Ismaning,
02
März
2026
|
09:30
Europe/Amsterdam

Rückenschmerzen, Osteoporose und Arthrose: Was Frauen in den Wechseljahren wissen müssen

Zusammenfassung

Der Rückgang von Östrogen spielt eine wichtige Rolle bei Gelenk- und Rückenschmerzen von Frauen in der Peri- und Postmenopause. Wer die Zusammenhänge kennt, kann Beschwerden besser einordnen und gemeinsam mit medizinischem Fachpersonal gezielte Maßnahmen ergreifen, um Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten.

Sieben Fakten, die Frauen in den Wechseljahren kennen sollten!

1. Schmerzen nehmen vor allem in der Menopause zu

Viele Frauen berichten, dass Rücken- und Gelenkschmerzen besonders in den Wechseljahren oder danach beginnen oder stärker werden. Das ist kein Zufall: In dieser Lebensphase sinkt der Östrogenspiegel deutlich, was den Bewegungsapparat beeinflussen kann.

2. Östrogen schützt Gelenke und Bandscheiben

Östrogen wirkt nicht nur auf den Zyklus, sondern auch auf Knorpel, Bandscheiben und Knochen. Es kann Entzündungen bremsen, den Gewebeabbau verlangsamen und Schmerzprozesse günstig beeinflussen. Deshalb gilt das Hormon als wichtiger Schutzfaktor für Gelenke und Rücken.

3. Weniger Östrogen kann mehr Verschleiß bedeuten

Nach der Menopause fehlen die schützenden Effekte teilweise. Studien zeigen, dass entzündliche Prozesse zunehmen und degenerative Veränderungen wie Arthrose oder Bandscheibenverschleiß sowie Osteoporose schneller voranschreiten können. Das erklärt, warum Frauen häufiger betroffen sind als Männer gleichen Alters.

4. Schmerzen sind nicht einfach „normal“

Frauen sollten Gelenk- und Rückenschmerzen in oder nach den Wechseljahren nicht einfach hinnehmen. Die Beschwerden können mit hormonellen Veränderungen zusammenhängen und sollten ärztlich abgeklärt werden, insbesondere wenn sie anhalten oder den Alltag einschränken.

5. Hormonersatztherapie kann helfen, ist aber kein Heilmittel für alle Frauen

In bestimmten Fällen kann eine Hormonersatztherapie (HRT) Schmerzen lindern oder den Gelenkverschleiß verlangsamen. Sie ist jedoch nicht für jede Frau geeignet und muss individuell mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen werden, da sie in Einzelfällen auch Risiken haben kann.

6. Bewegung ist ein zentraler Therapiebaustein

Regelmäßige Bewegung, Muskelaufbau und Physiotherapie sind entscheidend, um Gelenke zu stabilisieren, Schmerzen zu reduzieren und beweglich zu bleiben. Schon moderates Training kann langfristig einen großen Unterschied machen.

7. Der Lebensstil ist entscheidend

Eine entzündungsarme Ernährung, ausreichende Versorgung mit Vitamin D und Kalzium, gesunder Schlaf, Stressabbau und Gewichtskontrolle unterstützen die Gelenk- und Knochengesundheit zusätzlich und können Beschwerden positiv beeinflussen.

 

Dr. med. Petra Büchin, Karl-Olga-Krankenaus Stuttgart

Unsere Expertin für Ihre Berichterstattung

Dr. med. Petra Büchin

Chefärztin am Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie und Rückentherapie, Karl-Olga-Krankenhaus, Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie, Fachärztin für Allgemeine Chirurgie, Mikronährstoffcoach, bioidentischer Hormoncoach und funktionelle Therapeutin

Der Tag der Rückengesundheit am 15. März 2026 bietet einen aktuellen Anlass für Ihre Berichterstattung, das Thema ist aber auch darüber hinaus von Interesse.

Symbolbild: Canva / Prostock-studio