Dahme-Spreewald,
01
September
2025
|
07:24
Europe/Amsterdam

Hilfe zur Selbsthilfe als goldene Physio-Regel

KDS Therapiechefin erklärt: So hat sich die Physiotherapie in den vergangenen 30 Jahren entwickelt

Zusammenfassung
  • 30. Internationaler Tag der Physiotherapie am 8. September 2025
  • Expertin erklärt: Darum ist Physiotherapie heute wichtiger als vor 30 Jahren
  •  Yvonne Erler, Leiterin des KDS-Therapiezentrums: Trend von „Hands-on“ zu „Hands-off-Therapie“ hält an

Am 8. September 2025 findet bundesweit zum 30. Mal Welttag der Physiotherapie statt. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich nicht nur der Fokus bei den Therapien verschoben. Auch die Bedeutung von Physiotherapie ist angesichts des demographischen Wandels spürbar gewachsen, sagt Yvonne Erler, Leiterin des Therapiezentrums im Klinikum Dahme-Spreewald. Sie erklärt, warum Patienten heute viel mehr aktiv gefordert sind als vor 30 Jahren.

„Physiotherapie hat in den vergangenen 30 Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Das liegt vor allem an der Alterspyramide. Mit zunehmender Lebenserwartung treten bei vielen Menschen auch körperliche Probleme auf, die Beschwerden verursachen“, sagt Yvonne Erler. Die erfahrene Physiotherapeutin leitet das Therapiezentrum des Klinikum Dahme-Spreewald, in dem sich insgesamt 30 Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Sporttherapeuten, Masseure und medizinische Bademeister sowie Therapiehündin Ella um Patienten an den Krankenhausstandorten Lübben und Königs Wusterhausen kümmern. Neben Erkrankungen, die mit zunehmendem Alter die Mobilität einschränken können, kommt es zu einem natürlichen Phänomen: Sarkopenie heißt der Prozess, der dafür sorgt, dass wir Muskelmasse und Kraft verlieren, je älter wir werden.

 

Physiotherapie

Im Geräteraum des Therapiezentrums im Achenbach-Krankenhaus Königs Wusterhausen zeigt Physiotherapeutin A. Raithel einer Patientin, wie sie effektiv trainieren kann. Gute Anleitungen für das Üben zu Hause und Hilfe zur Selbsthilfe werden in der Begleitung von Patienten immer wichtiger. 

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Längeres Leben - länger fit bleiben

„Wir werden heute im Durchschnitt nicht nur älter als früher, sondern haben auch eine längere Arbeitspflicht. Wer bis ins hohe Alter fit und mobil bleiben möchte, muss frühzeitig etwas für sich tun“, betont die Leiterin. Denn Fehlhaltungen, Überlastungen, einseitige oder zu wenig Bewegung können dem Körper auf Dauer schaden. „Mit zunehmender Digitalisierung im Zeitalter der Industrialisierung nimmt uns die Technik vieles ab. Allerdings führt das Bedienen der Maschinen und Geräte häufig zu einseitigen Belastungen und diese können langfristig Beschwerden verursachen“, weiß die Physiotherapeutin. Zu den häufigsten Erkrankungen, die oft schon Kinder und Jugendliche plagen, gehören Rückenschmerzen.

So früh wie möglich starten

„Training ist in jedem Alter sinnvoll. Ab dem 30. Lebensjahr ist unsere Leistungskurve rückläufig. Das heißt: Je älter ich werde, desto mehr muss ich dafür tun, um Resultate wie in jungen Jahren zu erreichen“, erklärt die Physiotherapeutin und betont: „Es ist nie zu spät anzufangen. Das Wichtigste ist, so früh wie möglich zu beginnen und nicht erst abzuwarten, bis die Schmerzen schon chronisch sind.“

Yvonne Erler

 

Yvonne Erler leitet das Therapiezentrum im Klinikum Dahme-Spreewald. Rund 30 Therapeuten kümmern sich an den Krankenhausstandorten Lübben und Königs Wusternhausen um Patienten. 

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Der Weg zu Hands off-Therapie

Mit ihren Teams in der Spreewaldklinik Lübben und im Achenbach-Krankenhaus Königs Wusterhausen begleitet sie jährlich hunderte ambulante und stationäre Patienten dabei, wieder fit für den Alltag zu werden. Die Therapiewege und die Anforderungen an die Patienten haben sich dabei in den zurückliegenden Jahrzehnten stark verändert. „Der Trend von der ,Hands-on‘ zur ,Hands-off-Therapie‘ hält weiter an“, sagt Yvonne Erler. Während früher vorwiegend auf passive Behandlungsmethoden wie Massagen, Elektro- und Wärmetherapie gesetzt wurde, bei denen der Patient nicht aktiv werden musste, ist heute aktives Mitmachen gefragt. „Heute steht die Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund. Wir Therapeuten geben unseren Patienten in der zur Verfügung stehenden Zeit gezielt Anleitungen und Übungspläne an die Hand, mit denen sie zu Hause längerfristig weitertrainieren können“, erklärt die Therapeutin. Mit kurzfristiger Unterstützung durch die Physio-Profis können Patienten so nachhaltig von dem Wissen der Experten profitieren und ihrem Körper etwas Gutes tun, um möglichst schnell wieder fit zu werden und lange mobil zu bleiben.

Über das Klinikum Dahme-Spreewald 

Unter dem Dach des Klinikums Dahme-Spreewald vereinen sich die beiden Standorte Spreewaldklinik Lübben und das Achenbach-Krankenhaus Königs Wusterhausen. Die beiden Krankenhäuser versorgen jährlich mehr als 25.000 stationäre und mehr als 50.000 ambulante Patientinnen und Patienten. Dafür stehen in den beiden Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung insgesamt 448 Betten in neun Fachbereichen zur Verfügung. Die jährlich steigende Zahl an versorgten Patienten belegt die Bedeutung und die Akzeptanz einer kompetenten und qualitativ hochwertigen Versorgung in der Region. Besondere Expertise beweist das Klinikum Dahme-Spreewald in der Weichenstellung von zukünftig wichtigen Bereichen. So gehören Palliativmedizin und Spezielle Schmerztherapie schon heute zum fest etablierten Behandlungsspektrum. In der Gesundheitsakademie Heinz-Sielmann, die ebenfalls unter der Trägerschaft des Klinikum Dahme-Spreewald steht werden mehr als 130 Schülerinnen und Schüler auf den Berufsalltag in der Pflege vorbereitet. Die Gesundheitsakademie zählt zu den größten Einrichtungen dieser Art im Land Brandenburg. Ergänzend bestehen seit 2019 ambulante Versordnungsmöglichkeiten. Zunächst durch das Medizinische Versorgungszentrum Dahme-Spreewald in Königs Wusterhausen in den Bereichen Allgemeinmedizin/Innere Medizin, Chirurgie und Kinder- und Jugendmedizin sowie seit 2022 im MVZ Poliklinik Lübben in den Bereichen Allgemeinmedizin, Gynäkologie und Chirurgie.

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