Rummelsberg,
28
August
2026
|
12:05
Europe/Amsterdam

Made in Rummelsberg: Erfolgsgeschichte Alterstraumatologie

Vor über zehn Jahren hat die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie, kurz DGU, das Zertifizierungsverfahren AltersTraumaZentrum (ATZ) ins Leben gerufen. Das Krankenhaus Rummelsberg war mit der erfolgreichen Zertifizierung am 23. Februar 2016 damals eine der ersten Kliniken. In den zehn Jahren wurden bislang 1500 Patienten im ATZ versorgt. Der Grundgedanke: ein altersgerechter, ganzheitlicher Behandlungsansatz unter Einbeziehung einer Vielzahl an Fachbereichen und Disziplinen. Eine Erfolgsgeschichte made in Rummelsberg, wo die Weichen für den Bedarf einer altersgerechten Versorgung rechtzeitig gestellt wurden.

Die Zertifizierung als „AltersTraumaRegister DGU“ ist ein vom Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen anerkanntes Qualitätssiegel und im Bundesklinikatlas gelistet. Einer der Gründungsmitglieder innerhalb der DGU und speziell am Krankenhaus Rummelsberg war Chefarzt und Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Richard Stangl: "Warum haben wir uns damals als eine der ersten Kliniken zertifizieren und dann alle drei Jahre rezertifizieren lassen? Weil wir in unserer Klinik der demografischen Entwicklung entsprechend den Bedarf einer altersgerechten Versorgung erkannt haben und man speziell in der Medizin immer wieder über den eigenen Tellerrand hinausschauen sollte. Das Verfahren fördert die kritische Reflexion und schafft Verbindlichkeit, auf die sich unsere Patienten verlassen können – und wir können unsere Zahlen mit anderen Kliniken vergleichen.“ Zusammen mit der Klinik für Innere Medizin und Akutgeriatrie von Dr. Dietmar Geiger und der Klinik für chirurgische und konservative Wirbelsäulentherapie von PD Dr. Uwe Vieweg betreibt Stangl das ATZ am Krankenhaus Rummelsberg. Bis zu 200 Patienten werden hier jährlich versorgt. „Grundgedanke des Alterstraumatologiezentrums ist der erforderliche ganzheitliche Behandlungsansatz unter Einbeziehung von Unfallchirurgie, Orthopädie, Innere Medizin, Geriatrie, Psychologie, Pflege, Physio- und Ergotherapie, sowie Logopädie“, betont Dr. Christoph Seemüller, der zusammen mit Oberärztin Valentyna Pysarenko zu den Gründungsmitgliedern in Rummelsberg zählt und seit Anfang an das Zentrum leitet. „Nicht zuletzt ist ein wesentlicher Teil des Teams der Sozialdienst, der sich um die Einbeziehung der geriatrischen Rehabilitation, häusliche Versorgung oder stationäre Pflegeunterbringung sowie Unterstützung von Angehörigen bemüht“, so Seemüller.

Aus 33 Zentren (2016) sind mittlerweile 191 Zentren deutschlandweit geworden. Für die Erfassung von Patienten in einem ATZ sind klare Kriterien definiert. Die Patienten müssen über 70 Jahre alt sein, mindestens eine osteoporotische Fraktur vorliegen haben, wie beispielswiese eine Oberschenkelfraktur, und eine Multimorbidität muss gegeben sein, wie beispielsweise Herz-Kreislauferkrankungen, Demenz, Parkinsonerkrankung oder Diabetes. „Das Ziel ist dann nicht nur die operative Versorgung, sondern anschließend auch die interdisziplinare Frührehabilitation, um die Selbstständigkeit zu erhalten und zu verbessern“, führt Stangl aus. Dass dies vor Ort am Krankenhaus Rummelsberg sehr gut gelingt, zeigt ein Blick auf die Zahlen im jährlichen Jahresbericht der Sektion Alterstraumatologie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie. Zwei Drittel der behandelten Fälle sind Frauen. Das lässt sich darauf zurückführen, dass Frauen im Durchschnitt älter als Männer werden, was zur Folge hat, dass der Anteil an Männer mit einer hüftgelenksnahen Fraktur ab einer bestimmten Altersstufe geringer wird. Erfreulich ist bei den Rummelsberger Zahlen, dass eine Vollbelastung nach einer Fraktur-Operation in 99 Prozent der Fälle gegeben ist. Im Vergleich zum Durchschnitt liegt man damit vor allen anderen ATZs, da sind es nur 92 Prozent. Eine Mobilisation konnte am ersten Tag bei 94 Prozent der Patienten durchgeführt werden, im Vergleich zum Durchschnitt sind das acht Prozentpunkte mehr. „Auch was den Status der Gehfähigkeit am 7. Tag nach dem Eingriff betrifft, liegen wir vor dem Bundesdurchschnitt. Bei uns ist bei nur zehn Prozent der Patienten eine Gehfähigkeit nach einer Woche nicht gegeben, im Bundesdurchschnitt sind es 20 Prozent.“ Dass die Patienten besser aus der Klinik herausgehen als sie gekommen sind, lässt sich im wahrsten Sinne des Wortes belegen. „Die Gehfähigkeit konnte bei 15 Prozent der Betroffenen um eine Stufe verbessert werden. Zu dieser Erkenntnis kommen wir anhand unserer Abfragen nach 120 Tagen nach Entlassung. Der Bundesdurchschnitt liegt hier nur bei sechs Prozent. Um gleich zwei Stufen konnte die Gehfähigkeit bei fünf Prozent der Patienten verbessert werden, der Bundesdurchschnitt liegt bei zwei Prozent“, so Stangl. Unter „Stufe“ ist die Abstufung zwischen zwei Kategorien in der Gehfähigkeit gemeint. Hat sich bei einem Patienten die Gehfähigkeit von „außer Haus mit einem Gehstock oder Gehstützte“ zu „selbstständig ohne Hilfsmittel“ geändert, dann handelt es sich um eine Verbesserung von einer „Stufe“.

Chancen auf eine Rückkehr ins häusliche Umfeld sollen steigen

„Die Zahlen zeigen, dass unsere ATZ-Patienten im Vergleich zum Durchschnitt in einem verbesserten Zustand die Klinik verlassen. Das mehr als erfreuliche Fazit ist, dass somit mehr geriatrische Patienten überleben“, erklärt der Chefarzt die Bedeutung der Zahlen. In der Praxis läuft es so ab, dass die Patienten in der Akutklinik versorgt werden und anschließend für mindestens zwei Wochen eine geriatrische Rehabilitation durchlaufen. „So steigen die Chancen auf eine Rückkehr ins häusliche Umfeld deutlich.“

Die häufigsten Behandlungen in einem ATZ sind hüftgelenknahe Frakturen (bspw. Oberschenkelhalsbrüche), Brüche des oberarmkopfnahen Knochens, Wirbelkörperfrakturen, Handgelenksbrücke (bspw. Radiusfraktur), Beckenfrakturen und periprothetische Frakturen, also Brüche in unmittelbarer Nähe eines künstlichen Gelenkersatzes. Schaut man sich die vergangenen zehn Jahre ATZ am Krankenhaus Rummelsberg an, wurden hüftgelenksnahe Frakturen (Schenkelhalsbrüche und Brüche des hüftnahen Schenkels) in 1210 Fällen und Frakturen in unmittelbarer Nähe eines Kunstgelenkes in etwa 110 Fällen versorgt. „Wir setzen uns täglich für jeden einzelnen Patienten ein – und jeder Patient ist diese Mühen auch wert. Nach zehn Jahren ist es aber auch mal an der Zeit, danke zu sagen. Das interdisziplinäre Team ist großartig und macht jeden Tag aufs Neue einen super Job. Ohne engagierte Mitarbeitende könnten wir heute nicht Jubiläum feiern“, betont Stangl. Das Zentrum ist im Laurentiushaus der Klinik im ersten Stock beheimatet. Die beiden ATZ-Koordinatoren Oberarzt Dr. Christoph Seemüller und Oberärztin Valentyna Pysarenko leiten des Zentrum seit einem Jahrzehnt und sind zugleich für Angehörige und Betreuer Anlaufstelle Nummer eins. Einmal wöchentlich – nämlich immer dienstags – findet eine offene Sprechstunde auf der Station 1 Nord von 12 bis 13 Uhr statt. Hierzu ist keine Voranmeldung notwendig. Wöchentliche Teambesprechungen und zweimal in der Woche eine stattfindende Visite des gesamten Behandlungsteams gehören zum Alltag in Rummelsberg.

Made in Rummelsberg: 10 Jahre Alterstraumatologie

Alterstraumatologie made in Rummelsberg – und das seit zehn Jahren: Das Team des ATZ um Prof. Dr. Richard Stangl, Valentyna Pysarenko und Dr. Christoph Seemüller (v.r.n.l.) feiert zehn jähriges Jubiläum und hat über 1500 Patientinnen und Patienten in der Zeit versorgt.

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Über das Krankenhaus Rummelsberg

Das Krankenhaus Rummelsberg, in der Trägerschaft der Sana Kliniken AG, verfügt über 350 Betten und ist südöstlich von Nürnberg gelegen. Das Lehrkrankenhaus der Universität Erlangen-Nürnberg ist in den Fachbereichen Orthopädie und Unfallchirurgie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Neurologie, Innere Medizin und Geriatrische Rehabilitation weit über die Grenzen der Metropolregion Nürnberg-Fürth-Erlangen hinaus bekannt und spezialisiert. Medizinische und pflegerische Fachkompetenz prägen die Arbeit im Krankenhaus Rummelsberg. Rund 13.500 stationäre und 23.000 ambulante Patienten werden hier jährlich versorgt. Zwischen 2023 und 2027 wird das bisherige Wichernhaus durch ein hochmodernes Klinikgebäude ersetzt. Die Baumaßnahme in Höhe von 140 Millionen Euro wird teilweise durch den Freistaat Bayern gefördert. 
Mehr Informationen unter www.krankenhaus-rummelsberg.de.

Über die Sana Kliniken AG