Senftenberg,
26
Februar
2025
|
16:41
Europe/Amsterdam

Dem Karnevals-Kater auf der Spur

Dr. Anne Roeder klärt auf: Das macht übermäßiger Alkoholkonsum mit dem Körper

Zusammenfassung
  • So wirkt Alkohol im Körper
  • Nicht nur in der närrischen Zeit: Niederlausitzer Landärztin rät zu kritischem Hinterfragen des Trinkverhaltens
  • Das hilft gegen den Karnevalskater

Bier, Wein und Schnaps gehören für viele so untrennbar zum Karneval wie Kostüme, Partys und Umzüge. Doch der Konsum von Alkohol macht unserem Körper schwer zu schaffen – nicht nur in den närrischen Tagen. Die Tettauer Landärztin Dr. Anne Roeder erklärt, warum schon kleine Mengen große Schäden verursachen können und was am besten gegen eine Karnevalskater hilft.

„Gerade auf dem Land ist vielen Menschen nicht bewusst, wie schädlich Alkohol ist. Ob Kegelabend oder Dorffest, Fußball, Vereinstreff oder Familienfeiern – da kommen teilweise erhebliche Mengen zusammen“, sagt Dr. Anne Roeder und appelliert mit Blick auf den kommenden Faschingshöhepunkt daran, dass eigene Trinkverhalten sehr kritisch zu hinterfragen – denn nicht nur ein Karnevalskater ist gefährlich.

Anne Roeder in ihrer Praxis in Tettau

 

Alkohol hat auf den gesamten Körper Auswirkungen, warnt die Niederlausitzer Allgemeinmedizinerin Dr. Anne Roeder. Nicht nur in der Karnevalszeit sollte man deshalb einen kritischen Blick auf das eigene Konsumverhalten werfen. 

Download und Copyright

Schnell ins Blut

Ob leichter Schwips oder tiefer Rausch: Alkohol hat nahezu auf unseren gesamten Körper Auswirkungen. Schon beim Trinken kommt es zu lokalen Schädigungen der Schleimhäute in Mund, Speiseröhre und Magen. Über den Magen-Darm-Trakt gelangt der Alkohol schnell ins Blut und zu den verschiedenen Organen. Im Gehirn verursacht er die berauschende Wirkung. Die Leber baut den Alkohol mit ungefähr 0,1 bis 0,2 Promille in der Stunde langsam ab. Dabei entsteht das schädliche Acetaldehyd, das den Ausbruch einzelner Krebsarten begünstigt.

Mitverantwortlich für rund 200 Krankheiten

Neben dem berauschenden Effekt wirkt der Alkohol an vielen Stellen im Körper, ohne dass dies sofort zu spüren ist. „Er schädigt das Reizleitungssystem des Herzens und kann unter anderem zu Herzrhythmusstörungen führen. Außerdem verursacht er irreversible Nervenschädigungen im Gehirn und im peripheren Nervensystem und schädigt zahlreiche Organe. Es wird davon ausgegangen, dass Alkohol für rund 200 Krankheiten mitverantwortlich ist. Außerdem verändert Alkohol die Wirkung von Medikamenten, stört den Schlafrhythmus und erhöht das Stresshormon Cortisol“, betont Dr. Anne Roeder. Schwangere, Diabetiker und alle, die sich nach dem Feiern noch ans Steuer setzen, sollten grundsätzlich die Finger davon lassen. „Alkohol wirkt enthemmend, euphorisierend und kann die Gewaltbereitschaft erhöhen. Unter den vielen alkoholbedingten Todesfällen sind nicht nur die Menschen, die dadurch krank werden, sondern auch Opfer von Unfällen oder Schlägereien“, unterstreicht die Landärztin.

Hilfe gegen den Karnevalskater

Wie viel Alkohol jemand verträgt, hängt von vielen Faktoren wie zum Beispiel Körpergröße, Gewicht und Geschlecht ab und der Frage, ob auf nüchternen Magen getrunken wird oder vorher eine gehaltvolle Mahlzeit gegessen wurde. Wer zum Karneval oder bei anderer Gelegenheit ausnahmsweise zu tief ins Glas geschaut hat und am nächsten Morgen mit einem Kater aufwacht, der braucht vor allem Geduld, bis Ethanol und Acetaldehyd vom Körper restlos abgebaut sind. „Was hilft, ist ganz viel Schlaf und reichlich Wasser, um das Flüssigkeitsdefizit, das durch den Alkohol entsteht, auszugleichen. Elektrolythaltige Getränke können unterstützend helfen, das Gleichgewicht an Mineralsalzen im Körper wieder herzustellen.  Auch Antioxidantien, die zum Beispiel in Gemüse stecken, tun dem Körper gut und wirken gegen Leberstress“, rät die Hausärztin. Das beste Mittel gegen einen Kater ist jedoch der Verzicht auf Alkohol – nicht nur in der fünften Jahreszeit.  

Mehr über das Sana Gesundheitszentrum Niederlausitz

Das Sana Gesundheitszentrum Niederlausitz ist ein moderner Gesundheitsdienstleister und vereint Medizinische Versorgungszentren und Arztsitze in Lauchhammer, Schwarzheide, Ortrand, Senftenberg, Welzow, Elsterwerda, Vetschau und Tettau. In den Medizinischen Versorgungszentren und umliegenden Arztpraxen unter dem Dach des Sana Gesundheitszentrum Niederlausitz werden auf 19 Arztsitzen jährlich mehr als 66.000 Patientinnen und Patienten in insgesamt 10 unterschiedlichen Fachgebieten behandelt.

Mehr über die Sana Kliniken AG