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Coburg/Lichtenfels,
07
Mai
2025
|
12:59
Europe/Amsterdam

Schlaganfall: Wenn jede Minute zählt

Experten der Sana Kliniken Oberfranken setzen auf Teamarbeit gegen die Volkskrankheit

Zusammenfassung
  • Schnelle und interdisziplinäre Behandlung bei Schlaganfall: Experten der Sana Kliniken Oberfranken betonen die Bedeutung der raschen Diagnostik und Behandlung, um bleibende Schäden zu vermeiden. Spezialisten wie Neurologen, Neuroradiologen und Kardiologen arbeiten eng zusammen, um die Ursachen eines Schlaganfalls zu erkennen und gezielt zu behandeln.
  • Wichtige Prävention und Früherkennung: Viele Schlaganfälle lassen sich durch die Behandlung von Risikofaktoren wie Vorhofflimmern, Bluthochdruck oder Engstellen an Halsschlagadern verhindern. Die Aufklärung über Warnzeichen ist entscheidend.
  • Spezialisierte Stroke Units: Die Kliniken in Coburg und Lichtenfels verfügen über zertifizierte Stroke Units, die eine intensive, interdisziplinäre Betreuung nach einem Schlaganfall bieten. 

Der Tod von Papst Franziskus infolge eines Schlaganfalls zeigt erneut, wie plötzlich und schwerwiegend diese Erkrankung sein kann. Ein Schlaganfall macht vor niemandem Halt. Anlässlich des Tags gegen den Schlaganfall am 10. Mai rücken Mediziner verschiedener Fachrichtungen der Sana Kliniken Oberfranken die Bedeutung der Aufklärung, Früherkennung und einer schnellen interdisziplinären Versorgung in den Fokus.

Jährlich erleiden in Deutschland rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall – für viele beginnt damit ein Kampf um Leben und Selbstständigkeit. Am diesjährigen Tag gegen den Schlaganfall, der jährlich am 10. Mai begangen wird, verdeutlichen vier Experten der Sana Kliniken Oberfranken, wie entscheidend eine enge Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen für die Versorgung von Schlaganfallpatienten ist. 

CA Dr. Christoph_Bergmeier

„Handeln Sie schnell – Time is brain“

 

Dr. Christoph Bergmeier, Chefarzt der Neurologie und Leiter der Stroke Unit am Sana Klinikum Coburg, ergänzt: „Wenn es zum Schlaganfall kommt, zählt jede Minute. Wir sind rund um die Uhr bereit, Patienten schnellstmöglich zu behandeln. Denn je früher die Therapie beginnt, desto größer sind die Chancen, bleibende Schäden zu vermeiden.“

Dabei hilft aussagekräftige bildgebende Diagnostik.

CA Dr_Constantin Zühlke

„Wir machen das Unsichtbare sichtbar“

 

Dr. Constantin J. Zühlke, Chefarzt der Neuroradiologie am Sana Klinikum Lichtenfels und zertifizierter Spezialist für interventionelle Neuroradiologie, ist für die Auswertung der bildgebenden Diagnostik zuständig, die meist schon wenige Minuten nach Eintreffen des Patienten stattfindet. Er erläutert: „Mit CT und MRT erkennen wir, ob ein Gefäß verschlossen ist und können die Ursache des Schlaganfalls lokalisieren. Gemeinsam mit den anderen Fachrichtungen wägen wir Therapieoptionen ab und nehmen diese vor. Dies kann beispielsweise eine Thrombektomie, also das Entfernen einen Gefäßverschlusses sein oder auch das Beseitigen einer Gefäßverengung mittels Ballondehnung oder Stent.”.

Doch was kann man tun, um einen Schlaganfall zu vermeiden?

komm. CA Dr. Steffen Schnupp

„Ein Schlaganfall beginnt oft im Herzen“

 

Dr. Steffen Schnupp, komm. Chefarzt der Kardiologie am Sana Klinikum Coburg erklärt: „Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Ursachen für einen Schlaganfall – und bleibt häufig unbemerkt. Mit gezielter Diagnostik und moderner medikamentöser Therapie können wir das Schlaganfallrisiko deutlich senken.“.

Thieme_Marcus

„Vorsorge ist die beste Therapie“

 

Auch PD Dr. Marcus Thieme, Chefarzt der neu eröffneten Klinik für Gefäßmedizin am Sana Klinikum Coburg, sieht Prävention als Schlüssel: „Viele Schlaganfälle lassen sich verhindern – etwa durch die Behandlung von Engstellen an Halsschlagadern oder durch die gezielte Kontrolle von Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes.“

Sowohl am Sana Klinikum Coburg als auch am Sana Klinikum Lichtenfels wird eine sogenannte Stroke Unit vorgehalten. In diesen spezialisierten Einrichtungen erfahren Patienten nach einem akuten Schlaganfall eine besonders intensive Betreuung. Sie werden insbesondere von Neurologen, Kardiologen und Radiologen sowie Neurochirurgen und Gefäßchirurgen interdisziplinär diagnostiziert und therapiert sowie nötigenfalls intensivmedizinisch betreut. Das Zusammenspiel aller Fachrichtungen ist insbesondere für die Ursachensuche wichtig.

Stroke Units müssen baulichen, technischen, strukturellen, personellen und fachlich-inhaltlichen Mindeststandards genügen. Sie werden alle drei Jahre von der Deutschen Schlaganfallgesellschaft zertifiziert. 

Hintergrund

 

Schlaganfälle zählen zu den häufigsten und gefährlichsten Erkrankungen in Deutschland, doch viele Menschen kennen weder die Warnzeichen noch ihre persönlichen Risikofaktoren. Daher setzen sich die Experten der Sana Kliniken Oberfranken gemeinsam dafür ein, über Ursachen, Symptome und modern Behandlungsmöglichkeiten aufzuklären. Ihr Appell: Wer die Anzeichen kennt und im Notfall schnell handelt, kann Leben retten – auch das eigene!

Ein Schlaganfall entsteht meist durch ein Blutgerinnsel, das ein Hirngefäß verstopft. Erste Anzeichen sind plötzliche Lähmungen, Sprachstörungen oder Sehstörungen. Wer diese Symptome bemerkt – bei sich oder anderen – sollte sofort den Notruf 112 wählen. Zudem wird empfohlen, den FAST-Test durchzuführen. Der FAST-Test ist ein einfaches und effektives Mittel zur schnellen Identifikation möglicher Anzeichen eines Schlaganfalls. Er wurde für medizinisches Fachpersonal und Laienhelfer gleichermaßen entwickelt und konzentriert sich auf grundlegende motorische und sprachliche Fähigkeiten. So können Sie bei sich selbst oder einer anderen Person schnell und einfach die Zeichen eines Schlaganfalls identifizieren. „FAST“ steht für:

  • Face (Gesicht): Die betroffene Person wird aufgefordert, zu lächeln oder die Stirn zu runzeln.
  • Arms (Arme): Die Person soll beide Arme ausstrecken und dann die Handflächen umdrehen.
  • Speech (Sprache): Die Person soll einen einfachen Satz nachsprechen.
  • Time (Zeit): Die Person oder Angehörige soll nach der Dauer der bestehenden Symptome gefragt werden.

In den letzten Jahren wurde das FAST-Schema zum noch aussagekräftigerem “BE-FAST” erweitert:

  • Balance (Gleichgewicht): Die Person soll auf einem Bein stehen
  • Eyes (Augen): Die Person wird nach Doppelbildern oder Sehstörungen befragt

 

"Es war einer dieser Schlaganfälle, die einen innerhalb einer Stunde dahinraffen. (...) Vielleicht hat sich ein Blutgerinnsel gebildet und ein Blutgefäß im Gehirn verschlossen. Vielleicht gab es auch eine Blutung. So etwas kann jedem passieren. Aber ältere Menschen sind stärker gefährdet - vor allem, wenn sie sich nicht viel bewegen.”

Leibarzt von Papst Franziskus Sergio Alfieri 

Über die Sana Kliniken Oberfranken

Unter dem Dach der Sana Kliniken Oberfranken vereinen sich drei Kliniken an den Standorten Coburg, Lichtenfels und Neustadt bei Coburg und zahlreiche Medizinische Versorgungszentren in den Landkreisen Coburg und Lichtenfels. Mit 909 stationären Betten und 46 tagesklinischen Behandlungsplätzen bieten die Sana Kliniken Oberfranken ein breites Leistungsspektrum. Etwa 3.250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichern auf hohem medizinischem und pflegerischem Niveau die Gesundheitsversorgung in der Region.