Von der Piste auf den OP-Tisch
Wie der Senftenberger Experte Dr. Heiko Richter verletzte Wintersportler zurück auf die Bretter bringt
- Wintersport & Knie: Kreuzbandrisse zählen zu den häufigsten Sportverletzungen.
- Individuelle Entscheidung: Nicht jede Ruptur muss sofort operiert werden.
- Schonend & strukturiert: Moderne OP-Methoden und klare Reha in den Sana Kliniken Niederlausitz
Winterzeit ist Pistenzeit – voller Spaß und Schwung, aber manchmal auch riskant. Ein falscher Dreh, ein zu heftiger Sprung und schon heißt es: Arztbesuch statt Aprés Ski. So mancher Lausitzer ist schon mit einem Kreuzbandriss aus dem Winterurlaub zurückgekehrt. In solchen Fällen hilft Dr. Heiko Richter, Leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie, Neurotraumatologie und Wirbelsäulenchirurgie. Er ist darauf spezialisiert, Kniegelenken mit Kreuzbandplastiken wieder Stabilität zu geben – nicht nur nach Unfällen auf der Skipiste.
Mitbringsel mit Folgen
Statt Souvenirs vom Urlaubsort bringt sich so mancher Winterurlauber eine schmerzhafte Erinnerung mit: Kreuzbandrupturen gehören zu den häufigsten Verletzungen beim Wintersport. Studien zufolge kommt es in Deutschland jedes Jahr rund 100.000-mal zu Kreuzbandrissen – besonders häufig beim Skifahren oder Fußball. Denn bei diesen Sportarten wird das Bein teilweise stark verdreht. Der ungewohnte Stress für das Gelenk kann dafür sorgen, dass das vordere Kreuzband, das wie ein Stützpfeiler für Stabilität im Knie sorgt, reißt.
Schmerz und Schwellung
„Patienten berichten gelegentlich, dass sie trotz der Verletzung noch die Piste hinter gekommen sind. In solchen Fällen sorgt das Adrenalin dafür, dass der Schmerz erst einmal nicht spürbar ist. Spätestens eine halbe Stunde nach dem Unfall setzen dann aber die Schmerzen und das Knie schwillt an“, erklärt Dr. Heiko Richter. Der erfahrene Unfallchirurg ist auf Kreuzbandplastiken spezialisiert und hat schon vielen Patienten mit einer Operation wieder neuen Halt im Kniegelenk geschenkt.
Geduld und Kühlung
Um festzustellen, wo genau und wie groß der Schaden im Gelenk ist, empfiehlt der Oberarzt eine Röntgenuntersuchung zur Erstdiagnose. „In der Regel folgt dann ein MRT. Ist das Knie stark angeschwollen, hilft eine Punktion“, erklärt Dr. Heiko Richter die ersten Schritte zur Abklärung. Denn häufig sind bei dieser Art von Verletzung auch benachbarte Körperteile wie Knorpel, Meniskus oder Seitenbänder mitbetroffen. Ein ausgerenktes Knie oder eine Fraktur müssen zeitnah versorgt werden, andere Verletzungen können oft verzögert behandelt werden. In der akuten Phase helfen dann Kühlung und Schmerzmedikation.
Rupturen des Kreuzbandes gehören zu den häufigsten Verletzungen beim Skifahren und Fußballspielen. Dr. Heiko Richter ist auf Kreuzbandplastiken spezialisiert, um Kniegelenken wieder Stabilität zu geben. Download und Copyright
Besser nicht sofort operieren
„Wenn eine Kreuzbandruptur festgestellt wurde, muss diese nicht sofort operiert werden – sofern man kein Leistungssportler ist. Ich empfehle häufig eine heimatnahe Versorgung, als eine OP im Ausland. Das spart zum einen Kosten und zum anderen können die anderen Mitreisenden noch den Urlaub fortsetzen. Der große Vorteil aus medizinischer Sicht ist, dass die Entzündungsphase abklingen kann. Dadurch sinkt das Risiko einer Arthrofibrose, also einer schmerzhaften Gelenkversteifung“, sagt der Oberarzt. Nach einer Kreuzbandruptur dauert es etwa vier bis sechs Wochen bis die Schwellung und Überwärmung des Knies abklingen. Während dieser Zeit kann Physiotherapie dabei helfen, die Beweglichkeit zu fördern.
Eingriff sorgfältig prüfen
Wenn das Knie nicht mehr akut entzündet ist, lohnt es, eine Operation gründlich abzuwägen. „Für normale Bewegungen wie Gehen oder Fahrradfahren benötigen wir das Kreuzband nicht unbedingt. Entscheidend sind Faktoren wie die wahrgenommene Instabilität, das Alter des Patienten und seine sportlichen Ansprüche“, erklärt Dr. Heiko Richter. Zur Abklärung der Schädigung nutzen die Experten in den Sana Kliniken Niederlausitz neben einer sorgfältigen Anamnese, MRT und klinischen Test auch die Möglichkeiten einer Arthroskopie: Dabei wird über einen kleinen Hautschnitt am Knie eine Kamera eingeführt, um den Zustand des Gelenks genauer beurteilen zu können.
Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit reicht auf der Skipiste aus und schon geht es direkt vom Hang aus auf den OP-Tisch. Besonders schlimme Unfälle werden meist direkt in den Skigebieten behandelt. Dr. Heiko Richter rät jedoch bei Bänder-Verletzungen eher zu einer OP in der Heimat. Download und Copyright
Schonende OP-Methode
Entscheidet sich der Patient für eine Operation, nutzt das Team um Dr. Heiko Richter meist eine Sehne aus dem Oberschenkel des Betroffenen, um das Kreuzband zu rekonstruieren. Der Eingriff erfolgt minimal-invasiv – also mit möglichst kleinen Schnitten, um das Gewebe zu schonen und eine schnelle Genesung zu ermöglichen. Bei der Rekonstruktion des Kreuzbandes aus körpereigenem Material wird das Transplantat in das Gelenk eingezogen und mit einem Titanclip sowie selbstauflösenden Schrauben im Oberschenkelknochen und Schienbein fixiert. Der Eingriff dauert in der Regel rund eine Stunde. Nach der Operation werden die Patienten meist für eine Nacht stationär versorgt und erhalten Kühlung sowie Schmerzmedikation, die dann zu Hause fortgesetzt wird.