"Dresden for Life": Herzzentrum Dresden startet Initiative für Laien-Reanimation
Großes Wiederbelebungsprogramm für die sächsische Landeshauptstadt und das Elbland.
Das Herzzentrum Dresden Universitätsklinik hat eine neue Initiative ins Leben gerufen, um die Zahl der Ersthelfer in Dresden und im Elbland zu erhöhen. Unter dem Projektnamen "Dresden for Life" werden ab sofort regelmäßig Reanimationskurse für interessierte Laien angeboten.
Verantwortlich für das Programm ist das Team des Notfallmanagements des Herzzentrums. Ann-Kathrein Bürger, Ivo Kabbert und Nils Weber sind als ausgebildete Intensivpflegekräfte nahezu täglich mit den Folgen von Herzstillständen konfrontiert. “Entscheidend sind die Minuten, bis der Rettungsdienst eintrifft. Denn wenn das Herz ohne jede Vorwarnung plötzlich aufhört zu schlagen, ist die Blutzufuhr zum Gehirn und zu lebenswichtigen Organen unterbrochen. Vom Alarm bis zum Eintreffen eines Rettungsfahrzeugs vergehen im Schnitt etwa sieben Minuten. Werden in dieser Zeitspanne keine Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt, hat das fatale Folgen. Denn ohne Herzdruckmassage kommt es innerhalb von nur drei bis fünf Minuten zu irreversiblen Schäden im Gehirn”, erklärt Nils Weber.
10.000 Menschenleben retten
In Deutschland erleiden jährlich etwa 120.000 Menschen einen Herzstillstand außerhalb eines Krankenhauses. Die sofortige Einleitung von Wiederbelebungsmaßnahmen durch Laien kann die Überlebensrate deutlich erhöhen. Derzeit beträgt die Laienreanimationsquote in der Bundesrepublik etwa 50 Prozent, was deutlich unter dem europäischen Durchschnitt liegt (65 bis 70 Prozent). Nur jeder zehnte Betroffene überlebt. Jedes Jahr könnten mit dem Wissen von ein paar einfachen Handgriffen schätzungsweise mehr als 10.000 Menschenleben gerettet werden. Dafür müssten Ersthelfer aber sofort mit der Herzdruckmassage beginnen.
"Ziel des Projekts "Dresden for Life" ist es, die Laienreanimationsquote in Dresden und Umgebung nachhaltig zu erhöhen und somit die Überlebenschancen bei Herzstillständen zu verbessern. Gerade für uns als Herzzentrum ist dieses Thema enorm wichtig. Aus diesem Grund haben wir extra ein ganzes Team ausgebildet, um die Kurse künftig regelmäßig anbieten zu können", sagt Oliver Wehner, Geschäftsführer des Herzzentrums Dresden.
Das bietet der Lebensretter-Kurs
Der Lebensretter-Kurs ist ein essenzielles Training, das die grundlegenden Maßnahmen der Wiederbelebung vermittelt. Diese beinhalten das Erkennen eines Kreislaufstillstandes, die Durchführung effektiver Thoraxkompressionen, den Einsatz von automatisierten externen Defibrillatoren (AED) sowie die Beatmung mittels geeigneter Hilfsmittel. Der Kurs richtet sich sowohl an Laien als auch an Fachkräfte. Besonders angesprochen werden Sportvereine, Schulklassen und Verbände, aber auch Arztpraxen und Bürogemeinschaften. “Wir wollen eine breite Basis an Ersthelfern schaffen - von Schülerinnen und Schülern ab der siebenten Klasse bis hin zu Rentnerinnen und Rentnern ”, so Nils Weber.
Jede Kurseinheit ist auf maximal zwölf Teilnehmer begrenzt, um eine intensive und individuelle Betreuung zu gewährleisten. In den vierstündigen Sessions werden alle wichtigen Fertigkeiten vermittelt, die im Ernstfall entscheidend sein können. Die Lizenzgebühr beträgt 25 Euro pro Person. Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses erhalten die Teilnehmer ein international anerkanntes Zertifikat des European Resuscitation Council (ERC), das eine Gültigkeit von drei Jahren besitzt.
Interessierte können sich beim Notfallmanagement-Team des Herzzentrums Dresden melden. Ansprechpartner sind Ivo Kabbert, Nils Weber und Ann-Kathrein Bürger. Die Drei sind nicht nur ausgebildete Instruktoren, sondern schulen dank ihrer Expertise bereits seit vielen Jahren alle Mitarbeitenden des Herzzentrums regelmäßig in der Reanimation. Für Anmeldungen und weitere Informationen stehen sie unter der E-Mail-Adresse IHZD-notfallmanagement@herzzentrum-dresden.com oder telefonisch unter 0351/4501460 zur Verfügung. Die ersten beiden Kurse starten bereits am 15. August 2024. Für den zweiten Kurs von 13.15 bis 17.15 Uhr gibt es noch einige wenige Restplätze.
Leben retten in drei Schritten
Für die lebensrettende erste Hilfe sind keine Vorkenntnisse nötig. Mit der bewährten Formel PRÜFEN, RUFEN, DRÜCKEN kann jeder Laienhelfer engagiert eingreifen und die Betroffenen vor möglichen Folgeschäden oder sogar vor dem Tod retten:
- PRÜFEN: Ist die Person noch bei Bewusstsein? Atmet sie noch?
- RUFEN: Notruf (112) wählen oder eine andere Person darum bitten.
- DRÜCKEN: Start mit der Herzdruckmassage, fest in der Mitte des Brustkorbs, mindestens 100-mal pro Minute, fünf bis sechs Zentimeter tief drücken, bis der Notarzt eingetroffen ist.
Ist ein automatisierter externer Defibrillator (AED) verfügbar und sind mindestens zwei Helfer vor Ort, sollte das Geräte nach Empfehlung der Deutschen Herzstiftung unbedingt zum Einsatz kommen.
„Bei der Wiederbelebung und auch bei der Nutzung des Defibrillators gilt: Haben Sie keine Angst. Sie können nichts falsch machen. Das einzig Falsche wäre es, gar nichts zu tun“, sagt Nils Weber.
Ivo Kabbert (links) und Nils Weber sind Notfallmanager am Herzzentrum Dresden Universitätsklinik. Die beiden engagieren sich bereits seit vielen Jahren für Reanimationsschulungen des Herzentrum-Personals und starten jetzt mit dem Projekt “Dresden for Life” ein großes Wiederbelebungsprogramm für Laien.
Über das Herzzentrum Dresden Universitätsklinik
Das Herzzentrum Dresden Universitätsklinik, ein Krankenhaus der Sana Kliniken AG, ist ein Fachkrankenhaus der Maximalversorgung mit 220 Planbetten und ca. 800 Mitarbeitern. Insgesamt werden in den Kliniken für Herzchirurgie sowie Innere Medizin und Kardiologie jährlich rund 15.000 Patienten ambulant und ca. 10.000 Patienten stationär behandelt.
Über die Sana Kliniken AG
Die Sana Kliniken AG ist ein führender integrierter Gesundheitsdienstleister im deutschsprachigen Raum. Die ganzheitliche Gesundheitsversorgung für jährlich drei Millionen Patientinnen und Patienten erstreckt sich von Präventionsangeboten über die ambulante und stationäre Versorgung bis hin zu Nachsorge, Rehabilitation und Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln. Diese Leistungen werden bundesweit in 43 Krankenhäusern, 51 MVZ-Gesellschaften mit knapp 600 Arztsitzen sowie zusammen rund 60 Sanitätshäusern und Präventionspraxen erbracht. Darüber hinaus bietet Sana als B2B-Services auch Dienstleistungen und Beratung für externe Kliniken unter anderem in den Bereichen Einkauf, Logistik, Medizintechnik sowie Managementverträge an. 2023 erwirtschafteten die rund 38.600 Beschäftigten (Stand Dezember 2023) einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. Eigentümer der 1976 gegründeten Sana Kliniken AG sind 24 Private Krankenversicherungen.