Gesund und sicher zurück in Form
Schwarzheider Kardiologe Dr. Till-Frederic Zimmermann empfiehlt Herz-Check vorm Einstieg ins Training
- Herzgesundheit der Lausitzer verändert sich im Laufe des Lebens
- Lausitzer Kardiologe Dr. Till-Frederic Zimmermann warnt vor unbekannten Gesundheitsrisiken
- Untersuchungen bei Hausarzt und Kardiologen zum Schutz vor Herzinfarkt und Co.
Unser Herz verändert sich im Laufe unseres Lebens und verliert nicht selten an Leistungsfähigkeit, je älter wir werden. Um lange gesund und fit zu bleiben, ist neben einer gesunden Ernährung Sport ein elementarer Baustein. Bis etwa zum 30. Lebensjahr ist Sport in der Regel problemlos möglich, danach können jedoch Risikofaktoren allmählich eine entscheidende Rolle spielen, warnt der Lausitzer Kardiologe Dr. Till-Frederic Zimmermann. Seine Empfehlung: Vor dem Einstieg ins Training ist ein Check-up beim Kardiologen sinnvoll, um etwaige Risiken rechtzeitig abzuklären.
Unser Herz ist ein echter Powermuskel: Mit rund 60 bis 80 Schlägen pro Minute pumpt er etwa fünf Liter Blut durch unseren Körper. Rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. „Bei einem 60 Jahre alten Menschen hat das Herz also schon rund 2,5-Milliarden-mal geschlagen. Da können durchaus Verschleißerscheinungen auftreten“, sagt Dr. Till-Frederic Zimmermann, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, der gemeinsam mit Mandy Ziegenbalg in der kardiologischen Praxis des Sana Gesundheitszentrum Niederlausitz in Schwarzheide praktiziert.
Fit und gesund bis ins hohe Alter? Mit einer Kombination aus regelmäßigem Sport und gesunder ausgewogener Ernährung kann das gelingen. Der Schwarzheider Kardiologe Dr. Till-Frederic Zimmermann empfiehlt, beim Thema Sport und Training das Herz regelmäßig checken zu lassen.
Je älter, desto höher die Gefahr
„Bis zum 30. Lebensjahr ist in der Regel Sport ohne Probleme möglich, sofern noch keine gravierenden Erkrankungen aufgetreten sind. Aber je älter wir werden, desto mehr können Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht, Nikotinkonsum oder eine positive Familienanamnese eine Rolle spielen“, betont der Herz-Experte. Das kann dazu führen, dass Herzklappen undicht werden und nicht mehr richtig schließen oder verkalken und sich nur noch eingeschränkt öffnen. Auch die Verengung der Herzkranzgefäße ist durch Ablagerungen an den Gefäßwänden mit zunehmendem Alter möglich. „Außerdem kann die Leistungsfähigkeit des Herzens allmählich abnehmen, weil sich der Muskel zum Beispiel durch einen Bluthochdruck verdickt und steifer wird oder die Pumpleistung insgesamt nachlässt“, erklärt der Kardiologe. Unabhängig davon gibt es auch angeborene Erkrankungen des Herzmuskels, die sich erst im Laufe der Zeit manifestieren und zu Symptomen wie beispielsweise Herzrhythmusstörungen oder Luftnot führen können. Diese gilt es frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Scores ermitteln 10-Jahres-Risiko
Der Wiedereinstieg oder Start eines regelmäßigen Trainings ist also nicht unbedingt nur eine Frage des Alters, sondern hängt auch von der Anzahl der Risikofaktoren ab. „Deswegen ist es wichtig, mit dem Hausarzt oder einem Kardiologen zu sprechen und die Risiken abzuklären“, empfiehlt Dr. Till-Frederic Zimmermann. Standard sollte hierbei neben einer gründlichen Anamnese eine Laboruntersuchung sein, bei der unter anderem Cholesterin- und Blutzuckerwerte gemessen werden. Mit zusätzlicher Hilfe von Scores kann das individuelle Risiko eines Patienten für ein kardiovaskuläres Ereignis in den kommenden zehn Jahren bestimmt werden.
Das Belastungs-EKG bietet Herzexperten einen aufschlussreichen Blick auf die Gesundheit des Lebensmotors. Kardiologen wie Dr. Till-Frederic Zimmermann achten dabei vor allem darauf, wie schnell sich das Herz nach einer starken Belastung wieder erholt und zurück in den Ruhepuls kommt. Vor dem Wieder- oder Neueinstieg ins Training empfiehlt er Lausitzern über 30 Jahren, sich einem CheckUp zu unterziehen.
Zusätzliche Tests bringen Klarheit
„Je nach dem, wie hoch der Score ausfällt, muss man entscheiden, ob neben einem Elektrokardiogramm (EKG) und einer Echokardiographie weitere Untersuchungen notwendig sind“, erklärt der Herz-Experte. Ein Kardiologe kann beispielsweise mit einem Belastungs-EKG das Verhalten von Blutdruck und Herzfrequenz bestimmen und erkennen, ob Rhythmusstörungen oder etwa eine Minderdurchblutung des Herzens auftreten. Bei einem Verdacht auf eine Verkalkung der Herzkranzgefäße (KHK) sind weitere Untersuchungen wie ein Koronar-CT, eine Stress-Magnetresonanztomographie oder Szintigraphie des Herzens, vielleicht sogar eine Herzkatheteruntersuchung erforderlich. „Generell sind ein EKG, eine Echokardiographie und gegebenenfalls eine Ergometrie sinnvoll. Insbesondere bei intensiverem Sport wie einem Marathonlauf sollte ein Check-up beim Kardiologen erfolgen“, empfiehlt der Facharzt.
Das ideale Duo: Kraft und Ausdauer
Welcher Sport „intensiv“ ist, ist natürlich sehr individuell und hängt von Faktoren wie dem Alter, dem persönlichen Fitnesslevel und eventuellen Vorerkrankungen wie Adipositas und Bluthochdruck ab. Grundsätzlich sind klassische Sportarten wie Radfahren, Schwimmen, Laufen, Nordic Walking, und Tennis sowie Langlauf ideal, um unser Herz-Kreislauf-System zu stärken. „Früher ging man immer davon aus, dass Ausdauersport das `Non plus ultra` ist. Heute weiß man aber, dass Kraftsport mindestens genauso wichtig ist. Beide Sportarten müssen sich ergänzen“, unterstreicht der Arzt. Denn mit zunehmendem Alter schmilzt unsere Muskelmasse nur so dahin. Mediziner sprechen von Sarkopenie. Dieser Prozess sorgt beispielsweise dafür, dass ein 70-Jähriger rund drei Prozent seiner Muskelmasse pro Jahr verliert. „Dies können wir nur aufhalten, wenn wir dem mit Kraftsport entgegenwirken“, erklärt Dr. Till-Frederic Zimmermann. In der Schwarzheider Praxis im Medizinischen Versorgungszentrum empfehlen die Fachärzte unter anderem ein Sieben-Minuten-Workout, das sich auch gut in den stressigen Alltag integrieren lässt. Vor allem für Ältere sollte dieses zum Pflichtprogramm gehören. Empfehlenswert sind zusätzlich Besuche im Fitnessstudio oder ein Training zu Hause, das idealerweise anfangs durch einen Experten angeleitet wird. „Wichtig ist, die Muskeln so zu trainieren, dass man mit 10 bis 15 Wiederholungen in zwei bis drei Durchläufen mit kurzen Zwischenpausen seine Muskeln so stark beansprucht, dass sie am Ende ,brennen‘. So wird ein Anreiz im Muskel gesetzt, damit er wächst“, empfiehlt der Experte. Den größten Erfolg erreicht man, mit möglichst ein bis zwei Tagen Pause zwischen den Trainingseinheiten. Mit einer Kombination aus regelmäßigem Sport und gesunder ausgewogener Ernährung kann man somit bis ins hohe Alter fit und gesund bleiben.
Mehr über das Sana Gesundheitszentrum Niederlausitz
Das Sana Gesundheitszentrum Niederlausitz ist ein moderner Gesundheitsdienstleister und vereint Medizinische Versorgungszentren und Arztsitze in Lauchhammer, Schwarzheide, Ortrand, Senftenberg, Welzow, Elsterwerda, Vetschau und Tettau. In den Medizinischen Versorgungszentren und umliegenden Arztpraxen unter dem Dach des Sana Gesundheitszentrum Niederlausitz werden auf 19 Arztsitzen jährlich mehr als 66.000 Patientinnen und Patienten in insgesamt 10 unterschiedlichen Fachgebieten behandelt.