Dresden,
16
Mai
2024
|
16:23
Europe/Amsterdam

Die stille Gefahr Bluthochdruck

Die arterielle Hypertonie ist eine Volkskrankheit. Nicht behandelt kann sie schlimme Folgen haben.

Bluthochdruck gehört zu den drei häufigsten Volkskrankheiten in Deutschland. Die arterielle Hypertonie, wie sie von den Experten genannt wird, zieht sich dabei durch alle Altersschichten und trifft Frauen wie Männer gleichermaßen. Nicht behandelt steigt für die Betroffenen das Risiko für Erkrankungen des Herzens und der Gefäße. Vielen Menschen ist dies jedoch gar nicht bewusst und Bluthochdruck wird eher als „lästige Krankheit, die alle haben“ abgetan. In Deutschland sind etwa 20 bis 30 Millionen Menschen von Bluthochdruck betroffen – und nur die Hälfte der Menschen sind diagnostiziert.

„Wir sprechen nicht umsonst von der stillen Gefahr. Bluthochdruck verursacht lange Zeit keine merklichen Beschwerden. Viele Menschen, die eine Hypertonie haben, leben mit ihr, ohne sie zu bemerken – und das jahrelang“, sagt Dr. Robert Höllriegel, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie des Herzzentrums Dresden Universitätsklinik und zertifizierter Hypertensiologe der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL ®. Der auf Dauer erhöhte Druck schädigt nicht nur unsere Blutgefäße, sondern auch Organe wie Herz, Gehirn und Nieren. „Das wiederum kann weitere schlimme Erkrankungen zur Folge haben – wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nieren- und Augenprobleme oder sogar Demenz“, erklärt Dr. Höllriegel.

Warnsignale und Ursachen

Bei einem gesunden Menschen liegt der optimale Wert des Blutdrucks bei 120/80 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule), also 120 zu 80. Ärzte gehen ab einem Wert von 140/90 mmHg von einer leichten Hypertonie aus. Dieser muss aber in mindestens zwei von drei Messungen an unterschiedlichen Tagen vorliegen. Bei manchen Betroffenen gibt es Warnsignale, die ein Anlass zum Blutdruckmessen sein sollten: dies können Brustschmerzen, Luftnot bei Belastung, Kopfschmerzen, aber auch Schwindel, häufigeres Nasenbluten oder eine leicht gerötete Gesichtsfarbe sein.

Die Ursachen für Bluthochdruck sind vielfältig. Nur bei jedem zehnten Betroffenen ist eine andere Erkrankung an der Hypertonie Schuld. In diesem Fall spielt am häufigsten die Überproduktion eines speziellen Hormons der Nebennieren, des Aldosterons, eine Rolle. „90 Prozent hingegen haben eine sogenannte primäre Hypertonie. Sie entsteht durch das Zusammenspiel ganz verschiedener Faktoren. Das können familiäre Veranlagungen sein, das Alter spielt eine Rolle, genauso wie der Lebenswandel. Übergewicht, Bewegungsmangel, Alkohol und Nikotin sowie eine schlechte Ernährung – all das begünstigt Bluthochdruck. Auch Stress kann negative Auswirkungen haben“, sagt. Dr. Robert Höllriegel.

Lebensstil ändern, Medikamente oder medizinischer Eingriff?

Bei der Behandlung des Bluthochdrucks gibt es mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten. Das Gute ist: viele Patientinnen oder Patienten mit einer primären Hypertonie können selbst dazu beitragen, den Blutdruck zu senken. Wer übergewichtig ist sollte abnehmen. Eine regelmäßige Bewegung ist genauso wichtig, wie eine salzarme Ernährung und wenig Alkohol. Rauchen sollte man ganz sein lassen. Es ist zudem hilfreich, Pausen und Erholung in seinen Tag einzuplanen.

Hilft das alles nichts, dann können Medizinerinnen und Mediziner zusätzlich eine individuelle medikamentöse Therapie starten, die den Blutdruck zuverlässig senkt. „Sollte auch das nicht zu einer Besserung führen, steht uns am Herzzentrum Dresden zudem noch ein zusätzliches Verfahren zur Verfügung, die sogenannte renale Denervation. Das ist ein kurzer Kathetereingriff über die Leiste, bei dem wir die Hyperaktivität der Nervenfasern zwischen der Niere und dem Gehirn etwas reduzieren – was zu einer Senkung des Blutdrucks führen kann“, so Dr. Höllriegel.

Um Menschen mit Bluthochdruck optimal zu versorgen, gibt es am Herzzentrum Dresden eine Spezialambulanz (Hypertonieambulanz). Die dortigen Experten beschäftigen sich vor allem mit erhöhtem Blutdruck bei sehr jungen Erwachsenen und mit Patientinnen und Patienten bei denen der Blutdruck auch mit der Kombination von 3 verschiedenen blutdrucksenkenden Wirkstoffen nicht effektiv behandelt werden kann (sogenannten therapieresistente Hypertonie).

Dr. Robert Höllriegel bei einer renalen Denervation

Dr. Robert Höllriegel, Oberarzt des Herzzentrums Dresden Universitätsklinik, bei einer renalen Denervation im Herzkatheterlabor.

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Über das Herzzentrum Dresden Universitätsklinik 

Das Herzzentrum Dresden Universitätsklinik, ein Krankenhaus der Sana Kliniken AG, ist ein Fachkrankenhaus der Maximalversorgung mit 220 Planbetten und ca. 800 Mitarbeitern. Insgesamt werden in den Kliniken für Herzchirurgie sowie Innere Medizin und Kardiologie jährlich rund 15.000 Patienten ambulant und ca. 10.000 Patienten stationär behandelt.

Über die Sana Kliniken AG

Die Sana Kliniken AG ist führender integrierter Gesundheitsdienstleister im deutschsprachigen Raum. Die ganzheitliche Gesundheitsversorgung erstreckt sich von Präventionsangeboten über die ambulante und stationäre Versorgung bis hin zu Nachsorge, Rehabilitation und Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln. Neben B2B-Services in Einkauf und Logistik bietet Sana Beratung, Implementierung und Instandhaltung in den Bereichen Medizintechnik und Medizinprodukte sowie Managementleistungen für externe Kliniken an. 2022 erwirtschafteten die rund 34.500 Beschäftigten einen Umsatz von drei Milliarden Euro. Zur Sana Kliniken AG zählen mehr als 120 Gesundheitseinrichtungen, darunter Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und 44 Krankenhäuser, in denen jährlich rund zwei Millionen Patientinnen und Patienten behandelt werden, sowie mehr als 50 Sanitätshäuser. Eigentümer der 1976 gegründeten Sana Kliniken AG sind 24 private Krankenversicherungen. Sitz der Unternehmenszentrale ist Ismaning bei München.