Dahme-Spreewald,
12
August
2025
|
09:59
Europe/Amsterdam

So kommen ältere Menschen gut durch die Hitze

Expertin der geriatrischen Tagesklinik gibt Tipps für die heißen Tage

Zusammenfassung
  • Ärztliche Leiterin der Geriatrischen Tagesklinik in Königs Wusterhausen gibt Handlungsempfehlungen für Hitzetage
  • Hohe Temperaturen und starke Sonneneinstrahlung belasten Ältere besonders stark
  • Diese Warnzeichen sollten pflegende Angehörige ernst nehmen

Der Sommer ist zurück und mit ihm die Hitzerekorde. Bis auf 33 Grad soll das Thermometer in den kommenden Tagen steigen. Heiße Sommertage können für ältere Menschen zu einer echten Belastungsprobe werden. Dr. Kathrin Rosenberg, Ärztliche Leitung der Geriatrischen Tagesklinik im Achenbach-Krankenhaus Königs Wusterhausen, gibt Tipps, wie die Hitze für Senioren erträglicher wird und worauf Angehörige achten sollten.  

Wenn die Sonne brennt, die Thermometer Rekordwerte anzeigen und Brandenburg unter der Sommerhitze ächzt, dann leiden vor allem viele ältere Menschen unter den Extremtemperaturen. „Für ältere Patienten sind sehr heiße Tage und Hitzewellen eine große Herausforderung. Denn mit dem Alter verändern sich Stoffwechselprozesse, der Körper kann Temperaturen nicht mehr so schnell wie in jüngeren Jahren regulieren und manches wird beschwerlicher. Viele Senioren sind zudem chronisch krank oder geschwächt“, zählt Dr. Kathrin Rosenberg auf. Die erfahrene Internistin, die auf Palliativmedizin und Altersmedizin (Geriatrie) spezialisiert ist, leitet die Tagesklinik, die gemeinsam vom Klinikum Dahme-Spreewald und dem Sana Krankenhaus Gottesfriede Woltersdorf im Achenbach-Krankenhaus betrieben wird. Sie weiß: „Bei großer Hitze fällt es vielen noch schwerer als ohnehin schon, ihren Alltag zu bewältigen.“

Getränke gut erreichbar aufstellen

Umso wichtiger ist es, dass Menschen über 70 nicht nur selbst besonders gut an heißen Tagen auf sich achten, sondern auch dass Angehörige, Nachbarn und Freunde ein wachsames Auge auf betagte Mitmenschen haben. An oberster Stelle steht: genügend trinken. „Die optimale persönliche Trinkmenge ist sehr individuell und hängt unter anderem vom Allgemeinzustand, Erkrankungen, Gewicht, Alter und äußeren Gegebenheiten wie Wetter und Klima ab“, erklärt Dr. Kathrin Rosenberg. Weil im Alter häufig das Durstgefühl schwindet und manche Senioren auch schlichtweg vergessen, regelmäßig zu trinken, oder wegen ihrer eingeschränkten Mobilität Getränke manchmal auch nicht gut erreichen können, hat die Medizinerin für Senioren sowie deren Angehörige und Pflegekräfte einen Tipp parat: „Einfach täglich 1,5 bis zwei Liter Getränke an all den Orten im Umfeld abzustellen, die für den Betroffenen gut erreichbar sind.“ Optimal sind neben Wasser auch Getränke mit Geschmack wie leichte Saftschorlen (Vorsicht beim Zuckergehalt), Wasser mit ein wenig Zitronensaft oder Tees. Auch eine Tasse Kaffee ist geeignet. eiskalte Getränke sind eher ungünstig, weil der Körper versucht, dagegen zu regulieren und weiter schwitzt.

Lieber leichte Kost

Auch die Wahl der Mahlzeiten kann den Umgang mit der Hitze erleichtern. Schwer verdauliche, fettreiche Nahrung belastet den Körper zusätzlich. Deswegen rät die Fachärztin statt gehaltvoller Braten lieber auf leichte Gerichte wie Suppen und Salate zurückzugreifen. Obstsorten wie Melonen, Birnen und Nektarinen sind besonders wasserreich und helfen mit, den Flüssigkeitsbedarf zu decken.

Hitze im Sommer

Vor allem für ältere Menschen sind die Temperaturrekorde im Sommer eine echte Herausforderung. Die erfahrenen Profis der Klinik für Geriatrie geben deshalb Tipps, worauf Angehörige achten sollten und wie betagte Lausitzer die Hitzewelle gut überstehen. Download und Copyright

Kühle Brise

Ältere Menschen sollten die direkte Sonneneinstrahlung lieber meiden und sich während der heißesten Stunden des Tages – also zwischen 11 und 16 Uhr – am besten in kühle Räume zurückziehen. „Vorsicht gilt bei Klimaanlagen, denn große Temperaturunterschiede können den Kreislauf zusätzlich belasten“, warnt die Expertin für Altersmedizin und rät dazu, sich lieber ein kühles, nasses Tuch in den Nacken oder auf die Heizung zu legen. Regelmäßiges Durchlüften der Räume, vor allem während der kühleren Nachtstunden, ist ebenfalls günstig. „Dabei sollte allerdings beachtet werden, dass die älteren Menschen dabei zugedeckt im Bett liegen und nicht schwitzend im Durchzug sitzen“, erklärt Dr. Kathrin Rosenberg. Um die Hitze am Tage möglichst draußen zu halten, sollten Rollläden oder Vorhänge geschlossen bleiben.

Lieber in den Schongang schalten

Lieber einen Gang herunterschalten sollten Ältere auch bei körperlichen Aktivitäten. Besorgungen wie Einkäufe oder der Gassigang mit dem Hund sind in den kühleren Morgen- und Abendstunden weniger anstrengend als in der großen Mittagshitze. Das gilt auch für sportliche Aktivitäten wie Radfahren, Joggen oder Wandern:  Bei Extremtemperaturen ist weniger mehr. Die nächste sportliche Runde sollte besser auf Tage mit gemäßigterem Wetter verschoben werden.

Warnsignale beachten

„Hitze kann krank machen. Erschöpfung, Kopfschmerzen, blasse oder stark gerötete Haut können ebenso erste Warnsignale sein wie Übelkeit, Kurzatmigkeit oder gar Fieber und Krämpfe“, zählt Dr. Kathrin Rosenberg auf. Gefahr im Verzug ist, wenn die am Arm oder Bein beim Zusammendrücken als Falte stehen bleibt und sich nicht löst. Auch eine trockene, borkig belegte Zunge und dunkelverfärbter Urin sind ernste Hinweise. „Ehepartner, Angehörige oder Pflegekräfte sollten solche roten Warnzeichen unbedingt ernst nehmen und die betroffene Person medizinisch durchchecken lassen“, rät die Ärztliche Leiterin der Geriatrischen Tagesklinik in Königs Wusterhausen eindringlich.  

Über das Klinikum Dahme-Spreewald 

Unter dem Dach des Klinikums Dahme-Spreewald vereinen sich die beiden Standorte Spreewaldklinik Lübben und das Achenbach-Krankenhaus Königs Wusterhausen. Die beiden Krankenhäuser versorgen jährlich mehr als 25.000 stationäre und mehr als 50.000 ambulante Patientinnen und Patienten. Dafür stehen in den beiden Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung insgesamt 448 Betten in neun Fachbereichen zur Verfügung. Die jährlich steigende Zahl an versorgten Patienten belegt die Bedeutung und die Akzeptanz einer kompetenten und qualitativ hochwertigen Versorgung in der Region. Besondere Expertise beweist das Klinikum Dahme-Spreewald in der Weichenstellung von zukünftig wichtigen Bereichen. So gehören Palliativmedizin und Spezielle Schmerztherapie schon heute zum fest etablierten Behandlungsspektrum. In der Gesundheitsakademie Heinz-Sielmann, die ebenfalls unter der Trägerschaft des Klinikum Dahme-Spreewald steht werden mehr als 130 Schülerinnen und Schüler auf den Berufsalltag in der Pflege vorbereitet. Die Gesundheitsakademie zählt zu den größten Einrichtungen dieser Art im Land Brandenburg. Ergänzend bestehen seit 2019 ambulante Versordnungsmöglichkeiten. Zunächst durch das Medizinische Versorgungszentrum Dahme-Spreewald in Königs Wusterhausen in den Bereichen Allgemeinmedizin/Innere Medizin, Chirurgie und Kinder- und Jugendmedizin sowie seit 2022 im MVZ Poliklinik Lübben in den Bereichen Allgemeinmedizin, Gynäkologie und Chirurgie.

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