Königs Wusterhausen,
08
Juni
2026
|
08:07
Europe/Amsterdam

Gut versorgt auch ohne Krankenhausaufenthalt

Klinikum Dahme-Spreewald entwickelt HNO-Angebot weiter und folgt damit der regionalen Versorgungsrealität

Zusammenfassung
  • stationäre Versorgung erfolgt künftig gebündelt in spezialisierten Zentren

  • ambulante Versorgung in der Region gut von der Kassenärztlichen Vereinigung aufgestellt 

  • moderne HNO-Medizin ermöglicht viele Behandlungen ohne stationären Aufenthalt

Die medizinische Versorgung im Bereich der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO) befindet sich seit mehreren Jahren im Wandel. Vor diesem Hintergrund beabsichtigt das Klinikum Dahme-Spreewald, im Rahmen der Krankenhausreform keine stationäre Leistungsgruppe HNO mehr am Standort Königs Wusterhausen zu beantragen und die stationäre Versorgung an den Standort des Ernst von Bergmann Klinikum zum 30.06.2026 zu verlagern. 

Ausschlaggebend für diese Entscheidung ist der kontinuierliche Rückgang der stationären Fallzahlen. Zuletzt lag der Versorgungsbedarf bei weniger als einem stationären Fall pro Tag. Parallel dazu hat die Ambulantisierung im HNO-Bereich deutlich an Bedeutung gewonnen. Zahlreiche Eingriffe, die früher regelhaft stationär durchgeführt wurden, können heute ambulant erbracht werden. „Wir richten unsere Strukturen konsequent an der tatsächlichen stationären Nachfrage und den medizinischen Notwendigkeiten aus“, sagt André Jasper, Geschäftsführer des Klinikum Dahme-Spreewald. 

Symbolbild_HNO



HNO-Medizin ist heute in vielen Fällen ambulante Medizin: Untersuchungen, kleinere Eingriffe und Nachbehandlungen können meist ohne stationären Aufenthalt organisiert werden. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das kurze Wege, planbare Abläufe und eine schnelle Rückkehr nach Hause. Nur wenn es medizinisch notwendig ist, erfolgt die Behandlung weiterhin stationär. Download und Copyright

Ambulante Versorgung im Landkreis gesichert

Die ambulante HNO-Versorgung ist im Landkreis Dahme-Spreewald durch die bestehenden Strukturen des vertragsärztlichen Systems vollständig abgedeckt. D.h. sämtliche für HNO-Ärzte vorgesehenen Niederlassungsmöglichkeiten (sogenannte KV-Sitze) sind aktuell im Landkreis besetzt.  Aus fachlicher Sicht ist somit eine bedarfsgerechte ambulante Versorgung ohne Versorgungslücke gesichert.

Für Patienten, die auch weiterhin eine stationäre Behandlung benötigen, stehen leistungsfähige Versorgungsstrukturen in der Region zur Verfügung (z.B. Ernst von Bergmann Klinikum, Vivantes Klinikum Neukölln, Helios Bad Saarow). Die stationäre Versorgung wird künftig, wie in der Krankenhausreform vorgesehen, verstärkt in spezialisierten Zentren gebündelt, die über entsprechende Fallzahlen, personelle Ressourcen und technische Ausstattung verfügen. Eine zentrale Rolle übernimmt dabei das Ernst-von-Bergmann Klinikum in Potsdam. Die HNO-Klinik wird vom erfahrenen Chefarzt und Zentrumsleiter Prof. Dr. Markus Jungehülsing geleitet, der in Personalunion bisher die HNO-Abteilung am Klinikum Dahme-Spreewald verantwortet.

„Die Entwicklung im HNO-Bereich ist seit Jahren klar erkennbar: Der stationäre Bedarf geht zurück, während ambulante Behandlungsmöglichkeiten zunehmen“, erklärt Prof. Dr. Markus Jungehülsing. „Vor diesem Hintergrund ist die Bündelung stationärer Leistungen an spezialisierten Standorten medizinisch sinnvoll. Sie ermöglicht eine stabile Struktur, ausreichende Fallzahlen und damit eine dauerhaft hohe Behandlungsqualität.“

Jungehülsing


Prof. Dr. Markus Jungehülsing führt seit vielen Jahren die HNO-Abteilung in Königs Wusterhausen und am Ernst von Bergmann Klinikum in Potsdam. Auch nach der Neuorganisation der stationären Versorgung bleibt er das vertraute Gesicht der HNO-Medizin für die Patientinnen und Patienten aus Königs Wusterhausen. Download und Copyright

Eingespielte Zusammenarbeit bleibt bestehen

Die bisherige Versorgung am Standort Königs Wusterhausen erfolgte in Kooperation mit dem Ernst-von-Bergmann Klinikum und ist bereits heute in ein regionales Versorgungsnetz eingebettet. Diese Zusammenarbeit wird fortgeführt. Für die Patienten ergibt sich daraus ein klar strukturierter Versorgungsweg: Die Erstvorstellung erfolgt weiterhin im ambulanten Bereich bei niedergelassenen Fachärzten für Hals-, Nasen- und Ohrenkunde. Bei entsprechender Indikation wird die Weiterbehandlung in spezialisierten stationären Einrichtungen organisiert. Die Nachsorge kann anschließend wieder wohnortnah erfolgen.

Einordnung im Rahmen der Krankenhausreform

Die geplante strukturelle Anpassung orientiert sich an den Zielen der Krankenhausreform: der Sicherstellung medizinischer Qualität, der bedarfsgerechten Steuerung von Leistungen sowie dem effizienten Einsatz personeller Ressourcen. Das Klinikum steht dazu in engem Austausch mit dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Aus fachlicher Sicht besteht keine Notwendigkeit, die stationäre HNO-Versorgung am Standort Königs Wusterhausen in Zukunft aufrechtzuerhalten. Die Versorgung ist durch bestehende ambulante Strukturen und regionale Schwerpunktzentren vollständig gewährleistet.

Über das Klinikum Dahme-Spreewald 

Unter dem Dach des Klinikums Dahme-Spreewald vereinen sich die beiden Standorte Spreewaldklinik Lübben und das Achenbach-Krankenhaus Königs Wusterhausen. Die beiden Krankenhäuser versorgen jährlich mehr als 25.000 stationäre und mehr als 50.000 ambulante Patientinnen und Patienten. Dafür stehen in den beiden Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung insgesamt 448 Betten in neun Fachbereichen zur Verfügung. Die jährlich steigende Zahl an versorgten Patienten belegt die Bedeutung und die Akzeptanz einer kompetenten und qualitativ hochwertigen Versorgung in der Region. Besondere Expertise beweist das Klinikum Dahme-Spreewald in der Weichenstellung von zukünftig wichtigen Bereichen. So gehören Palliativmedizin und Spezielle Schmerztherapie schon heute zum fest etablierten Behandlungsspektrum. In der Gesundheitsakademie Heinz-Sielmann, die ebenfalls unter der Trägerschaft des Klinikum Dahme-Spreewald steht werden mehr als 130 Schülerinnen und Schüler auf den Berufsalltag in der Pflege vorbereitet. Die Gesundheitsakademie zählt zu den größten Einrichtungen dieser Art im Land Brandenburg. Ergänzend bestehen seit 2019 ambulante Versorgungsmöglichkeiten. Zunächst durch das Medizinische Versorgungszentrum Dahme-Spreewald in Königs Wusterhausen in den Bereichen Allgemeinmedizin/Innere Medizin, Chirurgie und Kinder- und Jugendmedizin sowie seit 2022 im MVZ Poliklinik Lübben in den Bereichen Allgemeinmedizin, Gynäkologie und Chirurgie.

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