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Plötzlicher Herzstillstand: Leben retten in drei Schritten
Ein gesundes Herz schlägt durchschnittlich 100.000 Mal pro Tag und bis zu drei Milliarden Mal im Laufe des gesamten Lebens. Doch etwa alle sieben Minuten bleibt in Deutschland plötzlich ein Herz stehen. Etwa 65.000 Menschen in Deutschland sterben jedes Jahr am plötzlichen Herztod. Dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V. DZHK zufolge entspricht das ungefähr 20 Prozent aller durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachten Todesfälle.
Im Achtelfinale der Fußball-EM 2024 spielte Deutschland gegen Dänemark. Mit von der Partie war Christian Eriksen, der erst vor drei Jahren während eines Spiels einen Herzstillstand erlitten hatte und wiederbelebt werden musste. Am 16. Juni 2024 sprintete der Däne über den Platz als sei dieser lebensbedrohliche Vorfall nie passiert. Das Beispiel zeigt zum einen, dass auch junge und sportliche Menschen aus dem Nichts einen Herzstillstand erleiden können. Zum anderen belegt der Fall Eriksen, wie wichtig die sofortige Reanimation ist.
Notfall tritt ohne Vorwarnung ein
Beim plötzlichen Herztod handelt es sich um eine Notfallsituation, die ohne Vorwarnung bei Personen auftritt, die 24 Stunden vorher vermeintlich noch gesund waren. Das Krankheitsbild ist dabei keineswegs einheitlich. Viele Herzleiden können die Ursache für das Kammerflimmern sein, das dem Kreislaufkollaps mit Herzstillstand vorausgeht. Die häufigste Ursache ist eine koronare Herzkrankheit (KHK), aber auch Erkrankungen der Herzklappen oder angeborene Herzfehler können zum plötzlichen Herztod führen.
Zur Vorbeugung sind regelmäßige Untersuchungen wichtig. So lassen sich möglicherweise unentdeckte Erkrankungen frühzeitig identifizieren. Das Risiko steigt mit dem Alter, da Senioren auch häufiger unter Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems leiden. Männer sind gefährdeter als Frauen.
Bei Herzstillstand zählt jede Minute
Nicht in allen Fällen, aber oft lässt sich der Herztod durch frühzeitige Diagnose und Therapie vermeiden. Die folgenden Symptome muss jeder ernst nehmen:
- Brustschmerzen (Angina pectoris) und/oder Luftnot
- Herzrasen mit Einschränkung der Belastbarkeit
- Hartnäckiges Herzstolpern
- Kurze Bewusstlosigkeit
- Schwindelanfälle, drohende Bewusstlosigkeit
Bei plötzlich einsetzenden starken Schmerzen – im Brustkorb, hinter dem Brustbein, zwischen den Schulterblättern, im Oberbauch, Ausstrahlung in Arm, Hals oder Kiefer –, die länger als fünf Minuten anhalten und sich in Ruhe nicht bessern, muss sofort der Notarzt (112) alarmiert werden.
Bricht die Person bewusstlos zusammen, sind drei Dinge wichtig: PRÜFEN, RUFEN, DRÜCKEN. Ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) kann zum Einsatz kommen, wenn mindestens zwei Helfer anwesend sind und bekannt ist, wo sich in unmittelbarer Umgebung ein Gerät befindet. Es ist sehr wichtig, dass ein Helfer die Herzdruckmassage weiter durchführt, während der andere den AED holt und anbringt. Das Gerät analysiert die Herztätigkeit des Patienten und gibt an, ob ein Schock notwendig ist. Ist dies der Fall, stellt der AED den Sinusrhythmus des Herzens durch die Elektroschocks wieder her. Weiterführende Erklärungen zum richtigen Einsatz von AEDs bietet zum Beispiel das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auf der Seite Gesundheitsinformationen.de. Viele öffentliche Plätze und Gebäude sind mit AEDs ausgestattet. Der genaue Ort ist durch ein grünes Hinweisschild mit Herz-Symbol gekennzeichnet. Der Verein Definetz stellt eine Karte mit AED-Standorten zur Verfügung, die regelmäßig aktualisiert wird.