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Ismaning,
07
Januar
2025
|
08:00
Europe/Amsterdam

Frauengesundheit: Vorsorge ist in jedem Alter wichtig

Zusammenfassung

Im Rahmen der Vorsorge können Ärzte Erkrankungen wie Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs und andere Probleme frühzeitig erkennen und rechtzeitig behandeln. Auch wenn Frauen den Männern in puncto Vorsorge voraus sind, gehen sie nach den Wechseljahren immer seltener zu den wichtigen Untersuchungen.

Dr. Christine Ibold, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Sana Klinikum Leipziger Land

Der Gang zur Gynäkologin oder zum Gynäkologen gehört für viele Frauen zur jährlichen Routine – und das nicht nur, um sich beispielsweise ein neues Verhütungsmittel verschreiben zu lassen oder konkrete Beschwerden abzuklären. „Es ist schon seit langem bekannt, dass kaum etwas die Chancen auf eine Heilung so erhöht wie die rechtzeitige Erkennung von Gebärmutterhalskrebs oder auch Vorstufen davon“, sagt Dr. Christine Ibold, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Sana Klinikum Leipziger Land in Borna.

Die Gesundheit im Blick – egal in welchem Alter

Zu einer umfassenden Gesundheitsvorsorge für Frauen zählt aber nicht allein die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Darüber hinaus gibt es weitere Erkrankungen, die durch regelmäßige Checks beim Frauenarzt, Allgemeinmediziner, Internisten oder auch Hautarzt frühzeitig erkannt und behandelt werden können. „Jüngere Frauen nehmen die Vorsorgetermine meist noch sehr gewissenhaft wahr, aber besonders bei Frauen nach der Menopause nimmt die Frequenz leider ab“, sagt Christine Ibold. Dabei steigt das Risiko für manche Krebserkrankungen nachweislich gerade mit zunehmendem Alter an, weshalb Vorsorgeuntersuchungen auch nach den Wechseljahren sorgfältig durchgeführt werden sollten. Diese werden in der Regel auch durch die gesetzlichen und privaten Krankenkassen bezahlt. Wer sich unsicher ist, sollte bei seiner Krankenkasse nachfragen.

Vorsorgeuntersuchungen der Krankenkassen

Früherkennung Genitalkrebs/Gebärmutterhalskrebs

Frauen können ab ihrem 20. Lebensjahr jährlich einen PAP-Abstrich durchführen lassen. Benannt wurde dieser Test nach dem griechischen Pathologen George Nicolas Papanicolaou. Dabei nehmen Frauenärzte einen Abstrich von den Zellen des Gebärmutterhalses, um mögliche Veränderungen zu erkennen, die auf Gebärmutterhalskrebs hindeuten könnten. Der PAP-Abstrich ist eine der wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen für Frauen, da er Zellveränderungen, sogenannte Dysplasien, erkennt, bevor sich Krebs entwickelt. Alle drei Jahre können Frauen ab 35 Jahren zusätzlich zum PAP-Abstrich einen Test auf humane Papillomviren (HPV) durchführen lassen. Dieser kombinierte Test ist besonders effektiv, da er sowohl das Vorhandensein von Hochrisiko-HPV als auch Zellveränderungen frühzeitig erkennen kann.

Früherkennung Brustkrebs

Bei Frauen ab 30 Jahren tastet der Frauenarzt einmal jährlich die Brust und die umliegenden Lymphknoten bis zu den Achselhöhlen ab und achtet auf Veränderungen. Darüber hinaus werden Patientinnen zur Selbstuntersuchung der Brust angeleitet und erfahren, auf welche Veränderungen sie achten müssen. Zwischen 50 und 75 haben Frauen alle zwei Jahre Anspruch auf eine Mammographie im Rahmen des gesetzlich geregelten Mammographie-Screenings. Diese Untersuchung kann kleine, noch nicht tastbare Tumoren erkennen und ist daher ein wichtiges Instrument in der Brustkrebsvorsorge. Die Untersuchungsintervalle gelten für Frauen ohne erkennbares Brustkrebsrisiko. Liegt ein vererbbares familiäres oder aus anderen Gründen erhöhtes Brustkrebsrisiko vor, sollten häufigere Untersuchungen vereinbart werden – das kann auch für Frauen unter 30 Jahren gelten.

Früherkennung Darmkrebs

Ab 50 Jahren können Frauen jährlich einen Test auf okkultes, das heißt nicht sichtbares Blut im Stuhl durchführen lassen. Dieser Test kann auf Darmkrebs hinweisen. Ab dem 55. Lebensjahr empfehlen Experten die Durchführung einer Darmspiegelung (Koloskopie). Diese kann nicht nur Krebs erkennen, sondern auch Schleimhautwucherungen (Polypen) identifizieren, die sich im Laufe der Zeit zu Krebs entwickeln könnten. Sofern keine Auffälligkeiten zu finden waren, sollten Frauen eine zweite Koloskopie nach zehn Jahren durchführen lassen.

Früherkennung Hautkrebs

Ab 35 Jahren sollten sich Frauen alle zwei Jahre einem Hautkrebsscreening unterziehen. Die Kosten dafür werden in der Regel von den Krankenkassen getragen.

Früherkennungsuntersuchung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Check-up 35)

Ebenfalls ab dem 35. Lebensjahr können Frauen einen Herz-Kreislauf-Check-Up durchführen lassen. Dieser ist dann alle drei Jahre möglich und wird ebenfalls von den Krankenkassen übernommen.

Überblick zu Leistungen für Selbstzahler

Darüber hinaus gibt es auch einige zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen und -leistungen, die für bestimmte Frauen sinnvoll sein können, aber nicht regulär von allen Krankenkassen übernommen werden.

Ultraschalluntersuchungen der Brust

Während die Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs eingesetzt wird, kann ein zusätzlicher Ultraschall bei Frauen mit dichtem Brustgewebe hilfreich sein. Diese Untersuchung wird in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen.

ThinPrep-PAP-Test

Beim ThinPrep-PAP-Test handelt es sich um eine erweiterte Form des PAP-Abstrichs, bei dem die Zellen in einer Flüssigkeit aufbereitet werden, um eine genauere Diagnose zu ermöglichen. Auch dieser Test wird meist privat abgerechnet.

HPV-Impfung bei Frauen über 18 Jahren

Die HPV-Impfung schützt vor den Hochrisiko-HPV-Typen, die für die meisten Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind. Die HPV-Impfung wird für Mädchen und junge Frauen bis zum Alter von 17 Jahren von den Krankenkassen übernommen. Ob Frauen über 18 Jahre die Kosten selbst tragen müssen, hängt von der jeweiligen Krankenkasse ab. Viele übernehmen die Kosten mittlerweile entweder anteilig oder sogar komplett und das zum Teil bis zum 27. Lebensjahr oder sogar darüber hinaus.

Osteoporose-Vorsorge: Knochendichtemessung

Bei Frauen, die ein erhöhtes Risiko für Osteoporose haben (zum Beispiel durch familiäre Vorbelastung, geringe Knochendichte, Rauchen), kann eine Knochendichtemessung ab dem 50. Lebensjahr sinnvoll sein. Diese Untersuchung wird jedoch nicht standardmäßig von den Krankenkassen übernommen und muss häufig selbst bezahlt werden.

Früherkennung ist effektiv

Insbesondere Krebserkrankungen werden durch Vorsorgeuntersuchungen meist gut und vor allem rechtzeitig erkannt, was die Chancen auf Heilung erheblich erhöht. So können bei der Vorsorge von Gebärmutterhalskrebs mit Hilfe des PAP-Abstrichs bis zu 80 Prozent der Krebsvorstufen und Frühstadien erkannt werden.

Ein weiteres Beispiel ist das effektive Darmkrebsscreening, zu dem auch die Darmspiegelung gehört. Etwa 50 Prozent der Darmkrebserkrankungen werden durch das Screening frühzeitig erfasst und können dadurch oft erfolgreich therapiert werden.