Heiße Tage, kühler Kopf – Profitipps für ältere Lausitzer
Experten der Geriatrie Lauchhammer geben praktische Tipps für Sicherheit und Wohlbefinden an heißen Tagen
- Geriatrie-Chefärztin der Sana Kliniken Niederlausitz gibt Handlungsempfehlungen für Hitzetage
- Hohe Temperaturen und starke Sonneneinstrahlung belasten Ältere besonders stark
- Diese Warnzeichen sollten pflegende Angehörige ernst nehmen
Der Sommer ist zurück und mit ihm die Hitzerekorde in der Lausitz. Bis auf 33 Grad soll das Thermometer in den kommenden Tagen steigen. Heiße Sommertage können für ältere Lausitzer zur echten Belastungsprobe werden. Dr. Karin Schmidt, Chefärztin der Klinik für Geriatrie der Sana Kliniken Niederlausitz in Lauchhammer, gibt Tipps, wie die Hitze für Senioren erträglicher wird und worauf Angehörige achten sollten.
Wenn die Sonne brennt, die Thermometer Rekordwerte anzeigen und die Lausitz unter der Sommerhitze ächzt, dann leiden vor allem viele ältere Menschen unter den Extremtemperaturen. „Für ältere Patienten sind sehr heiße Tage und Hitzewellen eine große Herausforderung. Denn mit dem Alter verändern sich Stoffwechselprozesse, der Körper kann Temperaturen nicht mehr so schnell wie in jüngeren Jahren regulieren und manches wird beschwerlicher. Viele Senioren sind zudem chronisch krank oder geschwächt“, zählt Dr. Karin Schmidt auf. Die erfahrene Fachärztin für Innere Medizin und Geriatrie weiß: „Bei großer Hitze fällt es vielen noch schwerer als ohnehin schon, ihren Alltag zu bewältigen.“
Getränke gut erreichbar aufstellen
Umso wichtiger ist es, dass Menschen über 65 nicht nur selbst besonders gut an heißen Tagen auf sich achten, sondern auch dass Angehörige, Nachbarn und Freunde ein wachsames Auge auf betagte Mitmenschen haben. An oberster Stelle steht: genügend trinken. „Die optimale persönliche Trinkmenge ist sehr individuell und hängt unter anderem vom Allgemeinzustand, Erkrankungen, Gewicht, Alter und äußeren Gegebenheiten wie Wetter und Klima ab“, erklärt die Chefärztin. Weil im Alter häufig das Durstgefühl schwindet und manche Senioren auch schlichtweg vergessen, regelmäßig zu trinken, oder wegen ihrer eingeschränkten Mobilität Getränke manchmal auch nicht gut erreichen können, hat Dr. Karin Schmidt für Senioren sowie deren Angehörige und Pflegekräfte einen Tipp parat: „Einfach täglich 1,5 bis zwei Liter Getränke an all den Orten im Umfeld abzustellen, die für den Betroffenen gut erreichbar sind.“ Optimal sind neben Wasser auch Getränke mit Geschmack wie leichte Saftschorlen (Vorsicht: Zuckergehalt), Wasser mit ein wenig Zitronensaft oder Tees. Auch eine Tasse Kaffee ist geeignet. eiskalte Getränke sind eher ungünstig, weil der Körper versucht, dagegen zu regulieren und weiter schwitzt.
Lieber leichte Kost
Auch die Wahl der Mahlzeiten kann den Umgang mit der Hitze erleichtern. Schwer verdauliche, fettreiche Nahrung belastet den Körper zusätzlich. Deswegen rät die Fachärztin für Innere Medizin und Geriatrie statt gehaltvoller Braten lieber auf leichte Gerichte wie Suppen und Salate zurückzugreifen. Obstsorten wie Melonen, Birnen und Nektarinen sind besonders wasserreich und helfen mit, den Flüssigkeitsbedarf zu decken.
Vor allem für ältere Menschen sind die Temperaturrekorde im Sommer eine echte Herausforderung. Die erfahrenen Profis der Klinik für Geriatrie geben deshalb Tipps, worauf Angehörige achten sollten und wie betagte Lausitzer die Hitzewelle gut überstehen. Download und Copyright
Kühle Brise
Ältere Menschen sollten die direkte Sonneneinstrahlung lieber meiden und sich während der heißesten Stunden des Tages – also zwischen 11 und 16 Uhr – am besten in kühle Räume zurückziehen. „Vorsicht gilt bei Klimaanlagen, denn große Temperaturunterschiede können den Kreislauf zusätzlich belasten“, warnt die Expertin für Altersmedizin und rät dazu, sich lieber ein kühles, nasses Tuch in den Nacken oder auf die Heizung zu legen. Regelmäßiges Durchlüften der Räume, vor allem während der kühleren Nachtstunden, ist ebenfalls günstig. „Dabei sollte allerdings beachtet werden, dass die älteren Menschen dabei zugedeckt im Bett liegen und nicht schwitzend im Durchzug sitzen“, erklärt Dr. Karin Schmidt. Um die Hitze am Tage möglichst draußen zu halten, sollten Rollläden oder Vorhänge geschlossen bleiben.
Lieber in den Schongang schalten
Lieber einen Gang herunterschalten sollten Ältere auch bei körperlichen Aktivitäten. Besorgungen wie Einkäufe oder der Gassigang mit dem Hund sind in den kühleren Morgen- und Abendstunden weniger anstrengend als in der großen Mittagshitze. Das gilt auch für sportliche Aktivitäten wie Radfahren, Joggen oder Wandern: Bei Extremtemperaturen ist weniger mehr. Die nächste sportliche Runde sollte besser auf Tage mit gemäßigterem Wetter verschoben werden.
Dr. Karin Schmidt ist Chefärztin der Klinik für Geriatrie in Lauchhammer. Aus jahrelanger Erfahrung weiß sie genau, wie belastend vor allen hohe Temperaturen für ältere Menschen sind. Gemeinsam mit ihrem Team aus Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten versorgt sie jährlich hunderte Patienten in den Sana Kliniken Niederlausitz. Copyright und Download
Warnsignale beachten
„Hitze kann krank machen. Erschöpfung, Kopfschmerzen, blasse oder stark gerötete Haut können ebenso erste Warnsignale sein wie Übelkeit, Kurzatmigkeit oder gar Fieber und Krämpfe“, zählt Dr. Karin Schmidt auf. Gefahr im Verzug ist, wenn die am Arm oder Bein beim Zusammendrücken als Falte stehen bleibt und sich nicht löst. Auch eine trockene, borkig belegte Zunge und dunkelverfärbter Urin sind ernste Hinweise. „Ehepartner, Angehörige oder Pflegekräfte sollten solche roten Warnzeichen unbedingt ernst nehmen und die betroffene Person medizinisch durchchecken lassen“, rät die Chefärztin eindringlich.