Neue Generation der Herzklappenreparatur am Sana Klinikum Hof erfolgreich im Einsatz
Kardiologie setzt erstmals MitraClip-System der fünften Generation (G5) ein – schonende Behandlung einer undichten Herzklappe kann Lebensqualität deutlich verbessern
Atemnot schon bei kleinen Anstrengungen, schnelle Erschöpfung und eine zunehmend eingeschränkte Belastbarkeit: Eine undichte Herzklappe kann den Alltag erheblich beeinträchtigen. Besonders ältere Menschen oder Patientinnen und Patienten mit einer Herzschwäche sind davon betroffen. Am Sana Klinikum Hof wurde jetzt erstmals die fünfte Generation des MitraClip-Systems (G5) erfolgreich eingesetzt. Die weiterentwickelte Technologie ermöglicht eine präzise, kathetergestützte Reparatur der Mitralklappe – ohne offene Herzoperation.
„Gerade bei älteren und mehrfach erkrankten Menschen möchten wir mit möglichst schonenden Verfahren erreichen, dass sie wieder belastbarer werden, ihren Alltag besser bewältigen und ihre Selbstständigkeit behalten“, erklärt Prof. Dr. med. Dr. phil. Anil-Martin Sinha, Chefarzt der Kardiologie am Sana Klinikum Hof.
Kleine Clips helfen dem Herzen
Die Mitralklappe liegt zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer und funktioniert wie ein Ventil. Schließt sie nicht mehr richtig, fließt bei jedem Herzschlag ein Teil des Blutes zurück. Das Herz muss dadurch mehr arbeiten. Mediziner sprechen von einer Mitralklappeninsuffizienz. Beim MitraClip-Verfahren wird über eine Vene in der Leiste ein dünner Katheter bis zum Herzen vorgeschoben. Dort wird ein kleiner Clip an den Segeln der undichten Herzklappe befestigt, sodass diese wieder besser schließen können. Der Brustkorb muss dafür nicht geöffnet werden, auch eine Herz-Lungen-Maschine ist nicht erforderlich.
Die fünfte Generation des MitraClip-Systems bietet eine weiterentwickelte Steuerung und Handhabung. Dadurch können die behandelnden Ärzte den Clip besonders kontrolliert positionieren und an die individuelle Anatomie der Herzklappe anpassen. Ziel ist es, den Rückfluss des Blutes zu verringern, das Herz zu entlasten und Beschwerden wie Atemnot und eingeschränkte Belastbarkeit zu lindern.
Erfahrung und eingespielte Abläufe
Das MitraClip-Verfahren gehört seit Ende 2024 zum Behandlungsspektrum des Sana Klinikums Hof. Seither wurden bereits mehr als 40 Patientinnen und Patienten mit dieser Methode behandelt. Mit dem Einsatz der fünften Generation setzt die Kardiologie die Weiterentwicklung ihrer kathetergestützten Herzklappentherapie fort. Auch die Erfahrung des Teams ist in dieser Zeit gewachsen. „Für die ersten Eingriffe haben wir noch mehr als drei Stunden benötigt. Heute liegt die reine Eingriffszeit bei uns im Durchschnitt bei ungefähr einer Stunde“, berichtet Prof. Sinha. „Unser Team ist inzwischen sehr gut eingespielt. Entscheidend ist für uns aber nicht die Geschwindigkeit, sondern eine sichere Behandlung und ein gutes Ergebnis für unsere Patienten.“
Insbesondere für Menschen, bei denen eine klassische Herzoperation mit einem erhöhten Risiko verbunden wäre, kann das MitraClip-Verfahren eine wichtige Behandlungsalternative sein. Ob es infrage kommt, wird nach einer sorgfältigen Diagnostik individuell entschieden.
Weitere Entwicklung bereits geplant
Mit der neuen Systemgeneration ist die Entwicklung der Herzklappentherapie in Hof noch nicht abgeschlossen. Als nächster Schritt ist die Einführung des sogenannten TriClip-Verfahrens geplant. Damit kann künftig auch eine undichte Trikuspidalklappe auf der rechten Herzseite mittels Katheter behandelt werden. „Die Erfahrungen, die wir mit dem MitraClip gesammelt haben, sind eine wichtige Grundlage für den weiteren Ausbau unserer Herzklappentherapien“, so Prof. Sinha.
Das Ziel bleibt dabei unverändert: Patientinnen und Patienten aus Hochfranken moderne, möglichst schonende Behandlungsmöglichkeiten anzubieten und ihnen damit mehr Lebensqualität und Selbstständigkeit im Alltag zu ermöglichen.
Team der Kardiologie um Chefarzt Prof. Sinha (3. v. l.)
