Mitarbeitende protestieren gegen Sparpläne
Sana-Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern: Mitarbeitende protestieren gegen Sparpläne der Bundesregierung
Mehr als 100 Mitarbeitende der Sana Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern an den Standorten Wismar, Bad Doberan und Bergen (Rügen) werden ihre Mittagspause am 9. Juni 2026 nutzen, um gegen die Sparpläne der Bundesregierung im Gesundheitswesen zu protestieren. Die Geschäftsführungen und Betriebsräte des Sana HANSE-Klinikums Wismar, des Sana Krankenhauses Bad Doberan und des Sana-Krankenhauses Rügen haben gemeinsam zu dieser überbetrieblichen Aktion aufgerufen.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken plant in den kommenden Jahren Einsparungen von über 40 Milliarden Euro, um die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu stabilisieren. Den Löwenanteil davon sollen die Kliniken in Deutschland durch Einbußen bei den Erlösen aus der Patientenbehandlung aufbringen.
„Wir wollen auch weiterhin die bestmögliche medizinische Versorgung für alle Patientinnen und Patienten an unseren Standorten sichern“, erklärt Michael Jürgensen, Cluster-Geschäftsführer der Sana Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern. „Dazu sind aber faire Arbeitsbedingungen, angemessene Personalressourcen und eine gerechte Vergütung unserer Leistungen notwendig.“
Laut Deutscher Krankenhausgesellschaft e.V. (DKG) arbeiten viele Kliniken seit Jahren unter erheblichem finanziellem Druck. Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser in Deutschland wird sich mit der geplanten Gesundheitsreform dramatisch zuspitzen – mit potenziell gravierenden Folgen für die Patientenversorgung.
30 Milliarden Euro sollen allein die Kliniken bis 2030 einsparen
„Unsere Krankenhäuser sichern die Versorgung von hunderttausenden Menschen in unserer Region – rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr. Gerade in einer alternden Gesellschaft ist ihre Rolle als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge unverzichtbar“, erklärt Michael Jürgensen. „Diese Infrastruktur darf nicht durch kurzsichtige Sparpolitik gefährdet werden.“
Nach den Vorstellungen der Bundesregierung sollen den Krankenhäusern im kommenden Jahr rund neun Milliarden Euro entzogen werden. Bis zum Jahr 2030 summieren sich die Einschnitte auf insgesamt etwa 30 Milliarden Euro. Aus Sicht der DKG ist diese Entwicklung wirtschaftlich nicht mehr tragfähig.
„Diese Mittel fehlen unmittelbar in der Versorgung. Wer Krankenhäusern in dieser Größenordnung Geld entzieht, riskiert Versorgungslücken – insbesondere im ländlichen Raum“, so der Sana-Cluster-Geschäftsführer weiter. „Die Folgen werden für Patientinnen und Patienten direkt spürbar sein.“
Versorgungslücken in der Patientenbehandlung drohen
Er warnt daher eindringlich vor einem schleichenden Abbau von Versorgungsstrukturen. Die Klinikleitungen der Sana-Kliniken im Nordosten und Arbeitnehmervertreter appellieren daher an die Bundestagsabgeordneten in der Region, sich auf Bundesebene für eine nachhaltige Finanzierung der Krankenhausversorgung einzusetzen. „Eine langfristig tragfähige Finanzierung unseres Gesundheitssystems ist zwingend erforderlich. Dafür sollten sich unsere hiesigen Parlamentarier einsetzen“, erklären beide Seiten. Notwendige Reformen dürften nicht zu neuen Versorgungslücken führen.
„Reformen sind richtig und wichtig. Aber sie müssen die Realität vor Ort berücksichtigen und dürfen die wirtschaftliche Grundlage der Krankenhäuser nicht untergraben“, betont Michael Jürgensen. „Es geht um nicht weniger, als die Sicherstellung einer flächendeckenden, qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung.“
Mehr Gestaltungsspielraum, weniger Bürokratie für Kliniken
Zudem fordert er mehr Gestaltungsspielraum für die Kliniken statt immer neuer Auflagen und Bürokratie, deren Wirksamkeit in vielen Fällen nicht nachgewiesen ist. Wenn Erlöse signifikant zurückgehen würden, die Kosten aber durch Vorgaben und Auflagen gleichblieben, führe das unweigerlich zu einer dramatischen wirtschaftlichen Situation. Michael Jürgensen: „Daher müssen die Kliniken wieder den Gestaltungsspielraum erhalten, der notwendig ist, um eigenverantwortlich Versorgung bedarfsgerecht, effizient und ressourcenschonend am und ums Klinikbett herum zu organisieren.“
Die Protestaktionen finden statt
am 9. Juni 2026 zwischen 11.30 und 12.30 Uhr
in Wismar vor dem Haupteingang: Sana HANSE-Klinikum, Störtebekerstraße 6, 23966 Wismar
in Bad Doberan: Sana Krankenhaus Bad Doberan, Am Waldrand 1, 18209 Hohenfelde
in Bergen (Rügen): Sana Krankenhaus Rügen, Calandstraße 7/8 18528 Bergen auf Rügen
Pressekontakt:
Michael Jürgensen
Bildmaterial ist am 9. Juni ab 13.00 Uhr unter Sana-Krankenhaus Rügen abrufbar. Quelle: Sana Kliniken AG.
Sana-Krankenhaus Rügen