Radevormwald,
16
September
2026
|
08:43
Europe/Amsterdam

Patientensicherheit beginnt nicht erst im Krankenhaus

Zusammenfassung

Zum Welttag der Patientensicherheit: Sana Krankenhaus Radevormwald zeigt, wie Sicherheit im Alltag und in der Ausbildung gelingt.

Die medizinische Versorgung in einer Stadt wie Radevormwald lebt von kurzen Wegen und davon, dass Hausärzte, Fachärzte, Rettungsdienst, Pflegeeinrichtungen und Krankenhaus gut zusammenarbeiten. Gerade an den Übergängen zwischen diesen Bereichen können jedoch Informationen verloren gehen. Der Welttag der Patientensicherheit am 17. September lenkt den Blick auf diese alltäglichen Risiken, und das Sana Krankenhaus Radevormwald nimmt das zum Anlass, zwei Perspektiven aus dem eigenen Haus zusammenzubringen: den ärztlichen Blick auf Medikamentensicherheit und ein praxisnahes Ausbildungsprojekt für den Pflegenachwuchs.

Sichere Medikation beginnt mit einem guten Gespräch

Marco Wagner, Chefarzt der Inneren Medizin am Sana Krankenhaus Radevormwald, behandelt mit seinem Team viele ältere Menschen und Patientinnen und Patienten mit mehreren chronischen Erkrankungen. Manche nehmen fünf, zehn oder noch mehr Medikamente ein. Kommt dann ein neues Präparat hinzu, wechselt ein Handelsname oder ändert sich die Dosierung nach einem Krankenhausaufenthalt, kann schnell Unsicherheit entstehen.

„Ein aktueller Medikationsplan ist eine große Hilfe. Darauf gehören nicht nur die ärztlich verordneten Arzneimittel, sondern auch frei verkäufliche Schmerzmittel, pflanzliche Präparate und Nahrungsergänzungsmittel. Auch diese Produkte können Nebenwirkungen haben oder die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen", erklärt Wagner. Er rät Patientinnen und Patienten, ihren Medikamentenplan zu jeder Aufnahme ins Krankenhaus mitzubringen. Hilfreich seien außerdem frühere Arztbriefe, Angaben zu Allergien und, wenn vorhanden, eine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht. Ein perfektes medizinisches Archiv müsse dafür niemand zu Hause führen, oft reichten schon eine gut lesbare Liste und die Kontaktdaten der behandelnden Ärzte.

Auch nach der Entlassung lohne sich der Blick auf die Medikation im Gespräch mit der Hausärztin oder dem Hausarzt, so Wagner weiter. Patientinnen und Patienten dürften dabei ausdrücklich nachfragen: Welches Medikament ist neu? Was wurde abgesetzt? Wie lange soll die Einnahme erfolgen? Was ist bei Nebenwirkungen zu tun? „Ich erlebe immer wieder, dass Menschen aus Höflichkeit schweigen, obwohl sie etwas nicht verstanden haben. Das ist unnötig. Eine Nachfrage hält den Betrieb nicht auf, sie kann einen Fehler verhindern. Auch der Satz 'Diese Tablette sieht anders aus als meine zu Hause' ist ein wichtiger Hinweis", betont Wagner. Patientensicherheit sei keine Aufgabe, die allein bei Ärzten oder Pflegekräften liege, sie entstehe dort, wo alle Beteiligten aufmerksam blieben und offen miteinander sprächen.

Wenn das Patientenzimmer zur Prüfung wird

Wie sehr Aufmerksamkeit im Klinikalltag trainiert werden kann, zeigt ein Ausbildungsprojekt der Pflegeschule: der sogenannte "Room of Error". Für die Übung wurde ein Patientenzimmer im Sana Krankenhaus Radevormwald gezielt mit Stolperfallen präpariert, darunter ein zu hoch hängender Harnbeutel, ein nicht arretiertes Bett und eine Medikamentenverordnung trotz bekannter Allergie. Die Pflegeauszubildenden Birgit und Elias mussten das Zimmer innerhalb einer begrenzten Zeit durchgehen, mit der Patientin ins Gespräch kommen und dabei möglichst viele der eingebauten Gefahrenquellen erkennen. Die Rolle der Patientin übernahm Stationsleitung Ina Blankenhagen.

Viele der Fehler lassen sich nur erkennen, wer aktiv mit der Patientin ins Gespräch kommt, statt sich allein auf die Akte zu verlassen. „Birgit und Elias haben sehr schnell gemerkt, wie viel im Alltag an Aufmerksamkeit gefragt ist. Ein Detail zu übersehen kann für Patientinnen und Patienten Folgen haben. Genau das wollen wir früh vermitteln, aber in einer Umgebung, in der aus einem Fehler kein Schaden entsteht, sondern ein Lerneffekt", sagt Praxisanleiterin Sabrina Köll.

Der "Room of Error" ist ein international erprobtes Trainingskonzept, das kritisches Denken und Beobachtungsgabe im Klinikalltag schärfen soll. Anders als in der Theorie lassen sich die Gefahren hier konkret erleben und im Anschluss gemeinsam besprechen. Pflegedirektor Jan-Philipp Eiber ordnet ein, warum dieser Ansatz für die Ausbildung im Sana Krankenhaus Radevormwald wichtig ist: „Uns ist wichtig, dass Ausbildung nicht nur aus Theorie besteht. Der Room of Error bringt unsere Azubis in echte Entscheidungssituationen, fördert den Austausch untereinander und stärkt am Ende die Sicherheit unserer Patientinnen und Patienten", so Eiber.

Sicherheit als gemeinsame Aufgabe

Ob im Gespräch über die richtige Medikation oder in der praxisnahen Ausbildung des Pflegenachwuchses: Für das Sana Krankenhaus Radevormwald ist Patientensicherheit eine Aufgabe, die im Alltag beginnt und alle Beteiligten einbezieht, Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige gleichermaßen. Gute Medizin ist Teamarbeit, und Patientinnen und Patienten sind ein wichtiger Teil dieses Teams.

Room of Error_Sana Radevormwald

Praxisanleiterin Sabrina Köll, Stationsleitung Ina Blankenhagen als Patientin sowie die Pflege-Auszubildenden Birgit und Elias.

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Über das Sana Krankenhaus Radevormwald

Im Sana Krankenhaus Radevormwald werden Sie hochwertig medizinisch versorgt sowie patientenorientiert und menschlich zugewandt betreut und gepflegt. Als leistungsstarkes Krankenhaus der Grundversorgung stellen wir die stationäre medizinische Behandlung und die Notfallversorgung der Bevölkerung in Radevormwald und Umgebung sicher.

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