Von den USA nach Oberfranken: Modernste Gefäßprothese ermöglicht Behandlung hochkomplexer Aortenaneurysmen
Neuartige Prothese erstmals in Coburg eingesetzt
- Neuartige vierarmige Gefäßprothese erstmals am Sana Klinikum Coburg eingesetzt – eine der modernsten Lösungen für hochkomplexe Aortenaneurysmen an der Übergangszone von Brust- zu Bauchschlagader; Coburg zählt zu den ersten Zentren in Deutschland mit diesem Verfahren.
- Erfolgreicher Fall: 75-jähriger Patient, operiert von Dr. Halil Celepci mit „brillantem“ Ergebnis, Entlassung nach drei Tagen; Verfahren 2024 in den USA zugelassen, seit April 2026 in Europa verfügbar und durch Studien/Erfahrungsberichte mit hohen Erfolgsraten und niedrigen Komplikationen belegt.
- Minimalinvasiver Eingriff sichert die Organversorgung (Leber, Darm, Nieren) durch vier integrierte „Arme“, schaltet das Aneurysma zuverlässig aus und ermöglicht Vorteile wie weniger Beschwerden, kürzeren Klinikaufenthalt und höhere Sicherheit.
Hightech-Medizin in Oberfranken: Am Sana Klinikum Coburg wurde einem 75‑jährigen Patienten aus Eggenbach, Peer H., erfolgreich eine neuartige, vierarmige endovaskuläre Gefäßprothese eingesetzt. Die neuartige Prothese gilt als Meilenstein bei komplexen Aortenaneurysmen und ist erst seit kurzer Zeit in Europa verfügbar. Die Klinik für Gefäßmedizin Coburg gehört bundesweit zu den ersten Gefäßabteilungen, die diese Gefäßprothese einsetzen.
Die Ausgangslage: Lebensgefährliches Aneurysma an kritischer Stelle
Bei Peer H. diagnostizierten Ärzte eine gefährliche Erweiterung der Hauptschlagader (Aneurysma). Besonders heikel: Die Aussackung lag am Übergang von der Brust- zur Bauchschlagader – dort, wo lebenswichtige Blutgefäße zu Leber, Darm und Nieren abzweigen. Ein Riss an dieser Stelle kann tödlich enden, es bestand dringender Behandlungsbedarf. Sein Weg führte den Patienten an das Sana Klinikum Coburg, dessen Gefäßchirurgie auf solche Erkrankungen spezialisiert ist.
Hightech-Prothese mit vier Armen – Organversorgung bleibt gesichert
Die innovative Prothese wurde genau für derartige, komplexe Befunde entwickelt. Sie wird über kleine Zugänge in der Leiste und im Arm minimal‑invasiv eingebracht und entfaltet sich innerhalb der Aorta wie ein Stützrohr. Das Besondere: Vier integrierte „Arme“ ermöglichen die Anbindung der bedeutenden Gefäße, die die Organe mit Blut versorgen. So wird das Aneurysma zuverlässig ausgeschaltet, während die Durchblutung von Leber, Darm und Nieren erhalten bleibt.
„Perfekte“ Operation und „brillantes“ Ergebnis – rasche Erholung für den Patienten
„Die Operation verlief perfekt und das Ergebnis ist brillant – besser hätte es nicht laufen können“, berichtet der Operateur und Sektionsleiter der Gefäßchirurgie Dr. Halil Celepci. Auch Patient Peer H. zeigt sich erleichtert: „Ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl und habe mich im Haus sehr gut aufgehoben gefühlt. Mein behandelnder Arzt und das gesamte Team der Gefäßmedizin sind fachlich super und dazu sympathisch.“ Bereits drei Tage nach dem Eingriff konnte Peer H. das Klinikum wieder verlassen. Er wird zur Nachsorge in wenigen Monaten noch einmal ins Haus kommen.
Spitzenmedizin in der Region – von den USA nach Oberfranken
Die neuartige Prothese wurde im Jahr 2024 in den USA zugelassen und gilt als eine der fortschrittlichsten Lösungen für komplexe Aneurysmen im Übergangsbereich von der Brust‑ zur Bauchschlagader. In Europa ist sie erst seit April 2026 verfügbar; erste Zentren sammeln aktuell Erfahrungen. „Dass wir dieses Hightech‑Verfahren für unsere Patienten in Oberfranken und Südthüringen anbieten können, macht uns stolz und unterstreicht unsere Kompetenz als interdisziplinäres Team. Ich bin sehr dankbar für die exzellente gefäßchirurgische Expertise, die Dr. Celepci täglich für unsere Patienten einbringt", sagt PD Dr. Thieme, Chefarzt der Klinik für Gefäßmedizin. „Für betroffene Patienten bedeutet es ein minimalinvasives Verfahren mit weniger Beschwerden, kürzerem Klinikaufenthalt und zugleich mehr Sicherheit.“
Schonender Weg, starke Evidenz
Im Gegensatz zur offenen Aortenoperation mit großen Schnitten erfolgt die Implantation der oben genannten Stentprothese über kleine Zugänge in der Leiste und – je nach Anatomie – am Arm; gesteuert wird der Eingriff unter Echtzeit‑Röntgen. Studien und Zentrenberichte belegen dabei hohe Erfolgsraten bei zugleich niedrigen Komplikationsraten und guter Gefäßdurchgängigkeit der versorgten Organarterien.
Bild: Patient Peer H. und Gefäßchirurg Dr. Halil Celepci freuen sich über den gelungenen Eingriff (Copyright: SKOF)