelmeerraum ist empfehlenswert. Auch stark wasserhaltige Obst- und Gemüsesorten wie Gurken, Zucchini, Tomaten oder Melonen helfen dem Körper, den Flüssigkeitshaushalt zu regulieren.

Bewegung ist trotzdem gut

Der Sommer macht zudem keine Ausnahme, dass Bewegung grundsätzlich gut ist. Auch für ältere Menschen und auch für solche, die Herz- und Kreislaufprobleme haben. Das hält das Herz-Kreislauf-System fit. „An besonders heißen Tagen ist es allerdings besser, die sportlichen Aktivitäten auf die kühleren frühen Morgenstunden oder auf den späten Abend zu verschieben. Gut sind Spaziergänge im kühleren Wald oder eine kleine Fahrradtour, da der Fahrtwind erfrischt“, so Dr. Hubald. Dabei ist es ratsam, es gemächlich angehen zu lassen und keine körperlichen Höchstleistungen vollbringen zu wollen. Körperliche Arbeiten und Anstrengungen in der Mittagshitze sollten komplett vermieden werden.

Tipps für heiße Sommertage:

  • trinken Sie viel Wasser, Früchtetees oder Fruchtsaftschorle
  • die Flüssigkeitszufuhr können Sie zusätzlich mit Suppen, Brühen, Gurken und Melonen erhöhen
  • trinken Sie wenig Alkohol
  • Kaffee, schwarzen Tee und sehr süße Getränke sind als Durstlöscher ungeeignet
  • sehr kalte Getränke regen den Körper an, noch mehr Wärme zu produzieren, wodurch Sie noch mehr schwitzen und noch mehr Flüssigkeit verlieren
  • genießen Sie leichtes Essen; Ihr Kreislauf wird durch fette und schwer verdauliche Speisen zusätzlich belastet
  • Sport und anstrengende körperliche Arbeit auf die kühlen Morgen- oder Abendstunden verlegen
  • schützen Sie sich vor direkter Sonnenbestrahlung, tragen Sie bestenfalls eine Kopfbedeckung, schützen Sie Ihre Haut mit Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor, und vergessen Sie nicht, nachzucremen
Dr. med. Manja Hubald

Dr. med. Manja Hubald ist Oberärztin in der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie am Herzzentrum Dresden Universitätsklinik und ist dort vornehmlich in der Notaufnahme und der kardiologischen Intensivstation tätig.

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Über das Herzzentrum Dresden Universitätsklinik 

Das Herzzentrum Dresden Universitätsklinik, ein Krankenhaus der Sana Kliniken AG, ist ein Fachkrankenhaus der Maximalversorgung mit 220 Planbetten und ca. 800 Mitarbeitern. Insgesamt werden in den Kliniken für Herzchirurgie sowie Innere Medizin und Kardiologie jährlich rund 15.000 Patienten ambulant und ca. 10.000 Patienten stationär behandelt.

Über die Sana Kliniken AG

Die Sana Kliniken AG ist ein führender integrierter Gesundheitsdienstleister im deutschsprachigen Raum. Die ganzheitliche Gesundheitsversorgung für jährlich drei Millionen Patientinnen und Patienten erstreckt sich von Präventionsangeboten über die ambulante und stationäre Versorgung bis hin zu Nachsorge, Rehabilitation und Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln. Diese Leistungen werden bundesweit in 43 Krankenhäusern, 51 MVZ-Gesellschaften mit knapp 600 Arztsitzen sowie zusammen rund 60 Sanitätshäusern und Präventionspraxen erbracht. Darüber hinaus bietet Sana als B2B-Services auch Dienstleistungen und Beratung für externe Kliniken unter anderem in den Bereichen Einkauf, Logistik, Medizintechnik sowie Managementverträge an. 2023 erwirtschafteten die rund 38.600 Beschäftigten (Stand Dezember 2023) einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. Eigentümer der 1976 gegründeten Sana Kliniken AG sind 24 Private Krankenversicherungen.