Senftenberg,
11
Februar
2025
|
10:39
Europe/Amsterdam

Starkes Engagement für Pflege-Nachwuchs der Kinderklinik

Sana Kliniken Niederlausitz bieten intensive Betreuung auf dem Weg zur Pflegefachkaft mit Vertiefungsrichtung

Zusammenfassung
  • Sana Kliniken Niederlausitz und Sana Campusschule Niederlausitz engagieren sich für fachkompetenten Nachwuchs in der Kinderkrankenpflege
  • intensive 1:1-Betreuung von Azubis während Vertiefungseinsatz
  • Wissenstransfer zwischen Generationen bewusst gefördert

 

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Deswegen brauchen sie nicht nur besondere Zuwendung von ärztlicher, sondern auch von pflegerischer Seite. Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Sana Kliniken Niederlausitz und die Sana Campusschule Niederlausitz gehen bei der Qualifizierung von Nachwuchs für die Kinderkrankenpflege innovative Wege, um dem Fachkräftemangel vorzubeugen und Wissenstransfer von erfahrenen Mitarbeitenden an jüngere Generationen zu sichern.

Hohe Fachkompetenz ist eine der Stärken, die die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Lauchhammer auszeichnet. Das Team um Chefärztin Dr. Carolin Stegemann besteht neben Fachärzten für Kinder- und Jugendheilkunde sowie Weiterbildungsassistenten aus 15 speziell geschulten Pflegekräften. 13 von ihnen sind ausgebildete Kinderkrankenschwestern, zwei Nachwuchs-Pflegekräfte haben die neue generalistische Ausbildung mit Vertiefung Kinderkrankenpflege absolviert. Wo früher unterschiedliche differenzierte Ausbildungen für Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege sowie Kinderkrankenpflege existierten, gibt es seit dem Jahr 2020 einen gemeinsamen Ausbildungsweg für alle Pflegefachkräfte. Auf Wunsch kann dann im dritten Ausbildungsjahr die Vertiefung in einem Fachgebiet erfolgen. Das stellt gerade so sensible Bereiche wie die Kinderklinik vor Herausforderungen.

 

Pädiatrie

 


Ausbildung Seite an Seite: Praxisanleiterin Annett Brockel (r.) begleitet Pflegenachwuchskräfte intensiv im Alltag auf der Kinderstation, um so viele Kompetenzen wie möglich weiterzugeben. Download und Copyright

Frühzeitiger Fokus auf Spezialisierung

„Der Personalmangel in der Pflege macht den Kinderkliniken am meisten zu schaffen“, sagt Veit Hubrich, Pflegeschulleiter an der Sana Campusschule Niederlausitz, wo die Pflege-Azubis den theoretischen Teil ihrer Ausbildung absolvieren. Viele junge Leute, die sich für die Kinderkrankenpflege interessieren, würden dadurch auch abgeschreckt, weil sie sich eben nicht für die Alten- oder Erwachsenenpflege interessieren, sagt der Pädagoge mit Blick auf die Ausbildungsreform aus dem Jahr 2020 und betont: „Wir gehen an unserer Schule mit Auszubildenden, die sich für die Kinderkrankenpflege interessieren, frühzeitig in den Austausch, um die maximale Unterstützung zu leisten. Uns ist sehr an einem gemeinsamen Miteinander zwischen Schule, Klinik und vor allem den Auszubildenden gelegen.“

1:1-Betreuung für künftige Pflegeprofis

„Es ist schwierig, die Pflegeschüler in den 500 Stunden Vertiefungseinsatz so fit zu machen, dass sie das Wissen haben, mit dem wir damals unsere dreijährige Ausbildung abgeschlossen haben“, sagt die gelernte Kinderkrankenschwester Annett Brockel. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Maren Fischer begleitet die Praxisanleiterin Schüler durch die Zeit auf der Kinderstation – so intensiv und umfangreich wie möglich. Um die zur Verfügung stehende Zeit effektiv nutzen zu können, werden beispielsweise die Dienstpläne so gestrickt, dass Praxisanleiterin und Azubi immer gemeinsam im Einsatz sein können. „Während der 1:1-Betreuung versuchen wir, die Schülerinnen so fit zu machen, dass sie die Prüfung schaffen und geben unsere Erfahrungen weiter“, erklärt Annett Brockel. Das große Ziel ist, den Nachwuchskräften in den geforderten Kompetenzbereichen möglichst viel Wissen zu vermitteln – von Pflegeplanung über die Kommunikation mit Kind und Eltern bis hin zu pflegerischen Tätigkeiten.

 

Pädiatrie

 

Know-How vom Profi für zukünftige Profis: Annett Brockel (r.) während der Geräteeinweisung im Bereich der Neo-Intensiv auf der Lachhammeraner Kinderklinik. Download und Copyright

Breites Krankheitsspektrum. Große Altersunterschiede. 

„Gerade in der Pädiatrie braucht es enormes Wissen, weil wir es mit einem großen Spektrum an Krankheitsbildern zu tun haben und gleichzeitig die einzelnen Entwicklungsstadien unserer Patienten berücksichtigen müssen. Die Bandbreite unserer Patienten reicht von Frühgeborenen über reife Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder bis zu Kindergarten- und Schulkindern, Teenagern und jungen Erwachsenen mit Behinderungen, die wir aufgrund ihres Entwicklungsstandes auf kindlichem Niveau gern mitbetreuen“, erklärt Chefärztin Dr. Carolin Stegemann. Diese Vielfalt verlangt von den Pflegeprofis absolutes Können. Sie müssen die Normwerte jeden Alters zwischen 0 und 18 Jahren kennen, um innerhalb kürzester Zeit einzuschätzen, ob es eventuelle Auffälligkeiten gibt. Zu den Altersunterschieden kommt die Vielzahl an Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. „Wir versorgen hier Frühgeborene im Neonatologie-Zimmer und nebenan eine Jugendliche mit Anorexie und im Zimmer gegenüber ein Kleinkind mit einer Infektion“, umreißt die Chefärztin das breite Spektrum. Ärzte und Pflegekräfte benötigen auch eine scharfe diagnostische Brille: „Wenn ein Patient mit Fieber und Erbrechen kommt, dann kann das eine Gastroenteritis sein, muss es aber nicht. Deswegen müssen wir auch immer beachten, welche Erkrankungen noch in Frage kommen könnten“, erklärt Carolin Stegemann. Jeder Patient will alters- und leitliniengerecht betreut und versorgt sein.

Eigeninitiative und Wissensdurst gefragt

Für die Nachwuchskräfte ist das eine echte Herausforderung. Sie brauchen enormen Wissensdurst und müssen sich parallel, oft im Selbststudium, umfangreiches Wissen zu den einzelnen Krankheitsbildern erarbeiten. Eine der zwei Auszubildenden, die ihren Vertiefungseinsatz seit der Novellierung der Pflegeausbildung auf der Kinderstation absolviert hat, ist Aline Gleixner. „Der Pflegeberuf ist eine verantwortungsvolle und herausfordernde Aufgabe, aber auch eine äußerst lohnende und wichtige. Wir unterstützen Menschen in schwierigen Situationen, spenden Trost, zaubern ein Lächeln in die Gesichter unserer Patienten und helfen ihnen, ihre Gesundheit wiederzuerlangen. Unsere Arbeit hat einen großen Einfluss auf das Leben anderer und das ist etwas ganz Besonderes“, ist sich die Pflegefachfrau bewusst, welch hoher Anspruch hinter ihrem Beruf steht. Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin biete aufgrund ihrer Größe ein „sehr familiäres Umfeld“ während der Ausbildungszeit und danach und sie sei sehr gut durch die Praxisanleiter begleitet und unterstützt worden, berichtet Aline Gleixner.

Wissenstransfer zwischen Generationen

Auf Nachwuchskräften wie ihr ruhen große Hoffnungen. Denn allein auf der Kinderstation gehen in den kommenden fünf Jahren acht gestandene Mitarbeiterinnen in Rente. Die Klinik fördert deshalb intensiv den Wissenstransfer, damit die „alten Hasen“ ihre Erfahrung und ihr Können gezielt an die jüngeren Generationen weitergeben können. Denn die jungen Patienten sollen auch morgen noch bestens betreut sein, weil sie eben nicht „kleine Erwachsene“ sind, sondern ganz eigene Ansprüche an die Gesundheitsversorgung haben.