Doppelanker mit Doppelwirkung
Niederlausitzer Chefkardiologe Prof. Dr. Guido Matschuck etabliert neue minimalinvasive Methode für Herz-Insuffizienz-Patienten
• Neues minimalinvasives Behandlungsverfahren für Herzpatienten in der Niederlausitz etabliert
• Doppelanker bietet echte Behandlungsoption für Patienten mit Mitralklappen-Insuffizienz
• Langfristige Erleichterung in wenigen Minuten
Medizinische Innovation für die Niederlausitz
Minimalinvasive Hilfe auch hohem medizinischen Niveau gibt es jetzt für Herzpatienten in den Sana Kliniken Niederlausitz. Prof. Dr. Guido Matschuck, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Rhythmologie in Senftenberg hat bereits mehrere Patienten mit einer Insuffizienz der Mitralklappe erfolgreich behandelt und ihnen dank eines winzigen Implantats neue Lebensqualität geschenkt. „Wir haben es mit einer Epidemie der Herzschwäche zu tun“, sagt Prof. Dr. Guido Matschuck, der in der Kardiologie zahlreiche Patienten mit verdicktem Herzmuskel, Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern, Hypertonie, Funktionsstörungen der Herzklappen sowie koronaren Herzerkrankungen behandelt.
Minimalinvasive Methode mit Doppelerfolg
Zur Behandlung von Mitralklappen-Insuffizienzen hat der Niederlausitzer Chefkardiologe jetzt erfolgreich eine minimalinvasive Behandlungsmethode an den Sana Kliniken Niederlausitz etabliert. Eine medizinische Innovation für die Niederlausitz. Mit einer winzigen Spezialspange aus einer Platinlegierung konnte Prof. Dr. Guido Matschuck bereits zehn Patienten seit April dieses Jahres erfolgreich behandeln. Mit der neuen Behandlungsmethode, in der Fachsprache Mitralklappen-Anuloraphie genannt, wird nicht nur die Funktionsfähigkeit dieser Herzklappe wiederhergestellt, sondern auch ein Rückumbau des Herzens eingeleitet.
Gefahr von Lungenödemen durch Insuffizienz
Normalerweise sorgt die Mitralklappe zwischen dem linken oberen und dem linken unteren Teil des Herzens dafür, dass das Blut mit jedem Herzschlag ausschließlich vorwärts in den Körper gepumpt wird. „Wenn sie nicht richtig schließt, pumpt sie einen Teil des Blutes rückwärts in den linken Vorhof. Dieser ist ganz dünn und kann das Blut nicht richtig aufnehmen“, schildert der Senftenberger Chefkardiologe das Problem der Mitralklappen-Insuffizienz. So kann es passieren, dass frisch mit Sauerstoff angereichertes Blut wieder zurück in die Lunge gelangt und dort Ödeme verursacht, die zu schwerer Luftnot führen können. „Außerdem muss die linke Herzkammer enorm stark arbeiten, weil ein Teil der Leistung verpufft, wenn das Blut zurück in die Lunge fließt“, erklärt Prof. Dr. Guido Matschuck.
Unter Röntgensicht platziert der Senftenberger Chefkardiologe Prof. Dr. Guido Matschuck einen Doppelanker mit Doppelwirkung. Innerhalb von 30 Minuten kann mit dem neuen innovativen Verfahren Matienten in der Niederlausitz eine echte Erleichterung verschaft werden.
Erfolgskontrolle mit Koronarangiographie
Die Mitralklappen-Anuloraphie mit einer Spange ist für solche Patienten geeignet, bei denen zwar die Mitralklappe an sich noch intakt ist, aber deren Halteapparat zu weit gedehnt ist und dadurch ein richtiges Schließen und Abdichten der Klappe verhindert.
Mit der minimalinvasiven Methode der Mitralklappen-Anuloraphie lässt sich das Problem schonend und nahezu schmerzfrei für den Patienten beheben, so Prof. Dr. Guido Matschuck. Der Mediziner nutzt dafür den Sinus coronarius, ein Blutgefäß, das um den Klappenring verläuft und in dem alle Venen des Herzens zusammenfließen. Über einen Zugang über eine große Vene am Hals führt der Kardiologe mit Hilfe eines Katheters eine kleine, filigrane, und nur wenige Millimeter dicke Spange, die einem Doppelanker gleicht, ein. „Der Katheter wird im rechten Vorhof platziert. Von dort aus gelangen wir unkompliziert in den Sinus coronarius. Dieser wird genau vermessen und aus mehr als 60 verschiedenen Größen für jeden Patienten individuell die richtige Spangengröße gewählt“, erläutert der Chefarzt das Verfahren. Dann wird zunächst der Anker, der tief in der Vene sitzt, freigesetzt und danach der Anker, der sich weiter vorn befindet. Indem beide Anker einander angenähert werden, wird auch der Mitralklappenring zusammengezogen, sodass die Segel wieder passen. „Das Implantat verschließt den Sinus coronarius nicht, sondern stützt sich nur an den Wänden ab. Die Vene büßt nichts an Durchlässigkeit ein“, unterstreicht der Chefkardiologe. Gleichzeitig führt ein weiterer Facharzt, der während der Operation ebenfalls im Herzkatheterlabor anwesend ist, eineKoronarangiographie durch. Diese Spezial-Röntgenuntersuchung bildet die Herzkranzgefäße ab und hilft dem Operateur dabei, sicherzustellen, dass der Anker nur den Ring zusammenzieht und keine andere Stelle des Herzens beeinflusst.
Eingriff am offenen Herzen vermeiden
„Das physiologische Prinzip haben wir Kardiologen uns von den Herzchirurgen abgeschaut - ein Chirurg macht oft Ähnliches, indem er einen sogenannten „Carpentier-Ring“ auf den ausgeleierten Mitralklappenring aufsetzt. Das geht allerdings nur mit einer Operation am offenen Herzen – was bei jungen Patienten die erste Wahl bleibt“, so Prof. Dr. Guido Matschuck. Die minimalinvasive Methode, die der Chefarzt an den Sana Kliniken Niederlausitz etabliert hat, ist ohne Altersbeschränkungen und auch für Risikopatienten geeignet, da sie nur eine geringe Belastung mit sich bringt. „Der Eingriff dauert maximal eine Stunde, eher etwa 30 Minuten, und ist für die Patienten sehr schonend, weil es jeweils nur eines kleinen Piks am Handgelenk und am Hals gibt“, betont der Chefarzt, der seit Beginn seiner Tätigkeit in Senftenberg bereits zehn Patienten im Alter zwischen 75 und 82 Jahren mit dieser Methode behandelt hat, für die eine offene Operation jeweils nicht in Frage gekommen wäre. Die Betroffenen wurden zum Teil von ihren Hausärzten in die Kardiologie überwiesen, kamen aber auch zum Teil über die wöchentliche Herzinsuffizienz-Sprechstunde, die Prof. Dr. Guido Matschuck anbietet. In einem Fall wurde die Mitralklappen-Insuffizienz zufällig bei einem Echokardiogramm in der Senftenberger Notaufnahme festgestellt – und das Team der Kardiologie stand dank des erweiterten Leistungsspektrums sofort mit Rat und einem ausklügelten und fachkompetenten Behandlungsplan zur Seite.
Langzeiterfolg nach einem Jahr
Die meisten Patienten spüren entweder sofort oder bei der ersten Belastung, etwa dem ersten Aufstehen aus dem Krankenhausbett, eine Verbesserung. „Der Erfolg wird innerhalb eines Jahres immer noch besser. Denn das Implantat arbeitet die ganze Zeit an einem Reverse Remodelling“, sagt der Chefarzt. Durch die ungebührliche Belastung ist das Herz der Patienten umgebaut. Wenn die Spange den Zug vom Klappenring nimmt, kann die Klappe und damit das gesamte Herz wieder normal arbeiten und sich erholen. „Das endgültige Ergebnis sieht man nach einem Jahr“, so Dr. Matschuck. „Ein Doppelanker mit doppeltem Gewinn.“