Senftenberg,
18
November
2025
|
08:49
Europe/Amsterdam

Geballte Kompetenz rund um Arzneimittel

Regionalapotheke Lübben versorgt Kliniken und Rettungswachen rund um die Uhr mit Medikamenten

Zusammenfassung
  • Regionalapotheke Lübben versorgt Kliniken, Rettungsdienste und ADAC Luftrettung
  • Rund 1300 Medikamente rund um die Uhr verfügbar
  • Ein Blick in die Geheimnisse hinter einer riesigen Logistikkette

Bei vielen Behandlungen von Patienten spielen Medikamente eine der Hauptrollen. Die Regionalapotheke in Lübben leistet einen wichtigen Beitrag: Mit 26 Mitarbeitenden versorgt die Einrichtung elf Kliniken an 13 Standorten in Brandenburg und Sachsen inklusive der Rettungsdienste der Landkreise Dahme-Spreewald und Oberspreewald-Lausitz. 

Schon kurz nach 7 Uhr am Morgen herrscht geschäftiges Treiben in der Regionalapotheke an der Schillerstraße in Lübben. Die Mitarbeitenden in der Kommissionierung haben auch an diesem Tag wieder reichlich zu tun. Mit großer Sorgfalt und technischer Unterstützung werden in den kommenden Stunden die Lieferungen für verschiedene medizinische Einrichtungen zusammengestellt, damit Therapien und Operationen wie geplant laufen können.

Sichere Versorgung rund um die Uhr

„Wir haben regelhaft rund 1300 Medikamente in unserem Lager. Was nicht vorrätig ist, können wir innerhalb weniger Stunden und Tage nachbestellen. Am größten ist der Bedarf bei Schmerzmittel und Kreislaufmedikamenten sowie Antibiosen und Infusionen“, erklärt Elke Ludewig.

Die Apothekerin gehört schon seit vielen Jahren zum Team und hat Anfang dieses Jahres die Leitung der Einrichtung übernommen. Derzeit sind neun Apotheker, ein Apotheken-Ingenieur, acht Pharmazeutisch-technische Assistenten und sechs Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellte, ein Lagerist und eine Sekretärin hier beschäftigt. Ein starkes Team für eine große Aufgabe: Die Regionalapotheke versorgt elf Kliniken an 13 Standorten in Brandenburg und Sachsen. Darunter die Sana Kliniken Niederlausitz, das Lausitzer Seenland Klinikum, das Sana-Herzzentrum Dresden, das Klinikum Dahme-Spreewald, der ADAC-Luftrettungsstützpunkt in Senftenberg und die Rettungswachen in den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz und Dahme-Spreewald.  Die Mitarbeitenden sorgen während der regulären Öffnungszeiten von Montag bis Freitag sowie per Rufdienst in der Nacht, an Wochenenden und Feiertagen dafür, dass Patienten in Brandenburg und Sachsen rund um die Uhr mit dringend benötigten Medikamenten versorgt werden können.

Regionalapotheke Lübben

Elke Ludewig, Leiterin der Regionalapotheke Lübben zeigt Einblicke in die tägliche Arbeit für eine sichere Versorgung in der Region. 

Download und Copyright

Große Regale. Lange Laufbänder. Digitaler Check.

Welches Haus wann und wie oft beliefert wird, ist in einem Plan genau festgelegt. Jeder Auftrag, der digital von den Kliniken, Stationen und Wachen bei der Apotheke eingeht, wird genau geprüft. Schließlich steht die Sicherheit der Patienten an erster Stelle.

Bei der Zusammenstellung der Container – große eckige Kunststoffbehälter - für die einzelnen Einrichtungen bekommt das Team Unterstützung von moderner Technik. Viele Prozesse laufen automatisiert und digitalisiert. Vor 13 Jahren ist die Lübbener Regionalapotheke in den Neubau umgezogen. Das Herz der großzügigen Räumlichkeiten bildet die Kommissionierhalle: In langen Regalen lagern hier die Medikamente. In der Kanzel - einem schmalen, verglasten Büro, von dem aus man die gesamte Halle im Blick hat - sitzen Mitarbeitende vor großen Bildschirmen, prüfen die Bestellungen und geben grünes Licht, sobald die Aufträge für eine Einrichtung komplett erfasst sind. Digital wird jeder Sammelauftrag an die tragbaren Handheld-Geräte der Kollegen gesendet, die umgehend damit beginnen, die Medikamente aus den Regalen zusammenzustellen. Die Packungen werden einfach auf lange Laufbänder gelegt und so zu dem automatischen Sortiersystem, dem Sorter, transportiert. Das Gerät scannt jede einzelne Verpackung und Pharmazentralnummer (PZN) und schleust die Medikamente dann automatisch in den richtigen Container aus. Der Sorter erfasst gleichzeitig die Serialisierungsnummer jedes verschreibungspflichtigen Arzneimittels und überprüft parallel in einer deutschlandweiten Datenbank die Echtheit des Arzneimittels. „Wir können fast alles über die Laufbänder transportieren. Nur Produkte wie Flaschen oder sehr große Packungen werden von Hand in die Container gepackt“, erklärt Elke Ludewig. In Minutenschnelle sind die Kunststoffkisten gefüllt und bereit für den Transport per Kurierdienst.

Neben den Arzneimitteln in den Regalen lagern eine Vielzahl an Infusions- und Dialyselösungen in der Regionalapotheke. Diese werden nach der Kommissionierung auf Paletten für die Häuser zur Verfügung gestellt, denn der Bedarf an Infusionslösungen in den Krankenhäusern und Einrichtungen ist entsprechend der Patientenzahl hoch.

Regionalapotheke Lübben

Alle Arzneimittel, die es nicht als Fertigarzneimittel gibt, werden im Rezepturraum individuell hergestellt.

Download und Copyright

Regionalapotheke Lübben

Im analytischen Labor werden alle Rohstoffe vor der Verarbeitung nach strengen Vorgaben untersucht.

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Gut geschützt im Tresorraum

Fast alle Aufträge werden in großen blauen Kisten ausgeliefert. Es gibt allerdings auch Spezial-Bestellungen: Medikamente, die gekühlt transportiert werden müssen, landen in Kühlboxen. Die Behälter für Zytostatika sind rot und Betäubungsmittel kommen in gelbe Kisten. „Unsere Betäubungsmittel lagern in einem separaten Tresorraum. Wir hatten früher mehrere Tresore dafür“, berichtet die Leiterin. Heute sind die Betäubungsmittel hinter einer dicken Stahltür, die sich nur über einen Code öffnen lässt, sicher geschützt.

Absolute Reinheit

Strengste Kontrolle ist auch im Reinraum neben der großen Halle angesagt. Dieser darf nur in Schutzanzügen und ungeschminkt betreten werden, denn hier stellen die Experten unter anderem Zytostatika für Chemotherapien, sterile Augentropfen, Speziallösungen für Knie-Operationen sowie Antikörpertherapien her. Mit ihrer Expertise können die Profis die Medikamente individuell je nach Gewicht oder Körperoberfläche für einzelne Patienten anfertigen.

Im Bereich der Rezeptur werden unter anderem Lösungen zum Einnehmen, Zäpfchen, Kapseln, Cremes, Salben, Pasten sowie Gele hergestellt. „Diese speziell angefertigten Medikamente werden dann zum Beispiel auf der Intensivstation, in der Kinderklinik oder in der Ultraschalltherapie eingesetzt“, berichtet Elke Ludewig.

Im Analytischen Labor prüfen die Mitarbeitenden alle Rohstoffe vor der Verarbeitung auf Identität sowie bei in großen Absatzmengen hergestellten Zubereitungen den Gehalt. Alles streng nach den Vorgaben des Arzneibuches. Erst danach erfolgt die Ausgabe an die Kliniken.

Mit Rat und Tat

Die Experten der Lübbener Regionalapotheke stehen den Pflegekräften, Ärzten und anderen medizinischen Profis auch am Telefon mit Rat zur Seite. „Wir bekommen ganz viele Anfragen: Ist eine Tablette teilbar, können mehrere Medikamente parallel oder per Sonde verabreicht werden, sind Wechselwirkungen der Wirkstoffe untereinander zu erwarten, gibt es bei Unverträglichkeiten wie z.B. Laktoseintoleranz eine Alternative, welche Intervalle sind zu beachten und vieles mehr“, erklärt die Apothekenleiterin. Ihr Team hat immer eine fachkompetente Antwort parat. Auch bei den regelmäßigen Stationsbegehungen in alle belieferten Einrichtungen und bei Fachvorträgen geben die Experten ihr Wissen weiter. Im Rahmen der Stationsbegehungen werden nach Apothekenbetriebsordnung die Lagerung von Arzneimitteln und Medizinprodukten, deren Beschaffenheit sowie die Betäubungsmitteldokumentation durch die Fachexperten geprüft.

Regionalapotheke Lübben

Im Reinraum werden unter strengster Kontrolle unter anderem Zytostatika für Chemotherapien, sterile Augentropfen, Speziallösungen für Knie-Operationen sowie Antikörpertherapien hergestellt.

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Blick in die Zukunft: Die Elektronische Patientenakte

Mit steigender Digitalisierung wird auch die Pflege von Arzneimittelstammdaten für die elektronische Patientenakte immer wichtiger. Die Lübbener Experten betreuen in den Einrichtungen und Kliniken diese Stammdaten und sorgen dafür, dass Ärzte Medikamente und Dosierungen anordnen können. Gleichzeitig haben die Apotheker Einblick in die vollständige Medikation des Patienten und können entsprechende Therapiehinweise geben.

Die Expertenbetreuung erleichtert den Ärzten und Pflegekräften den Umgang mit der elektronischen Patientenakte, denn das intelligente System unterstützt in den täglichen Arbeitsprozessen im Stationsalltag. So sorgt das Team der Lübbener Regionalapotheke schon heute dafür, dass Patienten nicht nur medizinisch und pflegerisch kompetent, sondern auch pharmazeutisch gut versorgt genesen können.

Neue pharmazeutische Aufnahme

Ganz individuellen Rat zu einzelnen Patienten gibt es seit einigen Monaten bei der pharmazeutischen Aufnahme - ein Angebot, das bislang nur für die elektiven Patienten der Orthopädie in der Spreewaldklinik läuft. Dabei werden nicht nur Medikamentenpläne besprochen, die der Patient mitbringt, sondern auch, welche freiverkäuflichen Produkte zusätzlich eingenommen werden, ob Allergien bekannt sind und vieles mehr. „Mit diesem Wissen können die Medikation im Krankenhaus viel besser angepasst und Ärzte sowie das Pflegepersonal frühzeitig auf eventuelle Wechselwirkungen oder Auffälligkeiten hingewiesen werden. Das ist ein wichtiger Beitrag für mehr Patientensicherheit“, sagt Elke Ludewig und würde die pharmazeutische Aufnahme in Zukunft gern auf weitere Kliniken ausweiten. Sie ist überzeugt: Individueller Service für Patienten und Partner wird neben der weiteren Digitalisierung eine der großen Zukunftsaufgaben für die Regionalapotheke.