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Therapiemöglichkeiten bei Brustkrebs
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jedes Jahr kommen rund 70.000 neue Fälle hinzu. Über die gesamte Lebenszeit betrachtet sind 130 von 1.000 Frauen und einer von 1.000 Männern von Brustkrebs betroffen. Die Therapie richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung.
Grundsätzlich hängt die Behandlung von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von der Tumorgröße und -lage sowie der Aggressivität. Zudem müssen Mediziner das Alter und den Gesundheitszustand der Patienten sowie individuelle Wünsche und Ziele berücksichtigen.
Klassifikation des Tumors
Zur Einstufung des Tumors nutzen Experten die sogenannte TNM-Klassifizierung. Die Abkürzung steht für Tumor, Nodes (das heißt Knoten) und Metastasen. So können Mediziner die Größe und Ausdehnung der Geschwulst, den Befall von Lymphknoten sowie das Vorliegen von Absiedelungen von krankhaftem Gewebe in entfernten Körperteilen (Metastasen) beschreiben.
| Klassifizierung | Erklärung |
| T0 | Kein Tumor entdeckt oder nicht mehr nachweisbarer Ursprungstumor |
| T1-T4 | Die Zahlen charakterisieren die zunehmende Größe und Ausbreitung des Tumors. |
| N0 | Lymphknoten sind tumorfrei |
| N1-N3 | Die Zahlen stehen für die Lage und die Anzahl der befallenen Lymphknoten im Bereich des Abflussgebietes der Brust. |
| M0 | Keine Metastasen entdeckt |
| M1 | Metastasen vorhanden |
Mit der TNM-Klassifikation lässt sich der weitere Verlauf der Erkrankung einschätzen und die adäquate Therapiestrategie festlegen. Die Behandlung besteht meist aus einer Kombination von Operation, Bestrahlung und Medikamenten.
Brusterhaltende Operation im Frühstadium
Wird der Brustkrebs sehr früh erkannt – also bevor der Tumor in andere Organe gestreut hat oder Lymphknoten in der Achsel befallen sind – haben Betroffene in der Regel sehr gute Heilungschancen. In vielen Fällen ist dann auch eine brusterhaltende Operation möglich, bei der lediglich der Tumor entfernt wird. Danach erfolgen eine Bestrahlung und eventuell auch eine Chemotherapie oder weitere ergänzende medikamentöse Therapieformen.
Brustentfernung mit Rekonstruktion
Ist der Brustkrebs weiter fortgeschritten, ist in vielen Fällen eine komplette Entfernung der Brust, eine Mastektomie, notwendig. Eine Möglichkeit danach ist die Rekonstruktion mit kissenartigen Implantaten oder mit Eigengewebe vom Unterbauch, Gesäß oder Rücken. Da bereits während der Mastektomie schon Vorbereitungen für den nachfolgenden Aufbau notwendig sind, müssen Frauen ihre persönliche Entscheidung für oder gegen den Brustaufbau und die Methode vorab treffen. Die Experten der Sana-Brustkrebszentren beraten Frauen zu den Möglichkeiten und den jeweiligen Vor- und Nachteilen.
Brustentfernung ohne Brustaufbau
Frauen, die sich keine Rekonstruktion der Brust vorstellen können, haben die Möglichkeit, sich für ein Leben ohne Brust zu entscheiden. Brustlosigkeit ist eine Alternative und akzeptierte Behandlungsoption. Frauen, die sich diesen Weg vorstellen können, sollten sich nicht scheuen, das Thema mit dem Arzt oder der Ärztin zu besprechen. Der Verein Ablatio mammae – Selbstbewusst ohne Brust e.V., kurz AMSOB, bietet Unterstützung und Austausch für Frauen an. AMSOB vertritt die Ansicht, dass die Weiblichkeit einer Frau nicht von ihrer Brust abhängt. Der Verein möchte dazu beitragen, dass brustlose Frauen sich nicht mehr verstecken, sondern selbstbewusst und glücklich in die Zukunft blicken können. Die Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen und Vereinen zur Unterstützung betroffener Frauen ist auch Teil des ganzheitlichen Versorgungsansatzes in den Sana-Brustkrebszentren.
Behandlung von Brustkrebs bei Männern
Da nur sehr wenige Männer von Brustkrebs betroffen sind, gibt es kaum wissenschaftliche Untersuchungen zur Effektivität der verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten. Die Therapie erfolgt sehr ähnlich wie bei der Frau. Betroffene Männer können sich jederzeit an die Sana-Brustkrebszentren wenden.
Körperliche Aktivität steigert die Lebensqualität
Vor und nach der onkologischen Therapie ist ein aktiver Lebensstil wichtig – auch im fortgeschrittenen Stadium. Körperliche Aktivität erhöht die Überlebenswahrscheinlichkeit, reduziert Nebenwirkungen und steigert den Behandlungserfolg. Die positiven Effekte körperlicher Aktivität auf Symptome und Lebensqualität zeigte erst eine kürzlich veröffentlichte Studie in der Zeitschrift Nature Medicine eines internationalen Forschungsteams. Die Wissenschaftler untersuchten insgesamt 355 Frauen und zwei Männer mit metastasiertem Brustkrebs über einen Zeitraum von neun Monaten. Alle Teilnehmenden der Studie erhielten allgemeine Empfehlungen zur Bewegung sowie einen Aktivitätstracker. Die Hälfte der Probanden nahm als Trainingsgruppe zusätzlich noch zweimal pro Woche an einem individuellen und professionell angeleiteten Übungsprogramm zur Verbesserung von Gleichgewicht, Ausdauer und Kraft teil. Die Ergebnisse sind ermutigend für alle Betroffenen: Die Patienten der Trainingsgruppe erreichten im Vergleich zur Gruppe ohne gezieltes Übungsprogramm eine größere Verbesserung der Lebensqualität und eine bedeutendere Reduzierung der Fatigue-Symptome, das heißt sie waren weniger müde, erschöpft und antriebslos. Auch bei den Fitness-Tests auf dem Fahrradergometer schnitten die Patienten der Trainingsgruppe besser ab.
Die Therapeuten in den Sana-Brustkrebszentren stellen für die Patienten individuelle Trainingspläne zusammen und verhelfen den Betroffenen zu einem aktiven Lebensstil.
Symbolbild: Canva / mrwed54