Kino statt Vollnarkose
Klinikum Dahme-Spreewald setzt auf innovative VR-Brille im OP
VR-Brille unterstützt Patienten vor, während und nach ausgewählten Eingriffe
Stress und Angst können nachweislich reduziert werden
Fachübergreifender Einsatz – von Chirurgie bis Gynäkologie
Ein ruhiger Waldspaziergang, sanfte Meeresgeräusche oder ein Flug über beeindruckende Landschaften: Für viele Patienten im Klinikum Dahme-Spreewald beginnt der Weg in den Operationssaal inzwischen mit einem Perspektivwechsel. Möglich macht das eine speziell für den medizinischen Einsatz entwickelte VR-Brille, die bei ausgewählten Eingriffen eingesetzt wird und gezielt zur Entspannung beiträgt.
„Medizinische Eingriffe sind für viele Menschen mit Unsicherheit und Anspannung verbunden“, sagt Dr. Adriane Kalsow, Chefärztin der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin am Klinikum Dahme-Spreewald. „Mit der VR-Brille schaffen wir eine Möglichkeit, die Aufmerksamkeit bewusst aus der OP-Situation herauszulenken. Patienten erleben nicht den Operationssaal, sondern ihre eigene ruhige Umgebung.“
Die Technologie kommt insbesondere bei Eingriffen in Regionalanästhesie oder unter leichter Sedierung zum Einsatz – also genau dann, wenn Patienten wach oder nur leicht gedämpft sind und ihre Umgebung bewusst wahrnehmen. Während das operative Team den Eingriff durchführt, unterstützt die Anästhesie mit der VR-Anwendung dabei, Stress und Anspannung zu reduzieren.
„Je entspannter ein Patient ist, desto besser sind häufig auch die Bedingungen für den Eingriff“, erklärt Kalsow.
Unter der Leitung von Dr. Adriane Kalsow setzt das Klinikum Dahme-Spreewald bei ausgewählten Eingriffen auf den Einsatz einer innovativen VR-Brille zur Reduzierung von Stress und Angst.
Ablenkung mit medizinischem Nutzen
Das im Klinikum eingesetzte System kombiniert visuelle Eindrücke mit speziell abgestimmten Klangwelten. Über ein intuitives System können Inhalte individuell angepasst werden – von Naturaufnahmen über ruhige Musik bis hin zu geführten Entspannungssequenzen.
Die Erfahrungen im klinischen Alltag sind positiv: Viele Patienten nehmen das Angebot gern an und berichten im Anschluss von einem deutlich entspannteren Erleben der Behandlung. „Wir beobachten, dass Patienten ruhiger sind, weniger Anspannung zeigen und Eingriffe insgesamt als weniger belastend empfinden“, so Kalsow.
Dass der Effekt nicht nur subjektiv wahrgenommen wird, zeigt auch die medizinische Perspektive. Stress beeinflusst den Körper messbar: Blutdruck und Herzfrequenz steigen, Muskeln verspannen sich. Studien belegen, dass audiovisuelle Ablenkung helfen kann, diese Stressreaktionen zu reduzieren und teilweise auch den Bedarf an Beruhigungsmitteln zu senken.
„Für uns ist das ein wichtiger Bestandteil moderner Anästhesie“, sagt Kalsow. „Es geht nicht nur darum, Schmerzen auszuschalten, sondern auch darum, Ängste zu reduzieren und Patienten Sicherheit zu vermitteln.“
Über das Klinikum Dahme-Spreewald
Unter dem Dach des Klinikums Dahme-Spreewald vereinen sich die beiden Standorte Spreewaldklinik Lübben und das Achenbach-Krankenhaus Königs Wusterhausen. Die beiden Krankenhäuser versorgen jährlich mehr als 25.000 stationäre und mehr als 50.000 ambulante Patientinnen und Patienten. Dafür stehen in den beiden Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung insgesamt 448 Betten in neun Fachbereichen zur Verfügung. Die jährlich steigende Zahl an versorgten Patienten belegt die Bedeutung und die Akzeptanz einer kompetenten und qualitativ hochwertigen Versorgung in der Region. Besondere Expertise beweist das Klinikum Dahme-Spreewald in der Weichenstellung von zukünftig wichtigen Bereichen. So gehören Palliativmedizin und Spezielle Schmerztherapie schon heute zum fest etablierten Behandlungsspektrum. In der Gesundheitsakademie Heinz-Sielmann, die ebenfalls unter der Trägerschaft des Klinikum Dahme-Spreewald steht werden mehr als 130 Schülerinnen und Schüler auf den Berufsalltag in der Pflege vorbereitet. Die Gesundheitsakademie zählt zu den größten Einrichtungen dieser Art im Land Brandenburg. Ergänzend bestehen seit 2019 ambulante Versorgungsmöglichkeiten. Zunächst durch das Medizinische Versorgungszentrum Dahme-Spreewald in Königs Wusterhausen in den Bereichen Allgemeinmedizin/Innere Medizin, Chirurgie und Kinder- und Jugendmedizin sowie seit 2022 im MVZ Poliklinik Lübben in den Bereichen Allgemeinmedizin, Gynäkologie und Chirurgie.
Patientenorientierte Medizin im OP
Im Klinikum Dahme-Spreewald wird die VR-Technologie fachübergreifend eingesetzt – unter anderem in der Allgemein- und Viszeralchirurgie, der Orthopädie und Unfallchirurgie sowie in der Gynäkologie. Besonders geeignet ist sie für Eingriffe, bei denen keine Vollnarkose erforderlich ist.
Auch jüngere Patienten profitieren von der Technologie. Die VR-Brille bietet eine niedrigschwellige Möglichkeit, Ängste abzubauen und Vertrauen aufzubauen. Der Aufenthalt im OP wird dadurch nicht nur medizinisch sicher, sondern auch emotional besser bewältigbar.
„Unser Anspruch ist es, Medizin nicht nur fachlich auf höchstem Niveau anzubieten, sondern auch konsequent aus Sicht der Patienten zu denken“, betont Kalsow. „Die VR-Brille zeigt, wie moderne Technik und menschliche Zuwendung sinnvoll zusammenwirken können – ganz konkret im Alltag eines Operationssaals.“
Mit dem Einsatz der VR-Technologie erweitert das Klinikum Dahme-Spreewald nun an beiden Standorten sein Angebot um einen weiteren Baustein patientenorientierter Versorgung – mit dem Ziel, operative Eingriffe für Patienten so ruhig, sicher und angenehm wie möglich zu gestalten.