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Neue Richtlinien für RSV-Impfung
Die Abkürzung RSV bedeutet Respiratorisches Synzytial-Virus. Dabei handelt es sich um ein saisonabhängig auftretendes Virus, das sich in den oberen und unteren Atemwegen ausbreiten kann. Ähnlich wie die Grippe (Influenza) tritt RSV in Deutschland vor allem in den Wintermonaten auf. Mittlerweile ist die RSV-Impfung für ältere Menschen eine Kassenleistung.
Am 3. September 2024 änderte der Gemeinsame Bundesausschuss G-BA seine Richtlinie zur Schutzimpfung. Alle Versicherten ab 75 Jahren haben Anspruch auf eine einmalige Schutzimpfung gegen eine RSV-Infektion, bestimmte Risikogruppen schon ab 60 Jahren. Basis für die Anpassung ist die im Sommer veröffentlichte Empfehlung der ständigen Impfkommission STIKO.
RSV-Impfung im Herbst
Die STIKO rät zur RSV-Impfung vor der RSV-Saison, also im Optimalfall im September oder Anfang Oktober. Die Impfung erfolgt einmal und muss nach aktuellem Stand der Forschung nicht jährlich wiederholt werden.
Hygieneregeln und RSV-Impfung für Ältere bieten Schutz
Prinzipiell kann sich jeder infizieren, die Übertragung erfolgt über Tröpfcheninfektion, das heißt über direkten Kontakt mit infizierten Absonderungen, zum Beispiel beim Husten, Niesen oder Küssen. Grundsätzlich kann jeder durch Einhalten der bekannten Hygieneregeln zur Vermeidung von Infektionen beitragen, dazu gehören regelmäßiges Händewaschen und Abstand zu infizierten Personen halten. Und generell gilt: Husten und Niesen möglichst in ein Taschentuch oder in die Armbeuge. Die Regel „Hand vor den Mund“ aus früheren Jahren ist längst überholt, da dies aus gesundheitlicher Sicht keine gute Idee ist. Schließlich landen die Viren dann an den Händen, mit denen man Gegenstände und Mitmenschen berührt.
Mit der Impfung älterer Menschen und Risikogruppen sollen schwere Krankheitsverläufe und damit verbundene Krankenhauseinweisungen reduziert werden. Für Pflegeeinrichtungen ist die Vermeidung von RSV-Ausbrüchen ein wichtiges Ziel.
Risikogruppen
Patienten mit Erkrankungen, die mit einem höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei einer RSV-Infektion einhergehen, sollten sich schon ab 60 Jahren impfen lassen. Zu den Risikogruppen gehören Menschen mit schweren Formen chronischer Erkrankungen, zum Beispiel der Atmungsorgane oder des Herz-Kreislauf-Systems. Auch Patienten mit neurologischen und neuromuskulären Erkrankungen, Diabetes mellitus, Immunschwäche oder Krebserkrankungen können zur Risikogruppe gehören.
Personen mit leichten oder medizinisch gut kontrollierten Formen der genannten Erkrankungen haben nach derzeitigem Kenntnisstand kein erhöhtes Risiko. Für sie gilt die Empfehlung für eine frühere RSV-Impfung nicht. Ob eine Impfung im Einzelfall sinnvoll ist oder nicht, sollten Patienten mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen.
Symptome einer RSV-Infektion
Gesunde können an RSV erkranken und es gar nicht merken – in diesen Fällen sprechen Mediziner von einem asymptomatischen Verlauf. Auch milde Infektionen mit erkältungsähnlichen Beschwerden sind bei Erwachsenen ohne Vorerkrankungen häufig.
Die genannten Risikogruppen können ungeschützt auch schwere Verläufe, zum Beispiel eine Lungenentzündung, entwickeln. Oder es kann durch die RSV-Infektion zu einer Verschlimmerung der Grunderkrankung kommen.
Therapie einer RSV-Infektion
Eine ursächliche Therapie gibt es nicht. Es erfolgt meist eine symptomatische Behandlung mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr, Nasenspülungen und gegebenenfalls fiebersenkenden Maßnahmen. Je nach Gesundheitszustand kann auch eine Sauerstoffgabe erforderlich sein. Bei Unsicherheiten oder einem sich andeutenden schweren Verlauf ist eine ärztliche Untersuchung wichtig.
RSV bei Neugeborenen und Säuglingen
Auch Frühgeborene, Säuglinge und Kinder mit Vorerkrankungen können eine schwere RSV-Infektion entwickeln. Die Atemwege sind bei den Kleinsten noch nicht vollständig entwickelt, daher sind sie anfälliger für eine Lungenentzündung oder eine Infektion der unteren Atemwege. Experten sprechen dann von einer Bronchiolitis, das heißt einer Entzündung der kleinsten Atemwege, der Bronchiolen.
RSV-Infektionen sind in Deutschland derzeit die häufigste Ursache für Krankenhauseinweisungen von Säuglingen. Die STIKO empfiehlt daher eine RSV-Prophylaxe für Neugeborene und Säuglinge als Einmaldosis vor oder während der ersten RSV-Saison. Je nach Geburtsmonat kann es daher sinnvoll sein, die Impfung möglichst rasch nach der Geburt zu verabreichen. Die größte Gefahr für eine schwere RSV-Infektion bei Säuglingen besteht in den ersten sechs Monaten.
Bei Verdacht zum Kinderarzt
Säuglinge mit einer RSV-Infektion können verschiedene Symptome haben, zum Beispiel eine beschleunigte Atmung, Trinkschwäche, blasse oder blau verfärbte Haut, Atempausen oder Atemnot und hohes Fieber. Bei Verdacht auf eine RSV-Infektion sollten Eltern mit ihrem Neugeborenen oder Säugling sofort zur Kinderärztin oder zum Kinderarzt gehen. Dort kann im Bedarfsfall auch gleich eine Einweisung ins Krankenhaus in die Wege geleitet werden.