Ein Coburger "Urgewächs" wird verabschiedet
Dr. Christian Pohlig in den Ruhestand verabschiedet
- Pionierarbeit in der Altersmedizin: Dr. Christian Pohlig hat über 40 Jahre im Gesundheitswesen gearbeitet und gilt als Vorreiter der Geriatrie in Coburg. Er hat die interdisziplinäre Versorgung älterer Patienten maßgeblich geprägt und den Netzwerkgedanken in der Altersmedizin gefördert.
- Verabschiedung und Vermächtnis: Zum Ruhestand von Dr. Christian Pohlig wurde sein langjähriges Engagement gewürdigt, insbesondere seine Rolle bei der Gründung des Weiterbildungsverbundes für Allgemeinmedizin Coburg. Seine Arbeit hat die medizinische Versorgung älterer Menschen in der Region nachhaltig verbessert.
- Weiterentwicklung der Geriatrie am Klinikum: Ab August zeichnet Professor Kraft für die Akutgeriatrie verantwortlich, sodass alle Bausteine des „Coburger Modells“ unter einer Leitung zusammengeführt werden. Ziel ist es, Synergien zu nutzen und die Versorgung älterer Patienten weiter zu stärken.
Die Deutschen werden immer älter. Was zur dauerhaften gesellschaftspolitischen Herausforderung geworden ist, stellt auch die Medizin vor immer neue Aufgaben. Da ältere Menschen oft an mehreren Erkrankungen zugleich leiden, ist eine interdisziplinäre Behandlung im Krankenhaus für sie von besonderer Bedeutung. Die Geriatrie, auch „Altersmedizin“, ist das Fachgebiet, das sich mit der Diagnose und medizinischen Versorgung älterer Menschen in all ihren Ausprägungen beschäftigt. Dieses ist seit fast 30 ein starkes Standbein am Coburger Klinikum. Dafür zeichnen die beiden Geriater des Hauses, Dr. Christian Pohlig und Professor Dr. Johannes Kraft verantwortlich. Gemeinsam prägten sie seit 1996 die medizinische Versorgung älterer Patienten nicht nur in Coburg. In dieser Woche wurde Dr. Christian Pohlig nun in den Ruhestand verabschiedet.
Über 40 Dienstjahre, davon 19 Jahre als Chefarzt der Abteilung für Allgemein und Altersmedizin, hat sich Herr Dr. Pohlig am Sana Klinikum Coburg und in der Versorgungsregion engagiert. Zu seiner Verabschiedung wurde das langjährige Wirken des Coburger Mediziners gewürdigt. Laudator Dr. Georg Breuer, ärztlicher Direktor des Klinikums Coburg, bezeichnete Pohlig als „Pionier“ und Vordenker der Altersmedizin, der lange vor Gesetzgeber, Kassen und Behörden die Notwendigkeit erkannte, auch im klinischen Setting die Weichen für eine alternde Bevölkerung zu stellen. Dass er dies nicht als „One-Man-Show“ tat, sondern stets den Netzwerkgedanken lebte, betonte Geschäftsführerin Melanie John. Neben der engen Zusammenarbeit mit Professor Kraft wurde dabei auch der Bezug zur Alterstraumatologie unter Leitung von Professor Stefan Piltz hergestellt, und auch die Zusammenarbeit mit dem Coburger Hausärzteverband. Eine große Errungenschaft Pohligs ist die Gründung des Weiterbildungsverbundes für Allgemeinmedizin Coburg – hier trägt auch das Klinikum einen Beitrag zur Sicherung der medizinischen Versorgung für die Region bei. Dies soll auch künftig sichergestellt sein. Zudem war Dr. Christian Pohlig über viele Jahre Vorsitzender des bayerischen Landesverbandes für Geriatrie.
Zur Verabschiedung von Dr. Pohlig kamen zahlreiche Kollegen und Wegbegleiter aus der Region – ein starkes Zeichen und zugleich Anerkennung für sein langjähriges Wirken. Auch Professor Kraft findet nur herzliche Worte: „Mit Christian Pohlig verabschieden wir einen Vorkämpfer für die Altersmedizin, einen verdienten Kollegen und Mediziner, der sich für die Altersmedizin am Standort und darüber hinaus, aber vor allem stets für das Wohl seiner Patienten eingesetzt hat!“.
Sana Klinikum Coburg stärkt Geriatrie
Ab 1. August werden die Patienten der Akutgeriatrie im Zentrum für Altersmedizin unter Leitung von Professor Kraft versorgt. Damit verantwortet der weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Altersmediziner neben der stationären, ambulanten und mobilen Rehabilitation, der geriatrischen Tagesklinik und der Palliativversorgung künftig auch die Frührehabilitation von älteren Patienten mit akuten Erkrankungen oder Verletzungen. Das Zentrum für Altersmedizin wird neben den genannten Bereichen durch die Instituts- und Gedächtnisambulanz sowie die Therapieambulanzen komplettiert.
Somit werden alle Bausteine des „Coburger Modells“, welches Professor Kraft vor nahezu 30 Jahren entwickelte, künftig unter seiner Leitung zusammengeführt. „Wir bündeln Kompetenzen und wollen Synergien im Bereich der Altersmedizin nutzen – zum Wohle der Patienten. Mit dem Zusammenschluss der Fachbereiche folgen wir zugleich den Strukturvorgaben des Gesetzgebers“, erläutert Geschäftsführerin Melanie John. In der Folge übernimmt Chefarzt Dr. Braun erweiterte Verantwortung für die Patienten der Allgemeinmedizin. Er leitet fortan die Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Nephrologie.
Hintergrund
Die Akutgeriatrie ist ein medizinischer Fachbereich, der sich auf die Behandlung älterer Menschen mit akuten Erkrankungen und Verletzungen konzentriert. Ziel ist dabei neben der Behandlung der akuten Erkrankung auch die Wiederherstellung bzw. Verbesserung der Selbstständigkeit und der Lebensqualität der betagten Patienten. In den letzten Jahren hat sich die stationäre akutgeriatrische Behandlung an Kliniken etabliert.
Im Bereich der Altersmedizin ist Coburg bundesweit mit dem „Coburger Modell“ bekannt geworden. Im Jahr 1996 wurde die Geriatrie in Coburg das erste Zentrum, das die Chancen moderner Rehabilitation mit der Sicherheit der medizinischen Rundum-Versorgung eines Schwerpunktkrankenhauses verband. Insbesondere die Vernetzung von stationären und ambulanten Angeboten zeichnet die Coburger Geriatrie aus und hat bis heute Modellcharakter.
Bild (von links): Dr. Georg Breuer, Dr. Christian Pohlig, Prof. Dr. Johannes Kraft und Geschäftsführerin Melanie John (Copyright: Sana Kliniken Oberfranken)