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Ismaning,
01
Mai
2024
|
08:00
Europe/Amsterdam

Rehabilitation nach Schlaganfall: Und was kommt danach?

Zusammenfassung

Während des Aufenthalts in der Klinik und auch in der Rehabilitationsphase sind die Schlaganfall-Patientinnen und Patienten rund um die Uhr unter Beobachtung und medizinisch versorgt. Angehörige und nahestehende Personen haben in allen Phasen der Versorgung eine wichtige Rolle. Sie geben Halt, können helfen, sind als Vermittler da und übernehmen nach der Reha zuhause häufig auch pflegerische Aufgaben. Sana begleitet Patienten und Angehörige in jeder Phase.

Mit Flexibilität zum Reha-Erfolg

Das Neurologische Rehabilitationszentrum Quellenhof gehört zur Sana Kliniken AG und versorgt unter anderem Patientinnen und Patienten nach einem Schlaganfall. Angehörige können im Rahmen der Rehabilitation ebenfalls mit aufgenommen werden. Die Reha-Experten gehören mit ihrem innovativen Therapiekonzept bereits seit einigen Jahren zu den Vorreitern in der Neuroreha. Das Rehabilitationszentrum arbeitet zum Beispiel mit einem umfassenden Behandlungskonzept auf einer spezialisierten Station. Der große Vorteil dabei ist, dass das therapeutische Team sich nicht an starre Behandlungszeiten halten muss, sondern die Termine zeitlich flexibel für die Patienten planen kann.

Im Vergleich zur sonst üblichen Therapie führt die Schlaganfallbehandlung auf der spezialisierten Station zu besseren Ergebnissen. Das zeigte eine Vergleichsstudie, die im Neurologischen Rehabilitationszentrum Quellenhof unter der Leitung von Prof. Dr. med. Peter Flachenecker mit insgesamt 258 Schlaganfall-Patienten durchgeführt wurde. 162 Patienten bekamen die Rehabilitation nach dem neuen Konzept, 96 Patienten waren einer Kontrollgruppe mit der herkömmlichen Versorgung zugewiesen.

Die Behandlung im Rahmen des neuen Schlaganfallkonzepts führte im Vergleich zur bisher üblichen Therapie zu einem größeren Zuwachs an alltagsrelevanten Fähigkeiten, etwa Nahrungsaufnahme, Ankleiden und Körperpflege. Die ständige Präsenz der Therapeuten auf der spezialisierten Station fördert somit nicht nur Interdisziplinarität und Wissenstransfer bei den beteiligten Berufsgruppen, sondern steigert in Verbindung mit der Möglichkeit einer individualisierten Behandlung auch die Alltagskompetenz nach einem  Schlaganfall.

Aktivierende Pflege

Die “aktivierende Pflege” ist fester Bestandteil der Reha nach einem Schlaganfall. Dabei handelt es sich um ein Konzept, das den Patienten zahlreiche Handlungs- und Teilhabemöglichkeiten eröffnet. Durch die aktivierende Pflege sollen sämtliche zur Verfügung stehenden Ressourcen – geistig sowie körperlich – ausgeschöpft werden. Langfristiges Ziel ist die größtmögliche Selbstständigkeit im Alltag. Die Sana-Pflegefachkräfte berücksichtigen daher die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen und beziehen sie aktiv in die Pflege ein. Auch die Angehörigen erhalten eine fundierte Anleitung und Beratung, damit sie im Alltag nicht zu viel Hilfestellung geben. Denn es gilt: Gut gemeint, ist noch längst nicht gut gemacht.

Eine besonders intensive Unterstützung bekommen Angehörige in einem speziellen Workshop, den ein interdisziplinäres Team entwickelt hat. Er findet seit einigen Jahren regelmäßig am Neurologischen Rehabilitationszentrum Quellenhof statt. Das Ziel des Programms „Pflegend leicht aktiv bleiben“ ist es, die Angehörigen bestmöglich auf die Pflege zuhause vorzubereiten. Dabei vermitteln die Experten Tipps und Anregungen für einen reibungslosen Übergang in das häusliche Umfeld und erproben die Maßnahmen praktisch mit den Angehörigen. So lässt sich Schwierigkeiten direkt entgegenwirken.

Virtuelle Realität für die Reha

Neue Verfahren ergänzen das etablierte Reha-Angebot bei Sana, dazu gehört beispielsweise die Therapie in Virtueller Realität zur Verbesserung von sogenannten Neglect-Symptomen mit einer speziellen App, deren Anwendbarkeit und Wirksamkeit in einer Pilotstudie wissenschaftlich untersucht wurde. Bei Neglect handelt es sich um eine Aufmerksamkeitsstörung mit Vernachlässigung einer Körperhälfte, die nach einem Schlaganfall auftreten kann. Die Patienten nehmen Sinnesinformationen auf der betroffenen Seite nicht mehr wahr, obwohl Augen und andere Sinnesorgane noch funktionieren. Mit einem mobilen Endgerät können die Patienten in der App den Raum erkunden und einem virtuellen Origami-Vogel folgen. Auf diese Weise lässt sich Neglect spielend korrigieren. Die Therapie mit der digitalen Anwendung gewann 2023 den Forschungspreis der Deutschen Hirnstiftung.

Raus aus dem psychischen Loch nach der Reha

Spätestens nach der Entlassung aus der Reha fallen die Betroffenen und ihre Familien oftmals in ein großes Loch und wissen nicht, wie es langfristig weitergehen soll. Mit diesen Sorgen steht niemand alleine da. Für die langfristige Unterstützung und Nachsorge gibt es in vielen Regionen Selbsthilfegruppen. Auf der Internetseite der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe gibt es zum Beispiel Informationen zu bestehenden Angeboten. Zudem bietet die Stiftung auch Unterstützung an, wenn jemand eine neue Gruppe gründen möchte.

Eine weitere Möglichkeit für langfristige Aktivität bietet der Rehasport für Schlaganfall-Patienten. Rehasport ist dabei Hilfe zur Selbsthilfe. Patienten können gemeinsam mit anderen ihre Funktionsfähigkeit durch Bewegung, Spiel und Sport positiv beeinflussen. Insbesondere die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft ist für viele Patienten und deren Familie elementar zur Verbesserung der Lebensqualität. Rehasport ist eine ergänzende Leistung zur medizinischen Rehabilitation, die ärztlich verordnet werden kann. Rehabilitationsträger finanzieren die Angebote, Sportvereine mit eigens dafür ausgebildeten Übungsleitern bieten die Gruppen mit maximal 15 Teilnehmenden an. Eine Einheit dauert mindestens 45 Minuten.

Wichtig zu wissen: Rehasport steht den Patienten zu, denn es handelt sich um eine zuzahlungsfreie Sachleistung, die die Krankenkasse nach Verordnung vom Arzt übernehmen muss. Diese Angebote tragen dazu bei, dass die in der Reha erreichte Selbstständigkeit der Patienten erhalten bleibt oder sich sogar noch weiter verbessert. Patienten sollten ihren Arzt oder ihre Ärztin darauf ansprechen und in Erfahrung bringen, welche Möglichkeiten es in der Region gibt.

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