Sächsischer Ausländerbeauftragte begrüßt neue Pflegekräfte am Herzzentrum Dresden
Geert Mackenroth: Ohne Zuwanderung geht es nicht
„Der Fachkräftemangel in der Pflege ist eine der größten Herausforderungen, der wir derzeit gegenüberstehen. Hier wird eine Lösung umgesetzt“, sagte Sachsen Ausländerbeauftragter Geert Mackenroth bei seinem Besuch im Herzzentrum Dresden Universitätsklinik. Gemeinsam mit Geschäftsführer Oliver Wehner gratulierte er den 13 brasilianischen und zwei kosovarischen Pflegekräften zum Abschluss des theoretischen Teils ihrer Ausbildung. An diese schließt sich nun die praktische Ausbildung im Herzzentrum und im Kreiskrankenhaus Freiberg an, die auf die Anerkennungsprüfung im November 2024 vorbereitet.
Oliver Wehner ergänzt: „Für uns stellt die Gewinnung internationaler Pflegekräfte einen passenden Baustein zur Sicherung der medizinischen Versorgung dar. Das Tolle: Wir erleben motivierte, tatkräftige und gut ausgebildete Menschen. Das Erfolgsmodell wird dabei maßgeblich von den schon etablierten deutschsprachigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen. Sie leisten den wesentlichen Teil der praktischen Einarbeitung, wofür wir sehr dankbar sind.“
Bereits Top ausgebildet
Die Brasilianerinnen und Brasilianer sind bereits gut ausgebildet und haben in ihrer Heimat ein vier- bis fünfjähriges Pflegestudium abgeschlossen. Sie müssen sich jedoch in Deutschland noch einer Anerkennungsprüfung unterziehen, um als voll examinierte Pflegefachkraft zu gelten.
Die 13 Männer und Frauen wurden aus knapp 500 Bewerberinnen und Bewerbern ausgewählt. Sie lernten erst ein Jahr Deutsch in Brasilien und waren danach bereit, in Dresden bis zur Anerkennungsprüfung erst einmal als Krankenpflegehelfer unter ihrer Qualifikation zu arbeiten. „Uns ist es wichtig, dass wir niemandem die Fachkräfte wegnehmen. Das ist in Brasilien nicht der Fall, da es dort mehr Pflegerinnen und Pfleger gibt, als der heimische Arbeitsmarkt aufnehmen kann. Durch die Jobangebote bei uns profitieren also letztlich beide Länder“, sagt Oliver Wehner.
Herzzentrum und Freistaat Sachsen gehen voran
Das zur Sana Kliniken AG gehörende Herzzentrum Dresden und der Freistaat Sachsen haben die Finanzierung übernommen und sorgten mit Partnern wie den Eckert-Schulen aus Chemnitz und dem Kreiskrankenhaus Freiberg für die notwendigen Qualifizierungen. Zudem kümmert sich eine betriebliche Integrationsmanagerin um die Pflegerinnen und Pfleger, die zusätzlich von Mentoren auf den Stationen und in den Fachbereichen betreut werden. Am Herzzentrum in Dresden arbeiten derzeit 511 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pflegedienst, davon kommen knapp zehn Prozent aus dem Ausland.
Mackenroth hob die Bereicherung für das Krankenhaus und die Qualität der Pflege hervor und lobte den Gemeinschaftssinn. Er hoffe, dass diese zugewanderten Menschen in Sachsen auf eine lebendige Gemeinschaft treffen, die sie genauso mit offenen Armen empfängt wie die Kolleginnen und Kollegen am Herzzentrum Dresden.
Mit dem Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen im Freistaat Sachsen steigt auch der zukünftige Bedarf an Beschäftigten in ambulanten Pflegediensten, stationären Pflegeeinrichtungen und den Krankenhäusern. In Sachsen fehlen laut aktuellen Studien rund 4.000 Pflegekräfte. Bis 2030 wird dieser Bedarf weiterhin kontinuierlich steigen.
Sachsens Ausländerbeauftragter Geert Mackenroth (Mitte) schaut den neuen brasilianischen Pflegekräften im Herzzentrum Dresden per ihrer praktischen Einarbeitung über die Schulter.
Sachsens Ausländerbeauftragter Geert Mackenroth begrüßt die neuen brasilianischen und kosovarischen Pflegekräfte am Herzzentrum Dresden persönlich.
Über das Herzzentrum Dresden Universitätsklinik
Das Herzzentrum Dresden Universitätsklinik, ein Krankenhaus der Sana Kliniken AG, ist ein Fachkrankenhaus der Maximalversorgung mit 220 Planbetten und ca. 800 Mitarbeitern. Insgesamt werden in den Kliniken für Herzchirurgie sowie Innere Medizin und Kardiologie jährlich rund 15.000 Patienten ambulant und ca. 10.000 Patienten stationär behandelt.
Über die Sana Kliniken AG
Die Sana Kliniken AG ist ein führender integrierter Gesundheitsdienstleister im deutschsprachigen Raum. Die ganzheitliche Gesundheitsversorgung für jährlich drei Millionen Patientinnen und Patienten erstreckt sich von Präventionsangeboten über die ambulante und stationäre Versorgung bis hin zu Nachsorge, Rehabilitation und Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln. Diese Leistungen werden bundesweit in 43 Krankenhäusern, 51 MVZ-Gesellschaften mit knapp 600 Arztsitzen sowie zusammen rund 60 Sanitätshäusern und Präventionspraxen erbracht. Darüber hinaus bietet Sana als B2B-Services auch Dienstleistungen und Beratung für externe Kliniken unter anderem in den Bereichen Einkauf, Logistik, Medizintechnik sowie Managementverträge an. 2023 erwirtschafteten die rund 38.600 Beschäftigten (Stand Dezember 2023) einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. Eigentümer der 1976 gegründeten Sana Kliniken AG sind 24 Private Krankenversicherungen.