Ismaning,
21
Oktober
2025
|
07:00
Europe/Amsterdam

Klare Regeln fürs Herz: Neue Standards für den Herzultraschall

Zusammenfassung

Wenn das Herz stolpert, zu schnell schlägt oder schwach wirkt, ist sie die wichtigste Untersuchungsmethode: die Echokardiografie, also der Herzultraschall. Sie ermöglicht Ärztinnen und Ärzten, in Echtzeit zu sehen, wie gut das Herz arbeitet, zum Beispiel ob die Klappen richtig schließen, die Herzkammern ausreichend pumpen oder sich Flüssigkeit um das Herz angesammelt hat.

Bislang wurde diese Untersuchung in vielen Praxen und Kliniken unterschiedlich durchgeführt. Jetzt sorgt eine neue Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) für einheitliche Qualitätsstandards. Ziel ist es, die Diagnosequalität zu verbessern und die Patientensicherheit zu erhöhen.

Klare Standards, gemeinsame Sprache

„Wir schaffen erstmals klare Standards, damit Herzultraschall-Untersuchungen überall nach denselben hohen Qualitätsmaßstäben ablaufen“, erklärt Privatdozent Dr. Jan Knierim, Koordinator der Leitlinie und Chefarzt für Innere Medizin und Kardiologie am Sana Paulinenkrankenhaus Berlin. „Das kommt direkt den Patientinnen und Patienten zugute, denn die Diagnosen werden sicherer und besser vergleichbar.“ Die neue Leitlinie legt genau fest, welche Bildaufnahmen, Messungen und Dokumentationen bei einer Echokardiografie verpflichtend sind. Sie definiert außerdem, wie Untersuchende vorgehen müssen, um die Funktion des Herzens korrekt zu beurteilen, sowohl in der Routineversorgung als auch in Notfallsituationen.

Jan Knierim weiß aus Erfahrung, wie unterschiedlich die Qualität solcher Untersuchungen bislang war: „Ich habe schon zahlreiche Herzultraschalle gesehen. Manche waren perfekt dokumentiert, andere erwiesen sich als lückenhaft oder schwer zu interpretieren. Das kann im Zweifel gravierende Folgen haben. Mit der neuen Leitlinie schaffen wir eine gemeinsame Sprache in der Herzdiagnostik.“

Neue Leitlinie kann Leben retten

Die Standardisierung soll nicht nur für erfahrene Kardiologinnen und Kardiologen gelten, sondern auch für Hausärztinnen, Internisten und Intensivmediziner, die Herzultraschall in ihrem Alltag einsetzen. Besonders in Notfällen, zum Beispiel bei akuter Atemnot, Kreislaufversagen oder Verdacht auf eine Herzbeuteltamponade, kann das neue strukturierte Vorgehen Zeit sparen und Leben retten. „Mit einem Herzultraschall können Ärzte im Prinzip innerhalb von Sekunden klären, ob das Herz zu schwach pumpt oder ein Klappenfehler vorliegt,“ so der Experte. „Solche Informationen sind in der Notfallmedizin Gold wert.“

Für Patientinnen und Patienten bringt die Leitlinie gleich mehrere Vorteile:

  • Verlässlichere Befunde: Egal, ob die Untersuchung in der Hausarztpraxis, im Krankenhaus oder in einer Fachklinik erfolgt – die Ergebnisse sollen künftig besser vergleichbar sein.
  • Mehr Transparenz: Durch klar definierte Bild- und Messvorgaben können Patientinnen und Patienten besser nachvollziehen, wie ihre Werte zustande kommen.
  • Höhere Sicherheit: Standardisierte Abläufe reduzieren das Risiko, dass Herzprobleme übersehen oder falsch eingeschätzt werden.
  • Bessere Ausbildung: Künftige Ärztinnen und Ärzte lernen schon im Studium und in der Weiterbildung nach den neuen Vorgaben zu untersuchen – die Qualität steigt also langfristig weiter.

Mehr Informationen zum Sana Paulinenkrankenhaus finden Sie hier.

 

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