Profi-Hilfe für junge Bauchschmerz-Patienten
Zusammenfassung
- Das „Chamäleon der Gastroenterologie“: Am 16. Mai 2026 ist Welt-Zöliakie-Tag
- Häufiger Dauerbrenner in Familien: Chronische Bauchschmerzen belasten viele Kinder und Jugendliche in der Niederlausitz
- Gründliche Diagnostik und individuelle Therapien: So helfen die Experten der Pädiatrie in den Sana Kliniken
Bauchschmerzen werden oft schleichend zum Dauerproblem: Krämpfe, die nachts den Schlaf rauben. Angst vor dem nächsten Gang zur Toilette. Tage, an denen Spielen und Lernen schwerfallen. Chronische Bauchschmerzen belasten viele Kinder und Jugendliche in der Lausitz. Doch die Suche nach den Ursachen ist oft mühsam. Ein möglicher Auslöser ist Zöliakie. Anlässlich des Welt-Zöliakie-Tages am 16. Mai rücken die Sana Kliniken das Thema einmal mehr in den Fokus. Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Lauchhammer geht den Ursachen mit einer gründlichen Diagnostik auf den Grund – und lässt Familien mit ihren Fragen nicht allein.
„Akute und chronische Bauchschmerzen können viele Ursachen haben. Manchmal sind die Auslöser harmlos, es können aber auch ernsthafte Faktoren dahinterstecken – zum Beispiel organische Auffälligkeiten wie Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Unverträglichkeiten oder psychischen Belastungen “, sagt Dr. Carolin Stegemann, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Bei vielen Kindern zwischen drei und zehn Jahren sind wiederholt auftretende Bauchschmerzen ein Dauerthema: Studien zufolge haben etwa ein Drittel der Mädchen und ein Viertel der Jungen in diesem Alter damit zu kämpfen. Zu den häufigsten Ursachen für akute Bauchschmerzen gehören Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis), Verstopfungen (Obstipation) und Harnwegsinfektionen. Halten die Bauchschmerzen länger als drei Monate an, sprechen Mediziner von einer chronischen Erkrankung. Typische Beispiele sind Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln, Refluxerkrankungen oder eben Zöliakie.
Bauchschmerzen bei Kindern und Jugendlichen sind in vielen Familien ein Thema: Chefärztin Dr. Carolin Stegemann und ihr Team der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Lauchhammer helfen jungen Patienten mit einer gründlichen Diagnostik und individuellen Behandlungswegen.
Vielfältige Symptome. Sorgfältige Abklärung.
„Zöliakie wird auch als das Chamäleon der Gastroenterologie bezeichnet. Denn die Autoimmunerkrankung kann neben gastrointestinalen auch extraintestinale Beschwerden und Symptome hervorrufen“, sagt Dr. Carolin Stegemann. Bei Zöliakie sorgt das Eiweiß Gluten, das in Weizen, Roggen, Dinkel und Gerste vorkommt, dafür, dass sich die Schleimhaut des Dünndarms entzündet. Bei betroffenen Kindern kann das beispielsweise Durchfälle oder Verstopfungen, aber auch Übelkeit bzw. Erbrechen auslösen. Die Patienten verlieren häufig an Gewicht, haben Gedeihstörungen, leiden unter Blutarmut oder fühlen sich müde und erschöpft. „Die Symptome bei Zöliakie sind oft unspezifisch und daher bleibt die Erkrankung nicht selten unerkannt“, erklärt die erfahrene Kinderärztin und betont: „Gerade diese Vielgestaltigkeit macht eine sorgfältige Abklärung so entscheidend.“
Gründliche Suche nach Ursachen
In der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin werden die Beschwerden junger Patienten ernst genommen – nicht nur bei Verdacht auf Zöliakie. Die Diagnostik und Therapie von Bauchschmerzen bei jungen Patienten gehört in Lauchhammer zu den medizinischen Schwerpunkten. Da Bauchweh bei Kindern nicht nur organische, sondern häufig auch psychosomatische Ursachen hat, ist die gründliche Suche nach der Herkunft der Schmerzen entscheidend. „Gerade bei Kindern und Jugendlichen mit wiederkehrenden Bauchschmerzen braucht es oft mehr als einen kurzen Untersuchungstermin. Im ambulanten Alltag fehlt dafür häufig die nötige Zeit. Während eines teil- oder vollstationären Aufenthalts können wir uns bewusst den Raum nehmen, um genau hinzuschauen: für ausführliche Gespräche mit den Familien, eine sorgfältige Untersuchung und sofern notwendig die Möglichkeit, Beschwerden über mehrere Tage und Nächte hinweg aufmerksam zu beobachten“, erläutert Dr. Carolin Stegemann. Ein unverzichtbarer Bestandteil der Diagnostik sind umfangreiche Gespräche mit den Patienten und ihren Eltern sowie ausführliche Fragebögen, in denen beispielsweise Ernährungsgewohnheiten, familiäre Vorerkrankungen oder auch Stuhlauffälligkeiten erfragt werden.
Zur Abklärung der Bauchschmerzen nutzt das Ärzteteam der Pädiatrie in Lauchhammer vielfältige diagnostische Mittel, darunter auch Ultraschall.
Ganzheitlicher Blick aufs Kind
Darüber hinaus gehen die Experten mit diagnostischen Möglichkeiten wie Laboruntersuchungen, Urin- und Stuhldiagnostik, Abdomen-Sonographie (Ultraschall) und H2-Atemtests mit Laktose-/Fruktosebelastung auf die Suche nach den Bauchschmerz-Ursachen. Bei Bedarf arbeiten die Kinderärzte auf kurzen Wegen mit den Fachärzten der Inneren Medizin und Gastroenterologie der Sana Kliniken Niederlausitz zusammen, die bei medizinischer Notwendigkeit Magen- und Darmspiegelungen durchführen können. Wenn die Bauchschmerzen eher durch psychische oder psychosomatische Faktoren ausgelöst werden, können die Therapeutinnen der Familienzentrierten Interaktionstherapie (FAZIT) aus dem Haus hinzugezogen werden.
Praktische Hilfe für Familien
„Diese vielschichtige und aufwendige Diagnostik ermöglicht es uns, die Ursachen für Bauchschmerzen genauer zu analysieren und Behandlungswege für unsere Patienten aufzuzeichnen, die ihnen wirklich helfen“, erklärt die Chefärztin. So unterschiedlich wie die Kinder und Jugendlichen sind, die in Lauchhammer behandelt werden, so individuell sind auch die Therapieansätze. Das Spektrum reicht von Ernährungsberatung über medikamentöse Therapien und Toilettentraining bis hin zu verhaltenstherapeutischen Optionen und der Kooperation mit spezialisierten Fachkliniken. „Wenn Kinder immer wieder über Bauchschmerzen klagen, ist das für Familien oft eine belastende und verunsichernde Situation. Oft braucht es Zeit, Geduld und ein genaues Hinschauen, um die Ursachen wirklich zu verstehen. Doch genau dieser Weg ist wichtig, damit wir den jungen Patienten gezielt helfen und ihnen gemeinsam mit ihren Familien wieder Sicherheit und Lebensqualität zurückgeben können“, rät die Kinderärztin.