Für ein starkes Gesundheitsnetzwerk
Wie Sana in Südbrandenburg mit kreativen Ideen neue Wege für eine zukunftssichere ambulante Versorgung beschreitet
Ob Vorsorge-Check, Infekt oder chronische Krankheit, ein operativer Eingriff oder eine Behandlung im Bereich Physio-und Ergotherapie: Das ambulante Medizin-Netzwerk, das der Gesundheitsdienstleister Sana im Süden Brandenburgs etabliert hat, sichert ein breites Spektrum an ambulanten medizinischen und therapeutischen Angeboten. Doch die sichere wohnortnahe Gesundheitsversorgung für die Menschen in der Region ist angesichts von Ärztemangel und einer immer älter werdenden Bevölkerung eine allgegenwärtige Herausforderung. Die regionalen Sana-Akteure stellen sich diesem stetigen Hürdenlauf mit überdurchschnittlichem Engagement und innovativen Ansätzen.
Ambulante Medizin ist essenziell für unsere Gesundheitsversorgung. Vom Hausarztbesuch über Facharzttermine zum Beispiel beim Kinderarzt oder Kardiologen, Urologen oder Gynäkologen bis hin zu Ergo- oder Physiotherapie: Wir alle sind ein Leben lang auf dieses medizinische Netzwerk angewiesen. Im Süden Brandenburgs trägt die Sana Kliniken AG, einer der größten deutschen Gesundheitsdienstleister, maßgeblich dazu bei, dass die Menschen, die hier zuhause sind, immer einen Arzt in ihrer Nähe haben. Das ambulante Angebot bildet die substanzielle Ergänzung zum stationären Spektrum der Sana Kliniken Niederlausitz an den Krankenhausstandorten Senftenberg und Lauchhammer.
Wohnortnah gut versorgt: In Medizinischen Versorgungszentren bekommen Patienten kompetente Hilfe – von der Schutzimpfung über Vorsorgechecks mit moderner Diagnostik wie Ultraschall bis hin zu kleineren operativen Eingriffen.
Weitverzweigtes Netzwerk
Unter dem Dach der Sana ist das ambulante Netzwerk in der Region in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen. Neben dem Sana Gesundheitszentrum Niederlausitz gehören seit Anfang des Jahres 2024 auch die Praxis-Netzwerke Doceins MVZ Brandenburg und das ANSB med. Zentrum zur Gruppe. Die drei Gesellschaften betreiben gemeinsam 30 KV-Sitze, also Arztsitze, die über die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg zugelassen wurden. Mit insgesamt 40 Ärzten und 120 nicht ärztlichen Mitarbeitenden spannt sich das ambulante Netzwerk an 16 Standorten über die Landkreise Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster.
Engagement für tausende Patienten
„Die medizinische Versorgung in der ländlichen Region ist herausfordernd“, sagt Björn Hentschel, der alle drei Gesellschaften als Geschäftsführer leitet, und verweist auf die großen Distanzen zwischen den einzelnen Standorten. Synergieeffekte wie die Kompensierung von Personalausfall, in dem Mitarbeitende bei Urlaub oder Krankheit in anderen Praxen aushelfen, seien da nur schwer möglich, weil oft 30 Minuten und mehr Fahrtzeit zwischen den Standorten liegen. Auch Medizinische Versorgungszentren (MVZ), in denen mehrere Praxen unter einem Dach bestehen und sich die Infrastruktur wie eine gemeinsame Anmeldung teilen, sind innerhalb des Netzwerkes noch selten. „Hinzukommt, dass wir bei moderat steigenden Erlösquoten gleichzeitig überdurchschnittlich steigende Kosten im Bereich Personal, Dienstleistungen wie Reinigung und Energie verzeichnen“, erklärt Björn Hentschel. Um die ambulante medizinische Versorgung langfristig zu sichern, sind aus Sicht des Geschäftsführers wirtschaftliches Denken und Handeln von allen Beteiligten sowie großes Engagement und optimal strukturierte Praxisabläufe gefragt. Von diesem Bemühen profitieren tausende Patienten in der Region: Das ambulante Praxis-Netzwerk ermöglicht kurze Wege zum nächsten Arzt, eine Vielfalt an Fachärzten aus unterschiedlichen Bereichen und einen bereichernden interdisziplinären Austausch zum Wohl der Patienten. „Wir bieten in den Praxen das ganze Jahr über eine hohe Verfügbarkeit und sind bestrebt, Vertretungen so zu organisieren, dass immer ein Ansprechpartner erreichbar ist“, erklärt Björn Hentschel. Schon jetzt vollführt der Geschäftsführer mit seinen Mitarbeitenden wahre Kraftakte, um Mediziner für die Region zu gewinnen. Mit Headhuntern, Personalagenturen und Kooperationspartnern wird intensiv nach Ärztinnen und Ärzten für Südbrandenburg gesucht.
Versorgungslücke geschlossen: Mandy Ziegenbalg und Dr. Till-Frederic Zimmermann haben im Herbst im Medizinischen Versorgungszentrum Schwarzheide die kardiologische Praxis übernommen und bieten dort ein umfassendes Betreuungsangebot für Herzpatienten in der Region.
Sehr gute Arbeitsbedingungen
Fachärzte für Kinder-und Jugendheilkunde, Dermatologie oder Neurologie seien extrem schwer zu finden, beklagt Björn Hentschel. Hinzu komme, dass in der Region etliche Mediziner noch praktizieren, obwohl sie längst das Rentenalter erreicht haben, aber keinen geeigneten Nachfolger finden. Der Druck ist enorm, denn die Menschen in Südbrandenburg wollen vor allem eines: Einen Termin beim Arzt, wenn sie ihn benötigen. Umso glücklicher ist der Geschäftsführer, wenn es gelingt, neue Ärzte für die Region zu begeistern. Aktuelles Beispiel dafür sind die beiden Kardiologen Mandy Ziegenbalg und Dr. Till-Frederic Zimmermann, die seit Oktober im MVZ Schwarzheide Herzpatienten betreuen. Sie waren zuvor in Dresden tätig und sind unter anderem in die Lausitz gewechselt, weil das Sana Gesundheitszentrum Niederlausitz ihnen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglicht. Einer der großen Vorteile des ambulanten Sana-Netzwerks. „Es ist enorm wichtig, dass die Ärzte ein Bild davon bekommen, was es heißt, in Südbrandenburg zu arbeiten. Wir bieten sehr gute Arbeitsbedingungen und sehr individuelle Anpassungen der Arbeitszeit: keine Schichten, keine Wochenenddienste, freie Tage nach Wunsch und die Möglichkeit, auch im Homeoffice zu arbeiten“, erklärt der Geschäftsführer. Zudem lockt die Arbeit in hellen, freundlichen Praxen mit modernen diagnostischen Methoden. „Wir bieten unseren Ärzten die Möglichkeit, mitzuentscheiden, mit welcher Medizintechnik die Praxis ausgestattet wird und ein Mitspracherecht bei der Personalauswahl, wir finanzieren Fort- und Weiterbildungen, bieten Dienstwagen-Optionen und attraktive finanzielle Anreize: Bei einem Praxiserfolg werden die Ärzte anteilig berücksichtigt und können dadurch Gehälter auf Oberarztniveau erreichen“, zählt Björn Hentschel die Vorteile auf. Das Sana Gesundheitszentrum Niederlausitz lässt sich jede Menge kreative Ansätze einfallen, um bei den Medizinern zu punkten.
Interessant für Weiterbildungsassistenten
Interessant ist das Netzwerk auch für Weiterbildungsassistenten. Derzeit absolvieren fünf Mediziner hier ihre Qualifizierung zum Facharzt. Einer von ihnen ist Martin Pavlik. Der erfahrene Urologe bildet sich derzeit zum Facharzt für Allgemeinmedizin weiter. Nach einem Jahr in den Sana Kliniken Niederlausitz war er zunächst in einer Hausarztpraxis in Welzow tätig und profitiert nun von der langjährigen Erfahrung von Hausärztin Dr. Anne Roeder in ihrer Landarztpraxis in Tettau. „Der große Vorteil für mich ist, dass ich während der Weiterbildungszeit auch in anderen ambulanten Praxen Erfahrungen sammeln kann“, sagt Martin Pavlik. Denn das breite Spektrum der Bereiche im Sana-Netzwerk, das von Psychiatrie über Kinder- und Jugendheilkunde bis zu Neurologie reicht, bietet angehenden Fachärzten die Möglichkeit zur Hospitation und zum Austausch mit Kollegen – ein großer Vorteil für die spätere Tätigkeit als Hausarzt. Perspektivisch sei in Kooperation mit dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz ein Weiterbildungskoordinator geplant, um die Assistenten noch besser zu betreuen, blickt Björn Hentschel in die Zukunft und sieht in der breiten Unterstützung von Medizinernachwuchs die große Chance, sie nachhaltig für die Region zu begeistern und hier halten zu können. Einen Beitrag dazu leiste auch das neue Weiterbildungsangebot „Psychosomatische Grundversorgung“ für angehende Fachärzte, das in Kooperation mit den Sana Kliniken Niederlausitz in der Region etabliert werden konnte.
„Die Menschen in der Region sollen auch in Zukunft darauf vertrauen können, dass sie bei uns die Hilfe finden, die sie benötigen", sagt Geschäftsführer Björn Hentschel.
Auf Zukunftskurs
Für den Geschäftsführer steht fest: Die Suche nach Ärzten und damit die Sicherung der ambulanten Versorgung wird auch in Zukunft nicht einfacher. Gleichsam will Björn Hentschel den Status quo nicht nur aufrechterhalten, sondern die Qualität der ambulanten Versorgung weiter ausbauen. Gemeinsam mit seinem Team arbeitet er unter anderem daran, die Expertise der Ärzte in den Kliniken noch intensiver einzubeziehen: „Es geht darum, Patienten noch schneller weiterführende Termine vermitteln zu können und das Netzwerk zu nutzen, um fachliche Fragen kurzfristig für die Patienten beantworten zu können. Denn die Menschen in der Region sollen auch in Zukunft darauf vertrauen können, dass sie bei uns die Hilfe finden, die sie benötigen. Zugleich werden wir das Thema Telemedizin perspektivisch ausweiten, um die Versorgung mit knapper werdenden Akteuren bestmöglich aufrechtzuerhalten.“ So wird unter dem Sana-Dach Medizin 360° gedacht. Von ambulant bis stationär, von Vorsorge bis Nachsorge, von der Geburt bis ins hohe Alter steht die Gesundheit der Menschen, die hier zuhause sind, im Mittelpunkt.
Weit verzweigte Vielfalt an Versorgungsangeboten
An diesen 16 Standorten ist das Sana in Südbrandenburg und Sachsen-Anhalt mit ambulanten Angeboten präsent: Senftenberg, Lauchhammer, Ruhland, Tettau, Welzow, Calau, Vetschau, Schlieben, Bad Liebenwerda, Finsterwalde, Falkenberg, Lübben, Elsterwerda, Schönborn, Schwarzheide und Jessen. Das medizinische Leistungsspektrum erstreckt sich von Innerer Medizin und Allgemeinmedizin mit Schwerpunkten im Bereich Diabetologie, Rheumatologie und Endokrinologie über Diagnostische Radiologie, Pädiatrie, Dermatologie, Kardiologie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Allgemeiner Chirurgie, Neurologie und Orthopädie bis hin zu Spezieller Schmerztherapie.